Relativpronomen: Tabelle, Regeln und Beispiele
Die Formen von der und welcher, die Bezugsregel und die Fälle deren
Relativpronomen leiten Nebensätze ein, die ein Substantiv näher bestimmen: Die Studie, die 2024 erschien, untersucht drei Fälle. Die Formen sehen aus wie der bestimmte Artikel und weichen nur im Genitiv und im Dativ Plural ab. Die wichtigste Regel ist eine Arbeitsteilung: Geschlecht und Zahl kommen vom Bezugswort, der Fall dagegen von der Stellung im Nebensatz. Wer das trennt, trifft die Form ohne Tabelle.
Relativpronomen: die vollständige Tabelle
| Fall | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Genitiv | dessen | deren | dessen | deren |
| Dativ | dem | der | dem | denen |
| Akkusativ | den | die | das | die |
Die Bezugsregel in einem Satz
Geschlecht und Zahl übernimmt das Pronomen vom Bezugswort im Hauptsatz. Den Fall bestimmt seine Aufgabe im Nebensatz.
Beispiel: Der Kollege, dem ich geschrieben habe. Maskulin kommt von Kollege, der Dativ von schreiben, das den dritten Fall verlangt.
Zweites Beispiel: Die Studien, denen wir folgen. Plural kommt von Studien, der Dativ von folgen. Beide Angaben stammen aus verschiedenen Sätzen, und genau deshalb wird die Form oft falsch gewählt.

Deren, dessen und welcher
Dessen steht bei maskulinen und neutralen Bezugswörtern, deren bei femininen und im Plural: der Autor, dessen Buch; die Autorin, deren Buch; die Autoren, deren Bücher.
Beide werden nicht weiter gebeugt. Das folgende Substantiv steht ohne Artikel: dessen Arbeit, nicht dessen die Arbeit.
Welcher, welche, welches sind ebenfalls möglich und gelten als korrekt, wirken aber gehoben und schwerfällig. Sie eignen sich, um eine Häufung von der und die zu vermeiden, sollten sonst aber sparsam eingesetzt werden.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Das Komma: Ein Relativsatz wird immer durch Komma abgetrennt, am Anfang und am Ende. Die Studie, die 2024 erschien, untersucht drei Fälle. Das zweite Komma wird häufiger vergessen als das erste.
Deren oder derer: Deren verweist zurück, derer voraus. Die Kolleginnen, deren Beiträge vorliegen gegenüber wir gedenken derer, die fehlen. Die zweite Form ist selten und gehoben.
Der falsche Fall: Die Person, die ich geschrieben habe ist falsch, weil schreiben den Dativ verlangt: der ich geschrieben habe. Solche Fehler entstehen, weil der Nominativ wie der Akkusativ aussieht.
Das Bezugswort: Es sollte unmittelbar vor dem Relativsatz stehen. In der Bericht des Vorstands, der lange erwartet wurde bleibt offen, ob Bericht oder Vorstand gemeint ist.
Was statt das: Nach alles, nichts, etwas, vieles und nach substantivierten Superlativen steht was: alles, was wir wissen; das Beste, was passieren konnte. Nach einem normalen Substantiv steht das.
Relativsätze ohne Bezugswort
Nicht jeder Relativsatz hängt an einem Substantiv. Mit wer, was, wo und wie lässt er sich auch ohne Bezugswort bilden: Wer fragt, bekommt eine Antwort. Was du sagst, stimmt.
Diese Form heißt freier Relativsatz. Sie ist knapp und in Sprichwörtern häufig, weil sie ohne Vorbereitung auskommt und trotzdem einen vollständigen Gedanken trägt.
In wissenschaftlichen Texten ist sie selten, weil dort meist ein konkretes Bezugswort genannt werden soll. Wo sie steht, sollte der Bezug aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgehen.

Der Gebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten
Relativsätze sind das übliche Mittel, um Definitionen und Einschränkungen unterzubringen, ohne einen neuen Satz zu beginnen. In Methodenteilen ersparen sie viele kurze Sätze.
Die Grenze liegt bei der Verschachtelung. Ein Relativsatz innerhalb eines Relativsatzes ist grammatisch möglich und praktisch unlesbar, und in Gutachten wird das regelmäßig angestrichen.
Ein zweiter Punkt ist die Distanz. Steht das Bezugswort weit vor dem Pronomen, verliert der Satz seinen Halt. Bewährt ist, den Relativsatz direkt hinter das Bezugswort zu ziehen, auch wenn dafür der Hauptsatz umgestellt werden muss.
Ein dritter Prüfpunkt betrifft die Wahl zwischen Relativsatz und Partizipgruppe. Die untersuchten Fälle ist kürzer als die Fälle, die untersucht wurden, verschweigt aber, wer untersucht hat. In Methodenteilen ist der Relativsatz deshalb oft die bessere Wahl.
Ein vierter Punkt betrifft die Kombination mit Präpositionen. Sie steht vor dem Pronomen und bestimmt dessen Fall: die Studie, auf die wir uns beziehen. Bei Sachen ist zusätzlich die Form mit wo möglich: worauf wir uns beziehen. Beide sind korrekt, die erste wirkt genauer.
Fazit: Relativpronomen auf einen Blick
Relativpronomen leiten Nebensätze ein, die ein Substantiv näher bestimmen. Geschlecht und Zahl kommen vom Bezugswort, der Fall von der Stellung im Nebensatz.
Die Formen entsprechen dem bestimmten Artikel, außer im Genitiv (dessen, deren) und im Dativ Plural (denen). Jeder Relativsatz steht zwischen Kommas.
Das Thema „Relativpronomen: Tabelle, Regeln und Beispiele“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
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