Der Punkt in der Zeichensetzung
Satzende, Abkürzungen und Ordnungszahlen richtig setzen
Der Punkt wirkt einfach, hat aber mehr Aufgaben als nur das Satzende. Er steht nach vielen Abkürzungen, hinter Ordnungszahlen und in den Auslassungspunkten. Diese Übersicht erklärt alle Regeln zum Punkt in der Zeichensetzung mit Beispielen und zeigt die häufigsten Fehler, damit du ihn überall sicher setzt.
Wann steht der Punkt am Satzende?
Der Punkt kennzeichnet vor allem das Ende eines Aussagesatzes. Ein typisches Beispiel lautet: Die Untersuchung ist abgeschlossen. Danach folgt ein neuer Satz, dessen erstes Wort mit einem Großbuchstaben beginnt. Bei Überschriften, Titeln und einzelnen Bildunterschriften setzt du dagegen keinen abschließenden Punkt. Endet ein Satz bereits mit einem Frage- oder Ausrufezeichen, ist ebenfalls kein zusätzlicher Punkt nötig. So lässt sich die Grundregel leicht anwenden: Aussagesätze erhalten einen Schlusspunkt, andere eindeutige Satzschlusszeichen werden nicht durch einen weiteren Punkt ergänzt.
Abkürzungen mit und ohne Punkt unterscheiden
Ob eine Abkürzung einen Punkt braucht, hängt von ihrer Art ab. Häufig steht der Abkürzungspunkt bei Formen, die beim Vorlesen ausgesprochen werden, zum Beispiel z. B., u. a., usw. und d. h. Auch bzw. wird gesprochen und trotzdem mit einem Punkt geschrieben. Anders sieht es bei Maßeinheiten und Währungskürzeln wie kg, cm und EUR aus: Sie bleiben ohne Punkt. Das gilt ebenso für Abkürzungen, die als Buchstabenfolge gesprochen werden, darunter EU und USB. Besonders wichtig für das Satzende: Schließt eine punktierte Abkürzung den Satz ab, übernimmt ihr Abkürzungspunkt zugleich die Funktion des Schlusspunkts. Ein weiterer Punkt wäre deshalb doppelt.
Ordnungszahlen und Datumsangaben korrekt schreiben
Nach einer Ziffer macht der Punkt deutlich, dass eine Ordnungszahl gemeint ist. Das zeigen Formulierungen wie der 1. Platz, im 21. Jahrhundert oder Kapitel 3. Auch bei einer Datumsangabe gehört der Punkt zur Schreibweise, etwa in am 5. Mai 2026. Achte dabei auf den schmalen Zwischenraum, den viele Textprogramme automatisch einfügen. Von Ordnungszahlen zu unterscheiden sind nummerierte Gliederungsebenen: Bei einer Gliederung ohne nachfolgende Zahl, beispielsweise 3.2, setzt du hinter die letzte Ziffer keinen Punkt.
Uhrzeiten, Gliederungen und Verzeichnisse formatieren
In einer Uhrzeit kann der Punkt Stunden und Minuten voneinander trennen: Der Vortrag beginnt um 14.30 Uhr. Die Schreibweise mit einem Doppelpunkt, also 14:30, ist ebenfalls zulässig. In Gliederungen hat der Punkt eine andere Aufgabe. Dort trennt er die einzelnen Ebenen, wie die Beispiele 2.1 und 2.1.3 zeigen. Nach der letzten Ziffer der Gliederungsnummer folgt jedoch kein Punkt. Wer Uhrzeit und Gliederung auseinanderhält, erkennt somit schnell, welche Funktion das Zeichen jeweils erfüllt.
In Inhaltsverzeichnissen und anderen Verzeichnissen erscheinen häufig Füllpunkte zwischen einer Überschrift und der zugehörigen Seitenzahl. Diese Punktreihe lässt du am besten vom Textprogramm erzeugen, statt sie einzeln von Hand einzutippen. Für Abkürzungen wie z. B. ist außerdem ein geschützter Zwischenraum sinnvoll. Er verhindert, dass die zusammengehörenden Bestandteile durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. In gängigen Programmen lässt sich das geschützte Leerzeichen über eine Tastenkombination einfügen.
Auslassungspunkte setzen und typische Fehler vermeiden
Drei Punkte (…) stehen für eine Auslassung oder einen Gedanken, der abgebrochen wird. Vor diesem Zeichen steht meistens kein Abstand, danach folgt ein normaler Wortabstand. Verwechsle die Auslassungspunkte nicht mit einem mehrfach gesetzten Schlusspunkt. Ein besonders häufiger Punktfehler entsteht am Ende eines Satzes mit usw.: Nach dem bereits vorhandenen Abkürzungspunkt setzt du kein zweites Satzschlusszeichen. Auch Überschriften werden nicht mit einem Punkt abgeschlossen. Mit diesen beiden Kontrollen lassen sich typische doppelte oder überflüssige Punkte schnell finden.
Wenn du weitere Fälle der Zeichensetzung nachschlagen möchtest, findest du zusätzliche Beispiele in den Rechtschreibregeln. Für eine Prüfung des gesamten Textes kannst du außerdem den gratis KI-Grammatikcheck verwenden.