Nominativ: der erste Fall mit Fragen und Beispielen

Der Wer-Fall als Grundform, seine Rolle im Satz und die Formen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Der Nominativ ist der erste der vier deutschen Fälle und zugleich die Grundform: In dieser Form steht jedes Wort im Wörterbuch. Erfragt wird er mit wer oder was. Seine Aufgabe im Satz ist das Subjekt, also die Person oder Sache, von der etwas ausgesagt wird. Dazu kommt eine zweite, weniger bekannte Aufgabe: Nach den Verben sein, werden und bleiben steht auch die Ergänzung im Nominativ, und genau dort entstehen die häufigsten Fehler.

Nominativ: die Definition und die Frage

Der Nominativ heißt auf Deutsch Wer-Fall oder erster Fall. Die Kontrollfrage lautet: Wer oder was?

Beispiel: Der Student schreibt eine Arbeit. Wer schreibt? Der Student. Damit steht der Student im Nominativ und ist das Subjekt des Satzes.

Jeder vollständige Satz braucht ein Subjekt, und dieses steht immer im Nominativ. Die einzige Ausnahme sind unpersönliche Konstruktionen wie mir ist kalt, in denen das Subjekt fehlt oder nur formal vorhanden ist.

Nominativ
Nominativ im Überblick.

Die Formen mit Artikel und Pronomen

Bestimmter Artikel: der Student, die Studentin, das Seminar, die Studenten.

Unbestimmter Artikel: ein Student, eine Studentin, ein Seminar, im Plural ohne Artikel: Studenten.

Personalpronomen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Alle acht stehen im Nominativ und ändern sich in den anderen Fällen erheblich.

Das Substantiv selbst bleibt im Nominativ Singular unverändert. Nur die schwachen Maskulina der n-Deklination haben hier ihre einzige endungslose Form: der Student, aber den Studenten.

Die zweite Aufgabe: das Prädikativ

Nach den Verben sein, werden und bleiben steht die Ergänzung ebenfalls im ersten Fall. Diese Ergänzung heißt Prädikativ oder Gleichsetzungsnominativ.

Beispiel: Er ist ein guter Redner. Beide Teile stehen im Nominativ, weil sie dieselbe Person bezeichnen. Ebenso: Sie wird Ärztin. Das bleibt ein Problem.

Diese Regel wird häufig verletzt, weil die Stelle nach dem Verb sonst den Akkusativ trägt. Der Satz er ist einen guten Redner ist deshalb falsch, klingt für viele aber zunächst richtig.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Nach sein, werden, bleiben: Es heißt er ist ein guter Redner, nicht einen guten Redner. Dieselbe Regel gilt nach heißen und scheinen: Er heißt der Alte.

Wie und als: Nach diesen beiden Wörtern steht derselbe Fall wie beim Bezugswort. Er arbeitet als Lehrer (Nominativ, weil er im Nominativ steht), aber ich kenne ihn als Lehrer (Akkusativ, weil ihn im Akkusativ steht).

Apposition: Ein nachgestellter Zusatz übernimmt den Fall des Bezugsworts. Herr Meier, der Vorsitzende, eröffnet die Sitzung steht im Nominativ, weil Herr Meier im Nominativ steht.

Unpersönliche Sätze: In mir ist kalt oder es regnet gibt es kein handelndes Subjekt. Das es ist ein reines Platzhalterwort und trägt keine Bedeutung.

Zeitangaben: Sie stehen im Akkusativ, nicht im Nominativ: Er arbeitete den ganzen Tag. Diese Verwechslung ist selten, aber hartnäckig, weil kein Verb den Fall verlangt.

Nominativ

Der Fall in wissenschaftlichen Arbeiten

In Abschlussarbeiten fällt der Gleichsetzungsnominativ am häufigsten in Definitionen auf: Validität ist ein Gütekriterium. Beide Seiten stehen im ersten Fall, weil das Verb sein sie gleichsetzt.

Bei langen Definitionen geht diese Übereinstimmung leicht verloren, besonders wenn zwischen beiden Teilen ein Einschub steht. Wer den Satz auf sein Grundgerüst kürzt, sieht sofort, ob die Fälle passen.

Ein zweiter Prüfpunkt sind Aufzählungen mit als: bezeichnet als, verstanden als, definiert als. Der Fall nach als richtet sich nach dem Bezugswort, und bei Passivkonstruktionen ist das oft nicht der erwartete.

Ein dritter Prüfpunkt betrifft Aufzählungen. Wenn mehrere Substantive nebeneinanderstehen, muss jedes für sich im richtigen Fall stehen, und bei langen Reihen geht das leicht verloren. Wer die Reihe gedanklich in Einzelsätze zerlegt, sieht sofort, wo ein Glied nicht passt.

Fazit: Nominativ auf einen Blick

Der Nominativ ist der erste Fall und die Grundform. Erfragt wird er mit wer oder was, und im Satz bildet er das Subjekt.

Nach sein, werden und bleiben steht auch die Ergänzung im ersten Fall. Der Satz er ist ein guter Redner ist deshalb richtig, er ist einen guten Redner falsch.

Die Einordnung „Nominativ: der erste Fall mit Fragen und Beispielen“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Zu den übrigen Fällen und Satzgliedern Die vier Fälle, Dativ oder Akkusativ und Satzglieder.

Fälle im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet falsche Kasusformen zuverlässig.

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Häufige Fragen zum Nominativ

Was ist der Nominativ?

Der erste der vier deutschen Fälle und die Grundform jedes Wortes. Erfragt wird er mit wer oder was.

Wie erfragt man den Nominativ?

Mit wer oder was. Beispiel: Der Student schreibt. Wer schreibt? Der Student.

Welche Aufgabe hat der Nominativ im Satz?

Er bildet das Subjekt. Zusätzlich steht nach sein, werden und bleiben auch die Ergänzung in diesem Fall.

Heißt es er ist ein guter Redner oder einen guten Redner?

Ein guter Redner. Nach sein steht die Ergänzung im Nominativ, nicht im Akkusativ.

Welchen Fall verlangt als?

Denselben wie das Bezugswort. Er arbeitet als Lehrer steht im Nominativ, ich kenne ihn als Lehrer im Akkusativ.

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