Fußnoten setzen wie ein Profi: die Regeln im Überblick
Vor oder nach dem Punkt? Vollbeleg oder Kurzbeleg? Die Antworten
Kaum etwas verrät die Sorgfalt einer Arbeit so schnell wie ihre Fußnoten: Sitzt das Zeichen an der falschen Stelle, wechselt das Belegformat oder wuchern Nebenbemerkungen, fällt das jedem Prüfer beim Überfliegen auf. Die gute Nachricht: es gibt nur eine Handvoll Regeln, und die stehen hier.
Position: Die Stellung des Zeichens hat Bedeutung
Das Fußnotenzeichen steht nach dem schließenden Satzzeichen, wenn sich der Beleg auf den ganzen Satz bezieht und direkt am Wort oder an der Wortgruppe, wenn nur dieser Ausdruck belegt wird. Beim wörtlichen Zitat folgt das Zeichen unmittelbar auf das schließende Anführungszeichen. Diese Feinheit konsequent durchzuhalten unterscheidet saubere Arbeiten von hastigen.
Der Absatzmarkt wuchs zweistellig.¹ (Beleg für den ganzen Satz)
Der Begriff „Disruption"² prägt die Debatte. (Beleg nur für den Begriff)
„Innovation ist Zerstörung."³ (Beleg fürs wörtliche Zitat)
Vollbeleg und Kurzbeleg: erst ganz, dann kurz
In der deutschen Zitierweise nennt die erste Fußnote zu einer Quelle den Vollbeleg mit allen Angaben; jede weitere nur noch den Kurzbeleg aus Nachname, Kurztitel und Seite. Folgt dieselbe Quelle direkt aufeinander, übernimmt ebd. zitieren, mit eigenen Regeln. Das Gesamtsystem erklärt die deutsche Zitierweise.

Inhaltliche Fußnoten: sparsam wie Gewürz
Neben Belegen dürfen Fußnoten Ergänzendes aufnehmen, Begriffsklärungen, Querverweise, Randbemerkungen. Aber sparsam: Was fürs Verständnis nötig ist, gehört in den Fließtext; was verzichtbar ist, meist ganz gestrichen. Arbeiten, deren Fußnotenapparat länger ist als der Text, lesen Prüfer mit hochgezogener Augenbraue.

Die Word-Praxis: automatisch statt manuell
Fußnoten gehören über „Referenzen → Fußnote einfügen" ins Dokument, nie als hochgestellte Ziffern von Hand, sonst zerfällt die Nummerierung bei jeder Änderung. Formatiere den Fußnotentext einheitlich (meist zwei Punkt kleiner als der Fließtext, einzeilig) und beende jede Fußnote mit einem Punkt.
Endkontrolle: das prüfen Profis zuerst
Vor der Abgabe: Zeichen an der richtigen Position? Erster Beleg voll, alle weiteren kurz? ebd.-Ketten intakt? Jede zitierte Quelle im Literaturverzeichnis? Diese Systematik in hunderten Fußnoten zu prüfen ist mühsam: die Zitierkorrektur übernimmt genau das, zusammen mit der sprachlichen Korrektur des Textes. Mit diesem Überblick lässt sich jede Fußnote sicher setzen.
Wo die Fußnotenziffer genau steht
Bezieht sich die Fußnote auf den ganzen Satz, steht die Ziffer nach dem Schlusspunkt. Bezieht sie sich nur auf ein Wort oder eine Wortgruppe, steht sie direkt dahinter, vor dem Satzzeichen. Diese Unterscheidung ist keine Kosmetik: Sie sagt der lesenden Person, worauf sich der Beleg bezieht.
Bei wörtlichen Zitaten steht die Ziffer nach dem schließenden Anführungszeichen. Mehrere Fußnoten am selben Wort werden nicht gestapelt, sondern in einer Fußnote zusammengefasst.
Kurzbeleg oder Vollbeleg in der ersten Fußnote
Zwei Systeme sind verbreitet. Im ersten steht in der ersten Fußnote der vollständige Nachweis, danach nur noch der Kurzbeleg. Im zweiten steht durchgehend der Kurzbeleg, weil das Literaturverzeichnis alles Weitere enthält.
Beide sind zulässig, gemischt werden dürfen sie nicht. Prüfe außerdem die Abkürzungen: „Ebd.“ steht nur, wenn dieselbe Quelle unmittelbar davor genannt wurde, und „Vgl.“ gehört vor sinngemäße, nicht vor wörtliche Zitate.







