Gender-Unterstrich richtig schreiben

Gender-Unterstrich (Student_innen) – die politisch geprägte Variante

Lesezeit ca. 2 Min. · zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026 · alle Genderformen

Der Gender-Unterstrich, oft auch „Gender-Gap" (oder „Gender_Gap") genannt, zählt zu den seltener genutzten Genderformen. Seine Wurzeln liegen in der queer-feministischen Sprachdebatte: Die „Lücke" zwischen den Geschlechtern steht bewusst als Raum für non-binäre Identitäten. Auf dieser Seite erfährst du, wie du den Gender-Unterstrich richtig setzt.

Wo steht der Unterstrich?

  • Pluralbeispiele: Student_innen, Forscher_innen, Lehrer_innen
  • Singularbeispiele: Student_in, Forscher_in, Lehrer_in

Beispiele im Satz

„Student_innen benötigen Lernorte und Räume zum Austausch."

„Lehrer_innen führen die Student_innen durch den Lernprozess.“

Vorteile und Nachteile

  • + Nimmt non-binäre Personen durch die „Lücke" explizit auf.
  • + Theoretisch begründete, bewusst gewählte Schreibweise.
  • − Seltenere Nutzung als das Sternchen, wirkt teils „aktivistisch".
  • − An Hochschulen ist die Akzeptanz unterschiedlich.

Wann ist der Unterstrich sinnvoll?

In Gender Studies, Soziologie, Cultural Studies und ähnlichen Fächern passt die queer-theoretische Konnotation gut. In anderen Disziplinen nutzen die meisten das Sternchen oder den Doppelpunkt.

Weitere Optionen findest du im Überblick Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.

Gender-Gap und Lesefluss

Der Gender-Unterstrich, auch Gender-Gap genannt, entstand Anfang der 2000er-Jahre im deutschsprachigen queer-feministischen Diskurs. Anders als das Binnen-I schafft der Unterstrich bewusst eine Lücke: einen Raum für alle, die sich nicht der binären Zuordnung männlich/weiblich unterwerfen wollen.

Er steht zwischen dem Wortstamm und der weiblichen Endung, wie bei Student_innen, Forscher_innen oder Lehrer_innen. Beim Vorlesen macht man meist eine kurze Pause, ähnlich wie beim Gender-Doppelpunkt. In akademischen Texten trifft man den Unterstrich vor allem in den Gender Studies, der Soziologie und der Erziehungswissenschaft an.

Die Lesbarkeit und die Verarbeitung durch Screenreader können je nach verwendeter Schreibweise und Programm unterschiedlich ausfallen.

Für barriereärmere Texte bieten sich möglichst neutrale Formulierungen an. Bei Genderzeichen unterscheiden sich die Anforderungen von Programmen und Empfehlungen.

Frage vorab bei deinem Lehrstuhl nach, ob es feste Regeln gibt, und wende die gewählte Variante dann durchgängig an. Ein ständiger Wechsel zwischen Unterstrich und Sternchen fällt im akademischen Korrektorat der Abschlussarbeit sofort auf und kann als formaler Fehler die Bewertung mindern.

Setzt du den Gender-Unterstrich in einer Bachelorarbeit ein, lohnt sich eine kurze Fußnote oder Vorbemerkung, um deine Wahl zu erklären. Das beugt Missverständnissen beim Korrektor vor und zeigt, dass du die Form bewusst und reflektiert eingesetzt hast.

Das Gender-Wörterbuch führt über 250 Berufs- und Personenbezeichnungen alphabetisch auf und bietet zu jedem Eintrag neutrale Alternativen.

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Häufige Fragen rund um den Gender-Unterstrich

Was ist der Unterschied zwischen Unterstrich und Sternchen?

Beide Schreibweisen schließen inhaltlich alle Geschlechter ein. Der Gender-Unterstrich hat eine queer-politische Prägung, während das Sternchen neutraler und sprachpragmatischer wirkt. Die Wahl hängt vom jeweiligen Fachgebiet und Kontext ab.

Wird der Unterstrich gesprochen?

Ja, mit einer kurzen Pause, ähnlich wie beim Sternchen. Beim Vorlesen klingen beide Varianten fast identisch.

Akzeptieren Lehrstühle den Unterstrich?

Das kommt auf das Fach an. In den Gender Studies ist er häufig zu sehen, in technischen Disziplinen dagegen eher selten. Im Zweifel fragst du am besten beim Lehrstuhl nach, ob du den Gender-Unterstrich hier schreiben darfst und ob die Form akzeptiert wird.

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