Gendersternchen: Regeln und Beispiele erklärt
Gendersternchen (Studierende*) richtig nutzen
Das Gendersternchen (auch „Asterisk") ist die wahrscheinlich verbreitetste Genderschreibweise in deutschen Bachelorarbeiten ab 2018. Es schließt Frauen, Männer und nicht-binäre Personen ein. Geschrieben wird das Sternchen direkt an den Wortstamm: „Student*innen", „Forscher*in", „Lehrer*innenausbildung". Wir zeigen dir, wie du das Sternchen sauber durch die ganze Arbeit ziehst. Diese Anleitung enthält alle Regeln plus Beispiele. Alle Regeln zum Gendersternchen werden hier mit Beispielen erklärt.
Wo kommt das Sternchen hin?
Vor der weiblichen Endung („-in" oder „-innen"):
- Singular: Student*in, Forscher*in, Lehrer*in
- Plural: Student*innen, Forscher*innen, Lehrer*innen
Beispielsätze
„Die Studierenden im ersten Semester haben unterschiedliche Lernerfahrungen."
„Lehrer*innen berichten von zunehmendem Druck im Schulalltag."
„Eine Lehrer*in muss flexibel auf neue Herausforderungen reagieren können."
Sternchen mit Pronomen und Artikeln
Bei Pronomen und Artikeln gibt es zwei Möglichkeiten:
- Beide Formen mit Sternchen: „der*die Student*in", „ein*e Lehrer*in"
- Plural verwenden, der nicht gegendert werden muss: „die Studierenden", „die Lehrenden"
Empfehlung: Wo möglich, Plural mit neutralen Begriffen verwenden – das vermeidet die kompliziertere Singular-Konstruktion.
Sternchen in zusammengesetzten Wörtern
Auch in zusammengesetzten Wörtern: „Lehrer*innenausbildung", „Schüler*innenvertretung". Manche Quellen empfehlen, hier auf neutrale Begriffe umzustellen („Lehrkräfteausbildung").
Wann ist das Sternchen problematisch?
- Bei seltenen femininen Endungen: „Bauer*in" wirkt ungewohnt, weil die Form selten gebraucht wird.
- Bei umlautenden Pluralen: „Vater*Mutter" oder „Bruder*Schwester" funktionieren nicht – hier braucht es eine Umschreibung („Eltern", „Geschwister").
- Bei Funktionsbezeichnungen: „Lehrkraft" ist neutraler als „Lehrer*in" und oft die elegantere Lösung.
Hinweis im Vorwort
Beispielsatz für Vorwort oder Methodik: „Diese Arbeit verwendet das Gendersternchen (z. B. Student*innen), um Personen aller Geschlechter sichtbar zu machen. An manchen Stellen werden geschlechtsneutrale Formen wie ‚Studierende' verwendet, wo dies sprachlich passend ist."
Häufige Fehler
- Sternchen nur an manchen Stellen – inkonsistent.
- Falsche Stelle: „Studen*tinnen" statt „Student*innen".
- Sternchen bei Wörtern, wo neutrale Form verfügbar wäre („Studierende" statt „Student*innen").
- Lange Konstruktionen wie „der*die Studierende*r" – elegantere Lösung suchen.
Mehr im Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Konsistenzprüfung ist Standard im professionellen Lektorat.