Die Wortarten im Überblick
Was sind Wortarten?
Wortarten ordnen Wörter nach Form, Funktion und Verwendung. Im verbreiteten Schulmodell werden zehn Klassen unterschieden. Andere Grammatiken fassen einzelne Klassen anders zusammen. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Name, sondern die Probe am konkreten Satz.
Alle Wortarten im Detail
Zu diesen Themen gibt es eine eigene Seite mit Tabellen, Beispielen und den häufigen Zweifelsfällen.
- Adverb
- Demonstrativpronomen
- Hauptsatz und Nebensatz
- Indefinitpronomen
- Interjektion
- Interrogativpronomen
- Komposita
- Partikel
- Personalpronomen
- Possessivpronomen
- Reflexivpronomen
- Relativpronomen
- Satzarten
- Subjunktion
- Substantivierung
- Wortbildung
- Wortstellung im Satz
- Zahlwort
Von Nomen bis Interjektion
Im verbreiteten Schulmodell werden zehn Wortarten unterschieden : von Nomen und Verb bis zur Interjektion. Diese Übersicht erklärt jede Wortart mit Definition und Beispielen und zeigt, welche flektierbar sind und welche nicht.
Was Wortarten sind
Wortarten teilen den Wortschatz nach grammatischen Eigenschaften ein. Man unterscheidet flektierbare Wortarten, die ihre Form ändern (Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Numerale), und unveränderliche (Adverb, Präposition, Konjunktion, Interjektion). Wer die Wortarten kennt, versteht Satzbau und Zeichensetzung leichter.
Flektierbare Klassen
Diese sechs Wortarten ändern ihre Form:
- Nomen (Substantiv): Person, Sache, Begriff : Haus, Freiheit, Studie.
- Verb: Tätigkeit oder Zustand : schreiben, sein, prüfen.
- Adjektiv: Eigenschaft : groß, genau, wissenschaftlich.
- Artikel: Begleiter des Nomens : der, die, das, ein.
- Pronomen: Stellvertreter : ich, sie, dieser, welcher.
- Numerale (Zahlwort): Menge : zwei, viele, erste.
Unveränderliche Klassen
Diese vier Wortarten bleiben immer gleich:
- Adverb: Umstand von Ort, Zeit, Art : hier, gestern, sehr.
- Präposition: Verhältniswort : in, mit, wegen, trotz.
- Konjunktion: Bindewort : und, weil, obwohl.
- Interjektion: Ausrufewort : ach, oh, na ja.
Präpositionen bestimmen den Fall des folgenden Wortes; eine Übersicht bietet die Seite Präpositionen und ihre Fälle.
Warum die Einordnung wichtig ist
Die Wortart entscheidet über Groß- und Kleinschreibung (Nomen groß, Verben klein), über die Steigerung (nur Adjektive) und über die Kommasetzung (Konjunktionen wie weil leiten Nebensätze ein). Wer Wortarten sicher bestimmt, vermeidet viele typische Fehler : vom substantivierten Verb bis zur falschen Getrenntschreibung. Dieser Überblick fasst alle zehn Wortarten zusammen.
Mehr zu Grammatik und Zeichensetzung: Satzglieder bestimmen und Adjektive steigern. Den ganzen Text prüft die Grammatikprüfung mit KI oder ein Korrekturlesen. Eine Übersicht aller Regeln bietet die Seite Rechtschreibung und Grammatik.

Warum die Zahl der Klassen vom Modell abhängt
Im Unterricht wird häufig mit zehn Wortarten gearbeitet. Wissenschaftliche Grammatiken können Numeralien, Partikeln, Interjektionen und verschiedene Arten von Verbindungswörtern anders einordnen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Folge verschiedener Kriterien. Der IDS-Eintrag zur Wortart nennt morphologische, syntaktische, funktionale und semantische Merkmale. Eine Übersicht sollte deshalb immer sagen, welches Modell sie verwendet.
Diese Seite folgt dem verbreiteten Schulmodell mit Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Numerale, Adverb, Präposition, Konjunktion und Interjektion. Für eine Schulaufgabe sind die Begriffe des verwendeten Lehrwerks verbindlich. In einer sprachwissenschaftlichen Arbeit übernimmst du das Klassifikationssystem deiner Quelle und definierst Grenzfälle.
Erste Probe: Kann das Wort seine Form ändern?
Flektierbare Wörter bilden unterschiedliche Formen. Nomen verändern Numerus und Kasus: das Buch, die Bücher, den Büchern. Verben werden nach Person, Numerus, Tempus und Modus konjugiert: ich prüfe, wir prüften, sie würden prüfen. Adjektive, Artikel und Pronomen können nach Genus, Numerus und Kasus dekliniert werden. Adjektive besitzen zusätzlich Steigerungsformen.
Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen bleiben in ihrer Form unverändert. Die Flexionsprobe grenzt damit große Gruppen ab, liefert aber noch nicht immer die fertige Antwort. Der IDS-Überblick zur Wortformfunktion zeigt, welche grammatischen Kategorien die einzelnen flektierbaren Klassen ausdrücken.
Zweite Probe: Welche Aufgabe hat das Wort im Satz?
Ein Nomen kann den Kern einer Nominalgruppe bilden und wird im Deutschen großgeschrieben: die sorgfältige Prüfung. Ein Artikel begleitet das Nomen und zeigt grammatische Merkmale: die. Ein Pronomen kann eine Nominalgruppe ersetzen oder auf sie verweisen: Sie beginnt heute. Ein Adjektiv beschreibt typischerweise eine Eigenschaft und kann vor dem Nomen eine Endung tragen: eine sorgfältige Prüfung.
Verben bilden den Kern des Prädikats. Präpositionen stellen eine Beziehung her und verlangen eine Ergänzung in einem bestimmten Fall: mit dem Text, für den Text. Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze: und, aber, weil. Adverbien geben etwa Ort, Zeit, Grund oder Art an: hier, gestern, deshalb, gern.
Nomen, Adjektiv und Pronomen sicher unterscheiden
Die Großschreibung allein genügt nicht, weil jedes Wort am Satzanfang groß beginnt. Nutze bei einem Nomen die Artikelprobe und prüfe, ob ein Plural oder ein Kasus möglich ist. Bei einem Adjektiv helfen Attributprobe und Steigerung: ein klarer Satz, ein klarerer Satz. Nicht jedes Adjektiv lässt sich sinnvoll steigern, deshalb ist die Verwendung vor einem Nomen die stärkere Probe.
Pronomen stehen nicht einfach nur für Personen. Zu ihnen gehören je nach Modell Personalpronomen, Possessivpronomen, Demonstrativpronomen, Relativpronomen, Interrogativpronomen und weitere Untergruppen. In Dieses Ergebnis überrascht begleitet dieses ein Nomen und wird in manchen Grammatiken als Artikelwort beschrieben. In Dieses überrascht steht es selbstständig als Pronomen. Der Satzkontext entscheidet.
Konjunktion, Präposition oder Adverb
Mehrere häufige Wörter können je nach Verwendung verschiedenen Klassen angehören. Während des Gesprächs enthält eine Präposition mit Genitiv. Während sie spricht, notiert er enthält eine unterordnende Konjunktion. Bei seit, bis und ähnlichen Formen hilft die Ergänzung: Folgt eine Nominalgruppe, liegt häufig eine Präposition vor, folgt ein ganzer Nebensatz, eine Konjunktion.
Ein Adverb kann allein ein Satzglied bilden: Dort beginnt die Prüfung. Eine Präposition benötigt normalerweise eine Ergänzung: in der Prüfung. Eine Konjunktion verbindet Einheiten und trägt selbst keine Satzgliedfunktion. Diese drei Tests sind zuverlässiger als eine auswendig gelernte Liste.
Wortart und Satzglied nicht verwechseln
Wortart bezeichnet eine Klasse von Wörtern, Satzglied bezeichnet eine Funktion im konkreten Satz. Das Nomen Studentin bleibt ein Nomen, kann aber Teil des Subjekts, eines Objekts oder einer anderen Wortgruppe sein. Das Adjektiv schnell bleibt ein Adjektiv, auch wenn es in Sie schreibt schnell adverbial verwendet wird. Adverbiale Verwendung macht ein Adjektiv nicht automatisch zum Adverb.
Gehe beim Bestimmen deshalb in dieser Reihenfolge vor: Formveränderung prüfen, mögliche Begleiter ansehen, Funktion im Satz untersuchen und erst danach die Klasse benennen. Bei Grenzfällen notierst du die Verwendung und das zugrunde gelegte Grammatikmodell. So wird aus einer bloßen Liste eine nachvollziehbare Analyse.