Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit
Gendern in der Bachelor- und Masterarbeit
Soll ich in meiner Bachelorarbeit gendern, und wenn ja, wie? Diese Frage stellt sich heute fast jede Studierende vor dem Schreibstart. Die Antwort hängt vom Lehrstuhl, vom Fach und manchmal von der persönlichen Haltung ab. Wir zeigen dir die wichtigsten Schreibweisen mit Vor- und Nachteilen, und wie du eine passende Wahl triffst. Diese Hub-Seite bündelt alle Anleitungen rund ums Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
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Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit: Merkzettel
Das Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, und daneben neutrale Formen, Doppelnennung und Sonderzeichen im Vergleich, der Hinweis auf Duden und Rechtschreibrat sowie 25 Wörter mit neutraler Alternative.
Warum überhaupt gendern?
Sprache prägt Denken. Empirische Studien zeigen: Bei Verwendung des generischen Maskulinums (z. B. „der Student") denken Lesende eher an männliche Personen, auch wenn alle Geschlechter gemeint sind. Genderneutrale Formen machen weibliche und nicht-binäre Personen sichtbar. Das ist heute in vielen Fächern wissenschaftlicher Konsens, in anderen nicht.

Übersicht der Genderschreibweisen
Welche Variante passt zu deiner Arbeit?
- Lehrstuhl-Vorgaben prüfen. Manche Hochschulen oder Lehrstühle haben verbindliche Empfehlungen. Schau ins Modulhandbuch oder in den PDF-Leitfaden.
- Fachkonventionen. Sozial- und Geisteswissenschaften nutzen häufiger Sternchen oder Doppelpunkt, technische Fächer oft generisches Maskulinum oder neutrale Begriffe.
- Konsequent durchziehen. Egal welche Form, konsistent durch die ganze Arbeit. Mischen wirkt unprofessionell.
- Im Methodik- oder Vorwort-Teil erklären. Eine kurze Erklärung („Aus Gründen der Lesbarkeit verwendet diese Arbeit ..." oder „Diese Arbeit nutzt das Gendersternchen, um ...") ist Standard.

Häufige Fehler beim Gendern
- Inkonsistent gegendert, mal Sternchen, mal generisches Maskulinum.
- Nur in einigen Kapiteln gegendert.
- Genderform am Lehrstuhl unbeliebt, ohne vorher zu prüfen.
- Lange Doppelnennungen statt neutraler Begriffe („Studentinnen und Studenten" statt „Studierende").
Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Beim professionellen Lektorat prüfen wir auch, ob die Genderform konsistent ist.
Für die korrekte Schreibweise einzelner Begriffe bietet unser Gender-Wörterbuch eine schnelle Hilfe: Es listet mehr als 250 Berufs- und Personenbezeichnungen alphabetisch auf und zeigt jeweils die passende geschlechtsneutrale Alternative.
Gendern in der Fußnote
Die Fußnote ist kein Sonderraum. Die Form, für die du dich im Fließtext entschieden hast, gilt dort genauso: Wer im Text Studierende schreibt, schreibt es auch in der Anmerkung. Ein Wechsel zwischen Text und Fußnote fällt beim Lesen sofort auf und zählt als Inkonsistenz.
Quellenangaben bleiben davon unberührt. Namen von Autorinnen und Autoren werden so übernommen, wie sie auf der Quelle stehen, und Titel von Büchern oder Aufsätzen werden nicht nachträglich gegendert. Das gilt auch für Körperschaften und Herausgeber.
Der Hinweis auf die gewählte Schreibweise gehört nicht in eine Fußnote auf Seite eins, sondern an eine Stelle, die jede Leserin und jeder Leser findet: ins Vorwort oder in einen kurzen eigenen Abschnitt vor der Einleitung. Eine fertige Formulierung dafür steht in der Vorlage für den Genderhinweis.