Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit
Gendern in der Bachelor- und Masterarbeit
Soll ich in meiner Bachelorarbeit gendern – und wenn ja, wie? Diese Frage stellt sich heute fast jede Studierende vor dem Schreibstart. Die Antwort hängt vom Lehrstuhl, vom Fach und manchmal von der persönlichen Haltung ab. Wir zeigen dir die wichtigsten Schreibweisen mit Vor- und Nachteilen – und wie du eine passende Wahl triffst. Diese Hub-Seite bündelt alle Anleitungen rund ums Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Warum überhaupt gendern?
Sprache prägt Denken. Empirische Studien zeigen: Bei Verwendung des generischen Maskulinums (z. B. „der Student") denken Lesende eher an männliche Personen, auch wenn alle Geschlechter gemeint sind. Genderneutrale Formen machen weibliche und nicht-binäre Personen sichtbar. Das ist heute in vielen Fächern wissenschaftlicher Konsens, in anderen nicht.
Übersicht der Genderschreibweisen
Welche Variante passt zu deiner Arbeit?
- Lehrstuhl-Vorgaben prüfen. Manche Hochschulen oder Lehrstühle haben verbindliche Empfehlungen. Schau ins Modulhandbuch oder in den PDF-Leitfaden.
- Fachkonventionen. Sozial- und Geisteswissenschaften nutzen häufiger Sternchen oder Doppelpunkt, technische Fächer oft generisches Maskulinum oder neutrale Begriffe.
- Konsequent durchziehen. Egal welche Form – konsistent durch die ganze Arbeit. Mischen wirkt unprofessionell.
- Im Methodik- oder Vorwort-Teil erklären. Eine kurze Erklärung („Aus Gründen der Lesbarkeit verwendet diese Arbeit ..." oder „Diese Arbeit nutzt das Gendersternchen, um ...") ist Standard.
Häufige Fehler beim Gendern
- Inkonsistent gegendert – mal Sternchen, mal generisches Maskulinum.
- Nur in einigen Kapiteln gegendert.
- Genderform am Lehrstuhl unbeliebt – ohne vorher zu prüfen.
- Lange Doppelnennungen statt neutraler Begriffe („Studentinnen und Studenten" statt „Studierende").
Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Beim professionellen Lektorat prüfen wir auch, ob die Genderform konsistent ist.