Gendern Verwandter: geschlechtergerechte Formen
Alle geschlechtergerechten Schreibweisen für Verwandte im Überblick
Gendern Verwandter gelingt durch Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen oder eine geschlechtsneutrale Umschreibung. Weil „Verwandter“ grammatisch ein substantiviertes Adjektiv ist wie „Angestellter“ oder „Vorsitzender“, unterscheidet sich die Bildung der weiblichen Form von klassischen Berufsbezeichnungen: Sie lautet „Verwandte“, nicht „Verwandtin“, denn ein Suffix mit -in existiert bei diesem Wort nicht. Üblich sind die Doppelnennung „der Verwandte oder die Verwandte“, verkürzte Formen wie Verwandte*r, Verwandte:r und Verwandte_r sowie neutrale Alternativen wie „Familienmitglied“. Im Plural ist „die Verwandten“ bereits geschlechtsneutral. Für wissenschaftliche Arbeiten lohnt sich vorab ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule.
Kurz erklärt: Gendern Verwandter
Für gendern Verwandter gibt es mehrere anerkannte Wege: die Doppelnennung beider Formen, verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Grammatisch ist „Verwandter“ ein substantiviertes Adjektiv, ähnlich wie „Angestellter“ oder „Vorsitzender“. Die weibliche Form lautet „Verwandte“, die männliche „Verwandter“, der Artikel bestimmt dabei die passende Endung. Im Plural existiert nur eine gemeinsame Form, „die Verwandten“, die für alle Geschlechter gleichermaßen gilt und keine gesonderte weibliche Pluralform benötigt. Welche Schreibweise im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten ist häufig die Doppelnennung üblich, in Studienarbeiten richtet sich die Wahl meist nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Fachrichtung.

Diese Schreibweisen sind möglich
Für „Verwandter“ stehen folgende Varianten zur Verfügung:
- Doppelnennung: der Verwandte oder die Verwandte (im Plural genügt „die Verwandten“, da diese Form bereits alle Geschlechter einschließt)
- Gendersternchen: Verwandte*r
- Doppelpunkt: Verwandte:r
- Unterstrich (Gender-Gap): Verwandte_r
- Binnen-I: bei diesem Wort unüblich, da anders als bei „StudentIn“ kein Suffix -in existiert
Die verkürzten Formen ersetzen jeweils nur das zusätzliche „r“ der männlichen Endung, denn die weibliche Form „Verwandte“ bildet bereits die grammatische Basis. Wichtig ist dabei, dass sich die Kurzformen ausschließlich auf den Singular beziehen: Ist von mehreren Personen die Rede, genügt die reguläre Pluralform ohne Sonderzeichen, weil sie bereits alle Geschlechter gleichermaßen einschließt und eine zusätzliche Markierung grammatisch überflüssig wäre.
Geschlechtsneutrale Alternativen
Eine brauchbare geschlechtsneutrale Alternative zu „Verwandter“ ist tatsächlich vorhanden, was nicht bei jeder Personenbezeichnung der Fall ist. Geeignet sind die Umschreibung „verwandte Person“ sowie der Sammelbegriff „Familienmitglied“, der ohne männliche oder weibliche Endung auskommt. Auch „Angehörige“ funktioniert in vielen Sätzen als neutraler Ersatz. Im Plural ist ohnehin oft keine gesonderte neutrale Formulierung nötig, da „die Verwandten“ bereits alle Geschlechter umfasst. In offiziellen Dokumenten wie Formularen oder Merkblättern hat sich die Umschreibung mit Familienmitglied bewährt, weil sie kurz, eindeutig und ohne Sonderzeichen auskommt. Wer grundsätzlich neutrale Formulierungen bevorzugt, findet weiterführende Strategien und Beispiele im Beitrag zu gendergerechte Sprache, etwa Umschreibungen mit Partizipien oder Sammelbegriffen für andere Personengruppen.
Beispielsatz aus der wissenschaftlichen Arbeit
Im Fließtext einer Studienarbeit lässt sich die Doppelnennung beispielsweise so einsetzen: „Die befragte Person berichtete, dass der Verwandte oder die Verwandte regelmäßig Unterstützung leistete.“ Für die Kurzform mit Sonderzeichen gilt, bezogen auf eine einzelne Person: „Als Ansprechperson wurde jeweils eine Verwandte*r benannt.“ Da der Plural bei diesem Wort ohnehin geschlechtsneutral ist, genügt dort die einfache Form: „Insgesamt wurden zwölf Verwandte der Studienteilnehmenden befragt.“ Welche Variante passt, hängt von der Zitier- und Schreibkonvention der jeweiligen Hochschule sowie vom Fachbereich ab, weshalb ein Blick in den eigenen Leitfaden vor dem Schreiben sinnvoll ist.

Häufige Fehler beim Gendern Verwandter
Ein verbreiteter Fehler ist die Bildung „Verwandtin“, die es im Deutschen nicht gibt, weil „Verwandter“ kein Suffix mit -in trägt. Ungenau ist zudem die Verwendung von Sonderzeichen im Plural, etwa „Verwandte*rn“ oder „Verwandten*innen“, da die Pluralform „die Verwandten“ bereits alle Geschlechter abdeckt und keine zusätzliche Markierung benötigt. Uneinheitliches Wechseln zwischen Doppelnennung, Sonderzeichen und neutraler Form innerhalb eines Textes wirkt zudem unprofessionell. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt sich daher, vorab die Vorgaben der Hochschule zu prüfen und anschließend konsequent bei einer Variante zu bleiben. Weiterführende Hinweise zum einheitlichen Vorgehen bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit: klare Wahl der Form
Für „Verwandter“ existiert eine ganze Bandbreite geschlechtergerechter Möglichkeiten: die Doppelnennung „der Verwandte oder die Verwandte“, verkürzte Schreibweisen wie Verwandte*r, Verwandte:r und Verwandte_r sowie die neutralen Alternativen „verwandte Person“ und „Familienmitglied“. Da die weibliche Form „Verwandte“ heißt und nicht „Verwandtin“, unterscheidet sich dieses Wort von vielen anderen Personenbezeichnungen. Im Plural ist ohnehin keine zusätzliche Kennzeichnung nötig, da „die Verwandten“ bereits alle Geschlechter umfasst. Entscheidend ist letztlich eine konsequente und einheitliche Anwendung der gewählten Form über den gesamten Text hinweg, abgestimmt auf die jeweiligen Vorgaben von Hochschule, Fachbereich oder Redaktion. Im Zweifel hilft ein kurzer Abgleich mit der Betreuungsperson, bevor die Arbeit final formatiert wird.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Gast gendern, Klient gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.