Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis der Bachelorarbeit
Wenn du in deiner Bachelorarbeit Bilder, Diagramme oder Tabellen verwendest, brauchst du in der Regel zwei Verzeichnisse: ein Abbildungsverzeichnis und ein Tabellenverzeichnis. Beide stehen nach dem Inhaltsverzeichnis und vor der Einleitung. Sie listen jedes Element der Reihe nach mit Nummer, Titel und Seitenzahl. Wir zeigen dir, wie das Layout aussieht, wie du die Verzeichnisse in Word automatisch erzeugst und welche Fehler typisch sind.
Brauche ich beide Verzeichnisse?
Wenn du nur eine oder zwei Abbildungen hast, ist ein Verzeichnis nicht zwingend – manche Lehrstühle setzen die Grenze bei drei Elementen, andere bei fünf. Bei mehr als drei Abbildungen oder Tabellen sind die Verzeichnisse fast immer Pflicht. Bei wenigen Tabellen, aber vielen Abbildungen, kannst du auch nur ein Abbildungsverzeichnis haben.
Aufbau des Abbildungsverzeichnisses
Standard: drei Spalten – Nummer, Titel, Seitenzahl. Sortiert nach Reihenfolge im Text.
Abb. 1: Verteilung der Stichprobe nach Alter ............................. 23
Abb. 2: Histogramm der Lernerfolg-Selbsteinschätzung .............. 27
Abb. 3: Streudiagramm Plattform-Nutzung × Lernerfolg ........... 31
Aufbau des Tabellenverzeichnisses
Identisch zum Abbildungsverzeichnis, nur mit Tabellen statt Abbildungen.
Tab. 1: Soziodemografische Merkmale der Stichprobe ............ 22
Tab. 2: Korrelationsmatrix der Hauptvariablen .................... 28
Tab. 3: Ergebnisse der linearen Regression ......................... 32
Beschriftung im Text
Jede Abbildung und Tabelle bekommt im Text eine Beschriftung – meist unter der Abbildung und über der Tabelle (das ist eine alte Konvention, die viele Lehrstühle bewahren). Die Beschriftung enthält Nummer, Titel und – wenn nicht von dir selbst – die Quelle.
Unter einer Abbildung: „Abb. 2: Histogramm der Lernerfolg-Selbsteinschätzung. Eigene Darstellung, Daten aus eigener Erhebung 2026."
Über einer Tabelle: „Tab. 3: Ergebnisse der linearen Regression. Eigene Berechnung, n = 240."
Word-Anleitung: Verzeichnisse automatisch erzeugen
- Beschriftung einfügen: Bild oder Tabelle anklicken → Reiter „Verweise" → „Beschriftung einfügen" → Bezeichnung „Abbildung" oder „Tabelle" wählen.
- Word vergibt automatisch fortlaufende Nummern.
- Verzeichnis einfügen: Cursor an die Stelle, wo das Verzeichnis hin soll → Reiter „Verweise" → „Abbildungsverzeichnis einfügen" → Bezeichnung „Abbildung" wählen.
- Für Tabellen das Gleiche mit Bezeichnung „Tabelle".
- Bei Änderungen: Rechtsklick aufs Verzeichnis → „Felder aktualisieren".
Quellenangabe bei Abbildungen und Tabellen
Drei Fälle gibt es:
- Eigene Darstellung: Du hast die Abbildung selbst erstellt (z. B. ein Diagramm aus deinen Daten). Beschriftung: „Eigene Darstellung."
- In Anlehnung an: Du hast die Abbildung selbst gestaltet, aber das Konzept stammt aus einer Quelle. Beschriftung: „Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt 2022, S. 47."
- Übernommen: Du hast die Abbildung 1:1 aus einer Quelle übernommen. Beschriftung: „Quelle: Schmidt 2022, S. 47." Bei Übernahme aus urheberrechtlich geschützten Werken kann eine Genehmigung des Verlags nötig sein.
Häufige Fehler bei Abbildungs- und Tabellenverzeichnissen
- Verzeichnis manuell erstellt – wird bei Änderungen nicht aktualisiert.
- Beschriftung über statt unter Abbildung – konvention-uneinheitlich.
- Quellenangabe vergessen – bei übernommenen Bildern ein klarer formaler Mangel.
- Nummerierung nicht fortlaufend – wenn Bilder gelöscht wurden, ohne Word zu aktualisieren.
Mehr typische Stolperfallen findest du im Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im professionellen Lektorat werden die Verzeichnisse gegen den Text abgeglichen – fehlt eine Beschriftung, wird sie ergänzt.