Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit

Gendern in der Bachelor- und Masterarbeit

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Bestandteile

Soll ich in meiner Bachelorarbeit gendern – und wenn ja, wie? Diese Frage stellt sich heute fast jede Studierende vor dem Schreibstart. Die Antwort hängt vom Lehrstuhl, vom Fach und manchmal von der persönlichen Haltung ab. Wir zeigen dir die wichtigsten Schreibweisen mit Vor- und Nachteilen – und wie du eine passende Wahl triffst. Diese Hub-Seite bündelt alle Anleitungen rund ums Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.

Warum überhaupt gendern?

Sprache prägt Denken. Empirische Studien zeigen: Bei Verwendung des generischen Maskulinums (z. B. „der Student") denken Lesende eher an männliche Personen, auch wenn alle Geschlechter gemeint sind. Genderneutrale Formen machen weibliche und nicht-binäre Personen sichtbar. Das ist heute in vielen Fächern wissenschaftlicher Konsens, in anderen nicht.

Übersicht der Genderschreibweisen

Welche Variante passt zu deiner Arbeit?

  1. Lehrstuhl-Vorgaben prüfen. Manche Hochschulen oder Lehrstühle haben verbindliche Empfehlungen. Schau ins Modulhandbuch oder in den PDF-Leitfaden.
  2. Fachkonventionen. Sozial- und Geisteswissenschaften nutzen häufiger Sternchen oder Doppelpunkt, technische Fächer oft generisches Maskulinum oder neutrale Begriffe.
  3. Konsequent durchziehen. Egal welche Form – konsistent durch die ganze Arbeit. Mischen wirkt unprofessionell.
  4. Im Methodik- oder Vorwort-Teil erklären. Eine kurze Erklärung („Aus Gründen der Lesbarkeit verwendet diese Arbeit ..." oder „Diese Arbeit nutzt das Gendersternchen, um ...") ist Standard.

Häufige Fehler beim Gendern

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Beim professionellen Lektorat prüfen wir auch, ob die Genderform konsistent ist.

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Häufige Fragen zum Gendern

Muss ich in meiner Bachelorarbeit gendern?

Hängt vom Lehrstuhl ab. Manche verlangen es, andere stellen es frei, wieder andere wollen explizit kein Gendern. Schau in die Vorgaben – wenn nichts dort steht, ist der Hinweis im Vorwort, dass du genderst (oder nicht), professionell.

Welche Form ist 2026 am verbreitetsten?

Sternchen und Doppelpunkt sind aktuell am häufigsten. Sternchen schließt non-binäre Personen explizit ein. Doppelpunkt ist besser für Screenreader. Beide sind im wissenschaftlichen Kontext akzeptiert.

Was sagt der Duden?

Der Duden empfiehlt geschlechtergerechte Sprache, lässt aber die Wahl der konkreten Form offen. Sternchen und Doppelpunkt sind nicht offiziell in der Rechtschreibung, gelten aber als sprachpragmatisch akzeptiert.

Kann ich neutrale Begriffe statt Sternchen nutzen?

Ja, oft die eleganteste Lösung. „Studierende" statt „Student*innen", „Lehrkraft" statt „Lehrer*in". Wenn du konsequent neutrale Begriffe nutzt, brauchst du Sternchen nur an Stellen, wo es keine neutrale Form gibt.

Was, wenn ich aus Überzeugung nicht gendern will?

Solange dein Lehrstuhl es nicht verlangt, bist du frei. Erkläre die Wahl im Vorwort. Wenn dein Lehrstuhl gendern verlangt, bleibt dir keine Wahl – konsequent eine Form wählen.