So setzt man die Fußnote Chicago korrekt: Position, Vollbeleg und Kurzbeleg
Fußnote Chicago: Vollbeleg, Kurzbeleg, Position
Diese Anleitung erklärt die Fußnote Chicago anhand ausgewählter Quellen. Nach dem Purdü-Leitfaden zur 17. Auflage werden Fußnotenzahlen im Fließtext hochgestellt gesetzt: am Ende des Bezugs und nach der Zeichensetzung, ausgenommen der Gedankenstrich. In der Fußnote selbst erscheint die Zahl normal groß mit Punkt. Die weiteren Abschnitte zeigen Vollbeleg, Kurzbeleg, Ebd. und den Bezug zum Literaturverzeichnis anhand der jeweils genannten Quellen.
Grundlagen der Fußnote im Chicago-Stil
Chicago-Zitierweise behandelt die Fußnotenzahl im Fließtext als hochgestellte Zahl. Der General-Format-Leitfaden der Purdü Online Writing Lab zur 17. Auflage des Chicago Manual of Style beschreibt ihre Stelle am Schluss der betreffenden Wortgruppe oder des betreffenden Satzes. Das Satzzeichen steht dabei vor der Zahl. Eine Ausnahme nennt der Leitfaden für den Gedankenstrich. Die Zahl im Text zeigt damit auf die zugehörige Fußnote, ohne deren Anfangsform zu übernehmen.
In der Fußnote wird die Zahl nach diesem Leitfaden nicht hochgestellt geschrieben. Sie erscheint in normaler Größe und wird von einem Punkt gefolgt. Auch die Zählung ist dort beschrieben: Sie beginnt mit 1 und setzt sich über die gesamte Arbeit fort. Für die Fußnote Chicago kann ein Blick auf beide Stellen helfen: Im Satz wird die hochgestellte Zahl an der beschriebenen Position gesetzt; am Beginn der Anmerkung steht die normal große Zahl mit Punkt. Chicago-Zitierweise unterscheidet diese beiden Darstellungen somit sichtbar. Bezieht sich ein Nachweis auf eine Wortgruppe, ist deren Abschluss der maßgebliche Bezugspunkt; bezieht er sich auf einen ganzen Satz, folgt die Zahl dessen Satzzeichen. Bei einem Gedankenstrich sollte die genannte Ausnahme gesondert berücksichtigt werden. Wer eine Anmerkung überprüft, kann daher Textzahl, Fußnotenzahl und ihre fortlaufende Nummerierung miteinander vergleichen. Aus der hochgestellten Form im Fließtext ergibt sich keine hochgestellte Form innerhalb der Fußnote.

Platzierung und laufende Nummerierung
Fußnote vor oder nach Punkt: Für die Platzierung und Nummerierung im Chicago-Stil sind die folgenden Vorgaben maßgeblich.
- Im Fließtext werden Fußnotenzahlen hochgestellt gesetzt.
- Die hochgestellte Zahl steht am Ende der Wortgruppe oder des Satzes, auf den sie sich bezieht.
- Sie folgt dabei auf die Satzzeichen; für den Gedankenstrich gilt diese Platzierungsvorgabe nicht.
- In der Fußnote selbst erscheint die Zahl in normaler Größe, nicht hochgestellt.
- Auf die Zahl in der Fußnote folgt ein Punkt.
- Die Zählung beginnt mit 1 und wird über die gesamte Arbeit fortlaufend weitergeführt.
Damit unterscheidet sich die Gestaltung der Zahl im Text von der Gestaltung am Beginn der jeweiligen Fußnote. Im Text verweist die hochgestellte Zahl auf die zugehörige Fußnote. Dort wird dieselbe Nummer dagegen in voller Größe geschrieben und mit einem Punkt abgeschlossen. Bei der Platzierung im Fließtext ist entscheidend, ob sich der Nachweis auf eine Wortgruppe oder auf einen ganzen Satz bezieht: Die Zahl steht jeweils an deren Ende. Steht sie zu einem Satz, folgt sie nach dessen Satzzeichen. Diese Reihenfolge gilt nach dem General-Format-Leitfaden für alle Satzzeichen mit der genannten Ausnahme des Gedankenstrichs. Für die laufende Zählung wird nicht bei einem neuen Abschnitt neu begonnen. Stattdessen setzt sich die Nummerierung durch die gesamte Arbeit fort, beginnend mit der Zahl 1. Prüfe daher im Text sowohl die Stellung der hochgestellten Zahl als auch am Fußnotenanfang die normale Zahlengröße und den nachfolgenden Punkt. Für allgemeine Hinweise kann auch Fußnoten richtig setzen herangezogen werden.
Unterschied zwischen erster und späterer Nennung
Zitieren im Chicago-Stil unterscheidet in den gezeigten Fußnoten zwischen der ersten Nennung einer Quelle und einer späteren Nennung derselben Quelle. Für den ersten Nachweis nennt das Chicago-Beispiel Autor, Titel, Verlagsangaben, Erscheinungsjahr und Seitenzahl. Bei einer weiteren Nennung derselben Quelle genügt die kürzere Angabe mit Nachname, Kurztitel und Seitenzahl. Ein Kurzbeleg ersetzt den ersten vollständigen Nachweis daher nicht.
| Nennung | Inhalt | Beispielmuster |
|---|---|---|
| Erste Nennung | Autor, Titel, Verlagsangaben, Erscheinungsjahr und Seitenzahl | Autor; Titel; Verlagsangaben; Erscheinungsjahr; Seitenzahl |
| Folgenennung | Nachname, Kurztitel und Seitenzahl | Nachname; Kurztitel; Seitenzahl |
Die Tabelle trennt damit die beiden Fälle nach dem Zeitpunkt der Nennung. In der Zeile zur ersten Nennung stehen die Angaben, die das Chicago-Beispiel für diesen Fall enthält. Die zweite Zeile fasst die Bestandteile zusammen, die bei einer weiteren Fußnote derselben Quelle ausreichen. Die Muster sind keine vollständigen Quellenangaben, sondern zeigen nur die jeweils genannten Bestandteile.
Beim Prüfen einer Fußnote kann zuerst festgestellt werden, ob die Quelle zuvor bereits vollständig genannt wurde. Ist dies nicht der Fall, richtet sich die Angabe nach dem Muster der ersten Nennung. Wurde dieselbe Quelle schon in einer früheren Fußnote vollständig genannt, passt das Muster für die Folgenennung. So wird sichtbar, weshalb die spätere Angabe kürzer ausfällt. Die Seitenzahl gehört in den gezeigten Fällen zu beiden Formen. Der Unterschied liegt in den übrigen Bestandteilen: Die erste Nennung enthält zusätzlich Autor, Titel, Verlagsangaben und Erscheinungsjahr; die spätere Nennung verwendet Nachname und Kurztitel.
Die Chicago-Beispielseite ordnet diese Fußnoten einem Literaturverzeichnis zu. Dort steht eine vollständigere Angabe, während eine verkürzte Fußnote auf sie verweist. Für die Entscheidung zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg ist daher vor allem wichtig, ob es sich um die erste oder um eine spätere Nennung derselben Quelle handelt. Die Tabelle liefert dafür zwei getrennte Muster und vermeidet, die Angaben der Folgenennung mit dem Umfang des ersten Nachweises zu verwechseln.
Verwendung der Abkürzung Ebd.
Aufbau des Literaturverzeichnisses bleibt in diesem Abschnitt außen vor. Für Ebd. ist nach dem Zitierleitfaden Alte Geschichte der Universität Kiel die Reihenfolge der Fußnoten entscheidend. Bei der ersten Nennung eines Werks wird in den Fußnoten der vollständige Werktitel angegeben. Ab der zweiten Nennung reicht dort eine kürzere Angabe aus Nachname, Stichwort und Seitenzahl. Diese Kurzform und die vollständige erste Angabe betreffen also unterschiedliche Nennungen derselben Quelle.
Der Leitfaden beschreibt außerdem einen besonderen Fall für denselben Autor: Folgen dessen Fußnoten unmittelbar aufeinander, wird die zweite Angabe mit Ebd. und einer neuen Seitenzahl verkürzt. Maßgeblich ist die direkte Folge der beiden Fußnoten. Für eine Kontrolle lässt sich deshalb zunächst die unmittelbar vorhergehende Fußnote ansehen. Nennt sie denselben Autor, beschreibt der Leitfaden die Abkürzung mit Ebd. sowie der neuen Seitenzahl. Steht zwischen zwei Nennungen eine andere Quelle, ist die unmittelbare Folge nicht gegeben. Der Leitfaden liefert für diesen Fall keine Grundlage, Ebd. zu verwenden. Die ab der zweiten Nennung beschriebene Kurzform aus Nachname, Stichwort und Seitenzahl bleibt davon getrennt. Ebenso bleibt die vollständige Angabe bei der Erstnennung ein eigener Schritt. Beim Überarbeiten sollten diese drei Situationen einzeln unterschieden werden: erste Nennung eines Werks, spätere Nennung und unmittelbar anschließende Fußnote desselben Autors. So wird die neue Seitenzahl bei der beschriebenen Ebd.-Abkürzung nicht übersehen und die Kurzform nicht mit der ersten Angabe verwechselt.
Zusammenhang mit dem Abschlussverzeichnis
Bedeutung von ibid. ist ein eigenes Thema neben dem Zusammenhang von Fußnote und Literaturverzeichnis. Die Chicago-Beispielseite zeigt ein System mit nummerierten Fußnoten im Text und einer abschließenden Literaturverzeichnis-Seite. Eine verkürzte Angabe in einer Fußnote verweist dabei auf eine vollständigere Angabe im Verzeichnis. Fußnote und Verzeichniseintrag beziehen sich somit auf dieselbe Quelle, auch wenn die Formulierungen nicht gleich sind.
Die Nummer im Text führt zur jeweiligen Fußnote. Bei einer späteren Nennung derselben Quelle kann dort die kürzere Form stehen. Das Literaturverzeichnis enthält die ausführlichere Angabe, auf die diese Kurzform bezogen ist. Dadurch haben die Angaben verschiedene Aufgaben innerhalb desselben Systems: Die Fußnote verknüpft die Textstelle mit einer Quellenangabe, während die abschließende Seite die vollständigere Angabe bereitstellt.
Beim Überarbeiten lässt sich diese Zuordnung konkret prüfen. Zuerst kann die Kurzangabe einer Fußnote gelesen werden. Anschließend lässt sich feststellen, ob eine vollständigere Angabe derselben Quelle auf der abschließenden Literaturverzeichnis-Seite vorhanden ist. Der Wortlaut muss dabei nicht übereinstimmen. Entscheidend ist die Verbindung zwischen der verkürzten Fußnotenangabe und dem ausführlicheren Eintrag. Ebenso lässt sich vom Verzeichniseintrag zur Fußnote zurückgehen: Die Nummer im Fließtext verweist auf die Fußnote, und die Fußnote gehört im dargestellten System zur Quelle im Verzeichnis.
Für die erste Nennung zeigt die Chicago-Beispielseite eine umfangreichere Fußnotenangabe als für spätere Nennungen. Die spätere Kurzform und die vollständigere Angabe im Literaturverzeichnis erfüllen daher nicht dieselbe Aufgabe. Die erste erläutert die Quelle an der betreffenden Textstelle in der Fußnote; die zweite steht auf der abschließenden Verzeichnisseite. So lässt sich der Zusammenhang lesen, ohne beide Angaben als wortgleiche Wiederholung zu behandeln. Aussagen über Sortierung, weitere Datenfelder oder die Gestaltung des Verzeichnisses ergeben sich daraus nicht.

Abgrenzung zu benachbarten Themenbereichen
Fußnoten richtig setzen wird hier mit Blick auf eine einzelne Zitierform behandelt. Die Nachbarseite Chicago-Zitierweise gibt einen Überblick über beide Chicago-Systeme. Diese Seite beschränkt sich dagegen auf die Fußnote selbst: auf die Position des Zeichens, den Vollbeleg bei der ersten Nennung, den Kurzbeleg bei späteren Nennungen und Ebd. bei unmittelbar aufeinanderfolgenden Fußnoten desselben Autors.
Für die Abgrenzung hilft eine einfache Frage: Geht es um den Gesamtüberblick über die beiden Chicago-Systeme, führt Chicago-Zitierweise weiter. Geht es um Angaben innerhalb einer Fußnote, bleibt dieses Thema im Mittelpunkt dieser Seite. Dazu gehören die Stelle der hochgestellten Zahl im Text, die Angaben beim ersten Nachweis einer Quelle und die kürzere Angabe bei einer späteren Nennung. Auch Ebd. wird hier nur im beschriebenen Fall unmittelbar aufeinanderfolgender Fußnoten behandelt.
Die Trennung der Themen macht den Zweck der beiden Seiten sichtbar. Der Überblick ordnet die Systeme ein. Diese Seite erläutert die einzelnen Bestandteile der Fußnote. Wer einen Vollbeleg und einen Kurzbeleg unterscheiden möchte, findet die Vergleichstabelle in diesem Beitrag. Wer die Position des Fußnotenzeichens prüfen möchte, findet dazu den Abschnitt über Platzierung und Nummerierung. Die Seite bleibt damit bei den vier Punkten Position, Vollbeleg, Kurzbeleg und Ebd., statt den allgemeinen Überblick über beide Systeme zu wiederholen.
Quellen und Stand
- Purdü Online Writing Lab (OWL): CMOS Formatting and Style Guide, General Format: owl.purdü.edu (geprüft am 2026-09-16)
- The Chicago Manual of Style Online: Notes and Bibliography, Sample Citations: www.chicagomanualofstyle.org (geprüft am 2026-09-16)
- Universität Kiel: Leitfaden Zitieren, Alte Geschichte: www.klassalt.uni-kiel.de (geprüft am 2026-09-16)
Der Überblick „So setzt man die Fußnote Chicago korrekt: Position, Vollbeleg und Kurzbeleg“ ordnet das Thema vollständig ein.