Relativpronomen: Tabelle, Regeln und Beispiele

Die Formen von der und welcher, die Bezugsregel und die Fälle deren

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Relativpronomen leiten Relativsätze ein, die häufig ein Bezugswort näher bestimmen: Die Studie, die 2024 erschien, untersucht drei Fälle. Die Formen von der, die und das ähneln dem bestimmten Artikel; Abweichungen gibt es [[#[MARKUP_E]]]nur[[[/MARKUP_E]]] im Genitiv und im Dativ Plural. Bei bezugswortbezogenen Relativsätzen richten sich Numerus und Genus nach dem Bezugsnomen, der Kasus nach der Funktion des Pronomens im Nebensatz. Diese Trennung ermöglicht die korrekte Wahl ohne Hilfsmittel.

Relativpronomen: die vollständige Tabelle

Tabelle: Fall, maskulin, feminin, neutral
FallmaskulinfemininneutralPlural
Nominativderdiedasdie
Genitivdessenderen/dererdessenderen/derer
Dativdemderdemdenen
Akkusativdendiedasdie

Die Bezugsregel in einem Satz

Geschlecht und Zahl übernehmen die Pronomen vom Bezugswort im Hauptsatz. Den Fall bestimmt ihre Aufgabe im Nebensatz.

Zum Beispiel: Der Kollege, dem ich geschrieben habe. Hier ergibt sich das Maskulinum aus „Kollege“, der Dativ hingegen daraus, dass der Kollege der Empfänger des Schreibens ist.

Ein weiteres Beispiel: Die Studien, denen wir folgen. Der Plural bezieht sich auf Studien, der Dativ ergibt sich aus dem Verb folgen. Weil beide Merkmale getrennten Quellen entstammen, entsteht [[#[MARKUP_E]]]oft[[[/MARKUP_E]]] ein Formfehler.

Relativpronomen
Relativpronomen im Überblick.

Verwendung von Deren und dessen

Bei männlichen und sächlichen Bezugswörtern steht als vorangestelltes Genitivattribut dessen, bei weiblichen sowie im Plural deren: der Autor, dessen Werk; die Autorin, deren Roman; die Autoren, deren Schriften.

Beide werden nicht weiter gebeugt. Das folgende Substantiv steht in der Regel ohne Artikel: dessen Arbeit, nicht dessen die Arbeit.

Welcher, welche, welches stellen zulässige Alternativen dar. Sie erscheinen stilistisch gehoben und etwas schwerfällig. Um eine Häufung von der und die zu vermeiden, [[#[MARKUP_C]]]sind[[[/MARKUP_C]]] sie nützlich; ansonsten sollten sie sparsam eingesetzt werden.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Kommasetzung: Relativsätze werden durch Kommas vom übergeordneten Satz abgetrennt. Steht der Relativsatz am Satzende, genügt das einleitende Komma. So liest man: Die Studie, die 2024 erschien, prüft drei Instanzen.

Deren oder derer: Deren steht gewöhnlich als vorangestelltes Genitivattribut: Die Kolleginnen, deren Beiträge vorliegen. Derer ist ein vorausweisendes Demonstrativpronomen: Wir gedenken derer, die fehlen. In bestimmten Genitivverwendungen sind deren und derer beide möglich.

Der falsche Fall: „Die Person, die ich geschrieben habe“ ist falsch. Richtig heißt es: „Die Person, der ich geschrieben habe“, denn man schreibt einer Person. Solche Fehler entstehen, weil der Nominativ und der Akkusativ in manchen Formen gleich aussehen.

Das Bezugswort: Ein Relativsatz sollte möglichst unmittelbar auf sein Bezugswort folgen. Im Satz „Der Bericht des Vorstands, der lange erwartet wurde, liegt vor“ kann unklar sein, ob Bericht oder Vorstand gemeint ist.

Wahl zwischen was und das: Nach alles, nichts und vielem sowie nach substantivierten Superlativen steht in der Standardsprache meist was: alles, was bekannt ist; das Beste, was passieren konnte. Bei etwas sind was und das möglich. Nach einem neutralen Substantiv steht meist das.

Relativsätze ohne Bezugswort

[[#[MARKUP_A]]]Nicht[[[/MARKUP_A]]] alle Relativstrukturen benötigen ein Antezedens. Ohne ein solches lassen sich Konstruktionen mit den Relativpronomen wer und was sowie den Relativadverbien wo und wie bilden: Wer fragt, erhält Rückmeldung. Was gesagt wird, kann weitergeführt werden.

Diese Form heißt freier Relativsatz. Sie kann ohne vorangestelltes Bezugswort einen vollständigen Gedanken bilden.

In wissenschaftlichen Texten kann ein konkretes Bezugswort meist klarer sein. Wo ein freier Relativsatz steht, sollte der Bezug aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgehen.

Relativpronomen

Der Gebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten

Relativsätze können Begrenzungen und Definitionen in einen Satz einbinden. In Methodenkapiteln können sie mehrere kurze Einzelsätze verbinden.

Mehrfach verschachtelte Strukturen können schwer lesbar sein. Auch ein grammatisch zulässiger eingebetteter Relativsatz sollte auf Verständlichkeit geprüft werden.

Ein großer Abstand zwischen Antezedens und Pronomen kann den Bezug erschweren. Häufig ist es klarer, die Konstruktion unmittelbar an das Bezugswort anzuschließen, auch wenn dadurch der Hauptsatz umgestellt werden muss.

Ein dritter Prüfpunkt betrifft die Wahl zwischen Relativsatz und Partizipgruppe. „Die untersuchten Fälle“ ist kürzer als „die Fälle, die untersucht wurden“, kann aber offenlassen, wer untersucht hat. Ein Relativsatz kann deshalb oft klarer sein, wenn die handelnde Person wichtig ist.

Punkt vier behandelt die Verbindung mit Präpositionen. Diese stehen vor dem Pronomen und steuern seinen Fall: die Studie, auf die wir Bezug nehmen. Bei Sachen sind auch Pronominaladverbien mit wo(r) möglich: die Frage, worauf wir Bezug nehmen. Beide Formen sind je nach Bezug möglich.

Fazit: Relativpronomen auf einen Blick

Relativpronomen leiten Relativsätze ein, die ein Bezugswort näher bestimmen können. Geschlecht und Zahl folgen dem Bezugsnomen, der grammatische Fall richtet sich nach der Rolle innerhalb des Nebensatzes.

Morphologisch gleichen sie dem definiten Artikel, mit einer Ausnahme im Genitiv (dessen, deren oder derer) und im Dativ Plural (denen). Relativsätze werden durch Kommas vom übergeordneten Satz abgetrennt.

Die Tabelle, die Regeln und die Beispiele geben einen Überblick über Relativpronomen.

Ergänzende Informationen finden sich unter Kommasetzung, Demonstrativpronomen sowie in der Übersicht zu Pronomina.

Referenzen und Zeichensetzung kontrollieren lassen: Ein Lektorat kann auf unklare Relativkonstruktionen hinweisen.

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Häufige Fragen zu Relativpronomen

Was sind Relativpronomen?

Sie leiten Relativsätze ein und beziehen sich häufig auf ein Bezugswort, zum Beispiel der, die, das, welcher, welche und welches.

Wonach richtet sich die Form?

Numerus und Genus folgen dem Bezugswort, der Kasus resultiert aus der Rolle im Nebensatz.

Wann steht dessen und wann deren?

Als vorangestelltes Genitivattribut steht bei maskulinen und neutralen Bezugswörtern dessen, bei femininen Bezugswörtern und im Plural deren.

Wann steht was statt das?

Nach alles, nichts und vielem sowie nach substantivierten Superlativen steht in der Standardsprache meist was: alles, was bekannt ist. Bei etwas sind was und das möglich.

Braucht ein Relativsatz immer ein Komma?

Ja. Am Satzende steht nur das einleitende Komma; ist der Relativsatz eingeschoben, steht vor und nach ihm ein Komma.

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