Kommasetzung: Regeln und Beispiele erklärt
Kommasetzung – die wichtigsten Regeln
Kommafehler sind die häufigste Fehlerart in deutschen Bachelorarbeiten. Wir zeigen die wichtigsten Regeln mit Beispielen – und die typischen Fehler. Alle Regeln zur Kommasetzung werden hier mit Beispielen erklärt.
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Kommasetzung: die Schnellentscheidung
Ein Komma trennt vor allem Aufzählungen, Nebensätze, Relativsätze, Einschübe und bestimmte Infinitivgruppen. Vor und oder oder steht in einer einfachen Aufzählung normalerweise kein Komma. Bei zwei vollständigen Hauptsätzen kann ein Komma vor und gesetzt werden, wenn es die Gliederung verdeutlicht.
| Struktur | Komma? | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufzählung ohne und | ja | klar, knapp, verständlich |
| Nebensatz mit dass | ja | Ich weiß, dass du kommst. |
| Relativsatz | ja, paarig | Der Text, den du schickst, ist fertig. |
| Einfache Verbindung mit und | nein | Wir prüfen und korrigieren. |
| Angekündigte Infinitivgruppe | ja | Sie plante, früher zu gehen. |
Für Grenzfälle ist das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung die maßgebliche Grundlage. Die Einzelfälle auf dieser Seite übersetzen die Regeln in konkrete Satzmuster.
Komma bei Aufzählungen
Vor jedem Aufzählungsglied (außer vor „und" / „oder"):
„Sie hat Bücher, Hefte, Stifte und einen Laptop dabei."
Komma vor Nebensatz
Vor jedem Nebensatz, der mit einer Konjunktion eingeleitet wird (dass, weil, wenn, ob, obwohl, während):
„Ich weiß, dass das Thema komplex ist."
„Wir kommen, sobald es regnet."

Komma bei Relativsätzen
Relativsätze werden immer mit Komma abgetrennt:
„Die Studierenden, die regelmäßig kommen, lernen schneller."
Komma bei Infinitivgruppen mit „zu"
Bei erweitertem Infinitiv (mit zu) – Komma ist erlaubt, aber nicht zwingend (seit 2006):
„Es ist wichtig, regelmäßig zu lernen." (Komma bevorzugt)
„Es ist wichtig regelmäßig zu lernen." (auch erlaubt)
Empfehlung: bei langen Infinitivgruppen Komma setzen, bei kurzen optional.
Komma bei „und" verbunden Hauptsätzen
Vor „und" zwischen zwei vollständigen Hauptsätzen ist Komma optional:
„Sie kam zur Sprechstunde, und wir besprachen das Thema." (Komma erlaubt)
„Sie kam zur Sprechstunde und wir besprachen das Thema." (auch erlaubt)
Komma bei „dass-wenn-Sätzen"
„Ich denke, dass, wenn wir das tun, alles gut wird." – das zweite Komma vor „wenn" ist Pflicht. Viele Beispiele machen jede Regel greifbar.

Kein Komma vor „als"
Bei einfachem Vergleich kein Komma:
„Sie ist klüger als er."
Aber: „Sie ist klüger, als ich dachte." (mit Nebensatz)
Komma bei Einschüben
Einschübe werden in Kommata eingeschlossen:
„Die Studie, die im letzten Jahr veröffentlicht wurde, zeigt deutliche Effekte."
„Schmidt, ein bekannter Bildungsforscher, untersucht ähnliche Phänomene."
Häufige Fehler
- Komma vor „dass" vergessen.
- Komma in Aufzählung vor „und" gesetzt (das ist falsch).
- Relativsatz nicht mit Komma abgetrennt (mehr dazu: Relativsätze und Relativpronomen).
- Bei doppelten Kommata (z. B. nach Einschub) das zweite vergessen.
- Bei langen Sätzen die Kommata in den Nebensätzen vergessen.
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