Gendersternchen: Regeln und Beispiele erklärt

Gendersternchen (Studierende*) richtig nutzen

Lesezeit ca. 3 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Genderformen

Das Gendersternchen (auch „Asterisk") ist die wahrscheinlich verbreitetste Genderschreibweise in deutschen Bachelorarbeiten ab 2018. Es schließt Frauen, Männer und nicht-binäre Personen ein. Geschrieben wird das Sternchen direkt an den Wortstamm: „Student*innen", „Forscher*in", „Lehrer*innenausbildung". Wir zeigen dir, wie du das Sternchen sauber durch die ganze Arbeit ziehst. Diese Anleitung enthält alle Regeln plus Beispiele. Alle Regeln zum Gendersternchen werden hier mit Beispielen erklärt.

Wo kommt das Sternchen hin?

Vor der weiblichen Endung („-in" oder „-innen"):

  • Singular: Student*in, Forscher*in, Lehrer*in
  • Plural: Student*innen, Forscher*innen, Lehrer*innen

Beispielsätze

„Die Studierenden im ersten Semester haben unterschiedliche Lernerfahrungen."

„Lehrer*innen berichten von zunehmendem Druck im Schulalltag."

„Eine Lehrer*in muss flexibel auf neue Herausforderungen reagieren können."

Gendersternchen: Regeln und Beispiele erklärt
Gendersternchen: Regeln und Beispiele erklärt im Überblick.

Sternchen mit Pronomen und Artikeln

Bei Pronomen und Artikeln gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Beide Formen mit Sternchen: „der*die Student*in", „ein*e Lehrer*in"
  • Plural verwenden, der nicht gegendert werden muss: „die Studierenden", „die Lehrenden"

Empfehlung: Wo möglich, Plural mit neutralen Begriffen verwenden – das vermeidet die kompliziertere Singular-Konstruktion.

Sternchen in zusammengesetzten Wörtern

Auch in zusammengesetzten Wörtern: „Lehrer*innenausbildung", „Schüler*innenvertretung". Manche Quellen empfehlen, hier auf neutrale Begriffe umzustellen („Lehrkräfteausbildung").

Wann ist das Sternchen problematisch?

  • Bei seltenen femininen Endungen: „Bauer*in" wirkt ungewohnt, weil die Form selten gebraucht wird.
  • Bei umlautenden Pluralen: „Vater*Mutter" oder „Bruder*Schwester" funktionieren nicht – hier braucht es eine Umschreibung („Eltern", „Geschwister").
  • Bei Funktionsbezeichnungen: „Lehrkraft" ist neutraler als „Lehrer*in" und oft die elegantere Lösung.
Gendersternchen: Regeln und Beispiele erklärt

Hinweis im Vorwort

Beispielsatz für Vorwort oder Methodik: „Diese Arbeit verwendet das Gendersternchen (z. B. Student*innen), um Personen aller Geschlechter sichtbar zu machen. An manchen Stellen werden geschlechtsneutrale Formen wie ‚Studierende' verwendet, wo dies sprachlich passend ist."

Häufige Fehler

  • Sternchen nur an manchen Stellen – inkonsistent.
  • Falsche Stelle: „Studen*tinnen" statt „Student*innen".
  • Sternchen bei Wörtern, wo neutrale Form verfügbar wäre („Studierende" statt „Student*innen").
  • Lange Konstruktionen wie „der*die Studierende*r" – elegantere Lösung suchen.

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Häufige Fragen zum Gendersternchen

Wird das Sternchen gesprochen?

Im Hörtext mit Glottisschlag: „Student | innen" mit kurzer Pause vor „innen". Im Vorlesen ist das gewöhnungsbedürftig, im Lesen aber kein Problem.

Sternchen oder Doppelpunkt – was ist „besser"?

Sternchen schließt non-binäre Personen explizit ein, ist deutlicher sichtbar. Doppelpunkt ist besser für Screenreader und wirkt im Fließtext ruhiger. Beide sind akzeptiert. Welcher passt besser, ist Geschmacksache und Lehrstuhl-Sache.

Sternchen auch im Inhaltsverzeichnis?

Ja, konsequent. Wenn deine Überschriften gegenderte Begriffe enthalten, gehört das Sternchen auch dorthin – sonst wirkt das Verzeichnis inkonsistent.

Akzeptiert die Rechtschreibreform das Sternchen?

Nein – offiziell ist das Sternchen nicht Teil der Rechtschreibreform. Es gilt als sprachpragmatisch akzeptiert, aber nicht als amtliche Schreibweise. In wissenschaftlichen Texten wird es trotzdem oft verwendet.

Wo finde ich Beispielwortlisten?

Online-Wörterbücher wie geschicktgendern.de oder das Genderwörterbuch des Duden bieten geschlechtsneutrale Alternativen für viele Begriffe. Sehr hilfreich beim Schreiben.

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