Anführungszeichen richtig verwenden: Beispiele und Regeln

Anführungszeichen Beispiele: richtige Schreibweise

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Rechtschreibtipps

Anführungszeichen markieren wörtliche Rede, Zitate und besonderen Sprachgebrauch. Beispiele zeigen, wo Satzschlusszeichen stehen.

Die richtige Schreibweise auf einen Blick

Die korrekte Schreibweise lautet: Anführungszeichen. Gemeint ist ein paarweise gesetztes Satzzeichen, das den Anfang und das Ende einer wörtlichen Passage oder eines Zitats markieren kann. Für die Entscheidung im eigenen Satz ist zunächst zu prüfen, ob tatsächlich eine wiedergegebene Passage oder ein besonders markierter Ausdruck vorliegt.

Ein kurzer Beispielsatz lautet: Sie sagte: „Ich komme später.“ Die Anführungszeichen stehen hier am Anfang und am Ende der wiedergegebenen Äußerung. Ein weiteres Beispiel ist: Der Ausdruck „offene Tür“ wird hier übertragen gebraucht. Die Markierung weist in diesem Satz auf einen besonderen Sprachgebrauch hin.

Die Schreibweise des Wortes selbst gehört zur Rechtschreibung. Für die konkrete Zeichensetzung helfen die Rechtschreibregeln. Bei wörtlicher Rede sollte die Passage als zusammengehörige Einheit gelesen werden. Danach ist zu prüfen, ob das abschließende Satzzeichen zur zitierten Passage oder zum übergeordneten Begleitsatz gehört.

Bei einem Fragesatz innerhalb der Anführungszeichen steht das Fragezeichen vor dem schließenden Zeichen: Er fragte: „Kommst du mit?“ Bei einem Ausruf gilt dasselbe: Sie rief: „Warte dort!“ Diese Beispiele zeigen die richtige Form unmittelbar.

Die Frage nach der Großschreibung am Satzanfang ist davon getrennt zu betrachten. Prüfe den Beginn des gesamten Satzes und den Beginn der wiedergegebenen Passage jeweils nach ihrer eigenen grammatischen Funktion. Für die Anführungszeichen selbst bleibt entscheidend, wo die markierte Passage anfängt und endet.

Konkrete Regel und vollständige Beispielsätze zu Anführungszeichen Beispiele

Welche Regel die Beispiele erklärt

Die belegte Regel betrifft die Verbindung von Anführungszeichen und anderen Satzzeichen. Gehört ein Punkt zum übergeordneten Begleitsatz, steht er nach dem schließenden Anführungszeichen. Beispiel: Sie las den Roman „Nacht über dem Fluss“. Der Punkt beendet hier den Begleitsatz.

Wird dagegen ein vollständiger Satz wiedergegeben und steht der Begleitsatz davor oder ist er eingeschoben, behält der angeführte Satz sein Satzschlusszeichen. Danach folgt kein zusätzlicher Punkt. Beispiel: Er sagte: „Morgen beginnt die Reise.“ In diesem Satz gehört der Punkt zur wörtlich wiedergegebenen Aussage.

Dasselbe ist bei einem eingeschobenen Begleitsatz zu beachten: „Morgen“, erklärte sie, „beginnt die Reise.“ Die wiedergegebenen Teile bilden den angeführten Satz, während der Begleitsatz eingeschoben ist. Beim Komma gelten eigene Vorgaben; die Kommasetzung sollte deshalb gesondert geprüft werden.

Frage- und Ausrufezeichen stehen vor dem schließenden Anführungszeichen, wenn sie zur wörtlich wiedergegebenen Passage gehören. Beispiele sind: Sie fragte: „Ist die Tür geschlossen?“ und Er rief: „Sei vorsichtig!“ Ein Punkt wird dabei nicht zusätzlich hinter das schließende Anführungszeichen gesetzt, wenn der angeführte vollständige Satz sein eigenes Satzschlusszeichen bereits trägt.

Die Anführungszeichen können außerdem besonderen Sprachgebrauch kennzeichnen, etwa eine übertragene oder ironische Verwendung. Beispiel: Er nannte den beschädigten Schirm seinen „verlässlichen Begleiter“. Die Regel erklärt hier nicht die Bedeutung des Ausdrucks, sondern die Funktion der Markierung.

Andere Bereiche der Zeichensetzung, die Groß- und Kleinschreibung sowie die Getrennt- und Zusammenschreibung dürfen nicht ohne Beleg aus einem einzelnen Anführungszeichen-Beispiel abgeleitet werden. Auch eine Rechtschreibreform ist keine eigenständige Erklärung für die Stellung eines Satzzeichens in den hier genannten Beispielen.

Richtig oder falsch im Satz

Die folgenden Paare trennen die richtige Form von einer falschen Stellung des Satzschlusszeichens. Der Satzanfang ist dabei getrennt von der eigentlichen Regel zu prüfen.

Tabelle: Richtig, Falsch
RichtigFalsch
Sie sagte: „Wir warten hier.“Sie sagte: „Wir warten hier“.
Er fragte: „Bist du bereit?“Er fragte: „Bist du bereit“?
Sie rief: „Haltet an!“Sie rief: „Haltet an“!

Im ersten Paar ist der Punkt Teil der vollständig wiedergegebenen Aussage. Im zweiten Paar gehört das Fragezeichen zur Frage innerhalb der Anführungszeichen. Im dritten Paar gehört das Ausrufezeichen zum wiedergegebenen Ausruf. In allen drei Fällen wird das Satzschlusszeichen vor das schließende Anführungszeichen gesetzt, wenn es zur angeführten Passage gehört.

Ein weiteres Paar verdeutlicht den Unterschied beim Begleitsatz: Richtig ist „Wir warten“, sagte sie. Falsch ist „Wir warten.“ sagte sie. Hier endet die wiedergegebene Passage vor dem eingeschobenen Begleitsatz; der Punkt wird nicht einfach nach Gefühl innerhalb der Passage belassen.

Prüfe beim Vergleich zuerst den Satzanfang. Beginnt der gesamte Satz mit einem Begleitsatz, kann danach eine vollständige wörtliche Rede folgen. Beginnt der Satz mit der angeführten Passage, ist anschließend zu bestimmen, ob ein Begleitsatz folgt. Diese Prüfung des Satzanfangs ersetzt nicht die Regel zur Stellung des jeweiligen Satzzeichens.

Für weitere sprachliche Fragen können Rechtschreibprogramme eine zusätzliche Prüfmöglichkeit sein. Ihr Ergebnis sollte am konkreten Satz und an der belegten Regel kontrolliert werden. Beim Thema wissenschaftliches Schreiben ist außerdem darauf zu achten, ob eine Passage als Zitat gekennzeichnet werden soll. Die Anführungszeichen beantworten dabei nur die Frage der sichtbaren Markierung.

Typische Verwechslungen sicher vermeiden

Eine Aussprache allein entscheidet nicht über die Schreibweise oder die Zeichensetzung. Lies deshalb nicht nur, wie ein Satz klingt. Ermittle zuerst, ob eine wörtliche Passage, ein Zitat oder ein Ausdruck mit besonderem Sprachgebrauch markiert wird. Danach prüfst du Anfang, Ende und Satzschlusszeichen der Passage.

Eine zweite Stolperfalle ist die Vermischung von Begleitsatz und angeführtem Satz. Bei „Sie kommt morgen“, sagte er. endet die Passage vor dem Begleitsatz. Bei Er sagte: „Sie kommt morgen.“ gehört der Punkt zur wiedergegebenen Aussage. Die beiden Satzmuster dürfen nicht allein nach ihrer Aussprache behandelt werden.

Auch eine umgangssprachliche Bezeichnung liefert keine selbstständige Regel. Das DWDS führt neben der Bezeichnung Anführungszeichen auch bedeutungsverwandte Ausdrücke und fachsprachliche Benennungen auf. Wenn du zwischen solchen Wörtern unterscheiden möchtest, prüfe ihre Bedeutung und Kennzeichnung in einem Wörterbuch. Dafür lassen sich Wortbedeutungen und Abkürzungen heranziehen.

Verwechsle Anführungszeichen außerdem nicht mit Fragen der Wortform. Der Artikel der, die und das, die Pluralbildung oder passende Synonyme entscheiden nicht über die Stellung eines Frage- oder Ausrufezeichens. Ebenso ist die Wahl bestimmter Textformen nicht aus dem bloßen Vorhandensein von Anführungszeichen abzuleiten.

Eine weitere Prüfung betrifft Ausdrücke wie „nur“ oder „treuer Freund“, wenn sie besonders, übertragen oder ironisch gebraucht werden. Solche Markierungen sollten nicht als bloße Verzierung gelesen werden. Entscheidend ist, ob der Ausdruck im konkreten Satz auf besondere Weise gebraucht wird. Eine Variante darf daher weder allein aus der Aussprache noch allein aus einer vermuteten Alltagshäufigkeit gewählt werden.

Bei Abkürzungen bleibt die konkrete Schreibweise eine eigene Frage. Wenn du Abkürzungen richtig schreiben möchtest, prüfe die Abkürzung separat und übertrage daraus keine zusätzliche Regel für Anführungszeichen.

Konkreter Abschlusscheck zu Anführungszeichen Beispiele

Der kurze Prüfweg für jeden Beispielsatz

Arbeite die Prüfung in vier Schritten ab. Erstens: Kontrolliere die Schreibweise des Begriffs Anführungszeichen und bestimme, welche Passage markiert wird. Zweitens: Ordne die Passage ein: Handelt es sich um wörtliche Rede, ein Zitat oder einen Ausdruck mit besonderem Sprachgebrauch?

  1. Markiere den Anfang und das Ende der angeführten Passage.
  2. Prüfe, ob der Punkt zum Begleitsatz oder zur wiedergegebenen Passage gehört.
  3. Setze ein zugehöriges Frage- oder Ausrufezeichen vor das schließende Anführungszeichen.
  4. Prüfe den Satzanfang getrennt von der Regel für die Satzzeichen.

Drittens: Vergleiche deinen Satz mit einem passenden Beispielsatz. Richtig ist etwa: Sie fragte: „Wann beginnt der Vortrag?“ Falsch wäre: Sie fragte: „Wann beginnt der Vortrag“? Die Gegenüberstellung macht sichtbar, dass das Fragezeichen zur zitierten Frage gehört.

Viertens: Suche die häufige Verwechslung. Steht der Punkt außerhalb, frage nach dem Begleitsatz. Steht er innerhalb, frage nach dem vollständig wiedergegebenen Satz. Bei einem Ausdruck wie „verlässlicher Begleiter“ frage nach einem besonderen, übertragenen oder ironischen Gebrauch.

Wenn zusätzlich die Rechtschreibung eines Wortes, die Rechtschreibregeln oder die Zeichensetzung geprüft werden sollen, behandle diese Fragen einzeln. Eine Prüfung der Rechtschreibreform ist nur dann passend, wenn tatsächlich unterschiedliche Schreibweisen verglichen werden. Für fachliche Texte kann wissenschaftliches Schreiben weitere Anforderungen an die Darstellung eines Zitats mit sich bringen; aus den Anführungszeichen allein folgt dafür keine zusätzliche Aussage.

Quellen und Stand

Der Überblick „Anführungszeichen richtig verwenden: Beispiele und Regeln“ ordnet das Thema vollständig ein.

Du möchtest deinen Text vor der Abgabe sprachlich prüfen lassen?

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Anführungszeichen Beispiele

Wofür stehen Anführungszeichen?

Anführungszeichen sind ein paarweise gesetztes Satzzeichen. Sie können den Anfang und das Ende einer Passage wörtlicher Rede oder eines Zitats markieren. Außerdem können sie besonderen Sprachgebrauch kennzeichnen, etwa eine übertragene oder ironische Verwendung.

Wo steht der Punkt bei einem Begleitsatz?

Gehört der Punkt zum übergeordneten Begleitsatz, steht er nach dem schließenden Anführungszeichen. Beispiel: Sie las den Roman „Nacht über dem Fluss“.

Wo steht der Punkt bei einer vollständigen wörtlichen Rede?

Wird ein vollständiger Satz wiedergegeben, behält dieser Satz sein Satzschlusszeichen. Nach dem schließenden Anführungszeichen steht dann kein zusätzlicher Punkt. Beispiel: Er sagte: „Morgen beginnt die Reise.“

Wo steht das Fragezeichen bei wörtlicher Rede?

Gehört das Fragezeichen zur wörtlich wiedergegebenen Frage, steht es vor dem schließenden Anführungszeichen. Beispiel: Er fragte: „Bist du bereit?“

Wo steht das Ausrufezeichen bei wörtlicher Rede?

Gehört das Ausrufezeichen zur wiedergegebenen Passage, steht es vor dem schließenden Anführungszeichen. Beispiel: Sie rief: „Warte dort!“

Kann besonderer Sprachgebrauch mit Anführungszeichen markiert werden?

Ja. Wenn ein Ausdruck auf besondere Weise gebraucht wird, etwa in übertragener Bedeutung oder in ironischer Absicht, kann dies mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden. Ein Beispiel ist: Er nannte den beschädigten Schirm seinen „verlässlichen Begleiter“.

Unsere Partner