Technische Dokumentation und Handbücher lektorieren
Terminologie, Handlungsschritte und Warnhinweise vereinheitlichen
Ein Lektorat für technische Dokumentation misst sich an einer einzigen Frage: Kann die Nutzerin nach dem Lesen handeln? Handbücher scheitern selten an Rechtschreibung, häufig an uneinheitlicher Terminologie und unklaren Handlungsschritten. Und an einer Regel, die dem allgemeinen Sprachgefühl widerspricht.
Abwechslung ist hier ein Fehler
In jedem anderen Text gilt Wortwiederholung als Schwäche. In der technischen Dokumentation ist sie Vorschrift: Ein Bauteil trägt genau einen Namen, eine Handlung genau ein Verb.
Wer abwechselnd von Verschlusskappe, Abdeckung und Deckel schreibt, erzeugt bei der lesenden Person die Frage, ob drei verschiedene Teile gemeint sind. Bei einer Montageanleitung kostet das Zeit, bei einer Sicherheitsanweisung kann es gefährlich werden. Wir vereinheitlichen deshalb konsequent und melden jede Variante, die im Dokument auftaucht.

Handlungsschritte müssen handelbar sein
„Die Schraube ist zu lösen“ nennt keinen Adressaten und keinen Zeitpunkt. „Lösen Sie die Schraube“ ist eindeutig. Wir setzen Handlungsanweisungen konsequent in den Imperativ und prüfen zusätzlich die Reihenfolge: Steht die Voraussetzung vor der Handlung? Ist das Ergebnis genannt, an dem die Nutzerin erkennt, dass der Schritt abgeschlossen ist?
Ein häufiger Befund sind zusammengefasste Schritte: „Lösen Sie die Schrauben und entnehmen Sie die Baugruppe, nachdem Sie die Anlage freigeschaltet haben.“ Hier steht die erste auszuführende Handlung am Ende des Satzes. Wir zerlegen solche Sätze in die tatsächliche Reihenfolge.
Ähnlich häufig fehlt der Bezug bei Abbildungsverweisen. „Siehe Abbildung oben“ funktioniert im PDF, nicht aber in einer Online-Hilfe, in der die Anordnung vom Ausgabeformat abhängt. Wir ersetzen solche Positionsangaben durch Nummernverweise und melden Abbildungen, auf die kein Text verweist.
Warnhinweise nach einheitlichem Schema
Warnhinweise brauchen ein durchgängiges Schema aus Signalwort, Art der Gefahr, Folge bei Nichtbeachtung und Vermeidungsmaßnahme. In gewachsenen Dokumentationen werden für dieselbe Gefährdungsstufe unterschiedliche Signalwörter verwendet, weil einzelne Kapitel zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind.
Wir prüfen die Einheitlichkeit von Aufbau und Signalwortstufen und melden Abweichungen. Ob eine Warnung der einschlägigen Norm entspricht, prüfen wir nicht, das bleibt Aufgabe Ihrer technischen Redaktion.

Terminologieliste als Nebenprodukt
Bringen Sie eine Terminologieliste mit, prüfen wir gegen diese Liste. Existiert keine, entsteht sie bei der Bearbeitung: Wir sammeln jede gefundene Benennungsvariante und geben eine bereinigte Übersicht zurück.
Für die nächste Produktgeneration ist das oft der wertvollere Teil der Lieferung, weil sich damit die Dokumentation von Anfang an einheitlich anlegen lässt, statt Varianten später wieder einzufangen. Bei übersetzten Fassungen prüfen wir auf Wunsch zusätzlich gegen das Ausgangsdokument auf Vollständigkeit und Terminologietreue.
Konditionen für Dokumentationsprojekte
Abgerechnet wird über ein kostenloses Geschäftskonto: Korrektorat ab 1,90 €, Lektorat ab 4,90 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Umfangreiche Dokumentationen erreichen schnell die Staffelgrenzen: ab 500 Seiten elf Prozent Rabatt beim Lektorat, ab 1.000 Seiten fünfzehn Prozent.
Für die Kalkulation gilt eine Besonderheit: Dokumentationen enthalten viele kurze Textblöcke, Tabellen und Abbildungen. Die Zahl der Normseiten liegt deshalb deutlich unter der Zahl der Layoutseiten. Den Festpreis nennen wir nach Sichtung eines Auszugs, nicht nach Seitenzahl im PDF.
In der Regel bearbeiten wir Exporte. Strukturierte Formate aus Redaktionssystemen nehmen wir nach Absprache entgegen. Weiterführend: B2B-Konditionen, Schulungsunterlagen prüfen und Ingenieurwissenschaften.