Binnen-I in der Schreibweise erklärt
Binnen-I (StudentInnen), ältere Genderform
Das Binnen-I kam als ältere Genderform in den 1980er-Jahren auf. Dieser Beitrag erklärt die Schreibweise. Dabei steht ein großes „I“ im Wortinnern, etwa in „StudentInnen“ als Kurzform für Studentinnen und Studenten. Ob das Binnen-I heute passt, richtet sich nach dem Zweck des Textes und den jeweiligen Vorgaben.
Kostenlos herunterladen
Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit: Merkzettel
Das Binnen-I als ältere Genderform als Thema, neutrale Formen, Doppelnennung und Sonderzeichen im Vergleich als Kern, Duden und Rechtschreibrat als Beleg und 25 Wörter mit neutraler Alternative als Zugabe.
Wie wird das Binnen-I richtig gebildet?
Das Binnen-I wird bei Personenbezeichnungen im Plural verwendet. Es ersetzt in der femininen Pluralendung -innen das i durch ein großes I und fasst so weibliche und männliche Formen in einem Wort zusammen:
- Plural: StudentInnen, ForscherInnen, LehrerInnen
- Das Binnen-I wird vor allem im Plural verwendet.
Vorteile und Nachteile der Schreibweise
- + Die Form fasst weibliche und männliche Pluralformen in einem Wort zusammen.
- + Die Schreibweise ist kurz.
- minus Das Binnen-I deckt lediglich weibliche und männliche Formen ab; weitere Geschlechtsidentitäten sind darin nicht vorgesehen.
- minus Gegenüber anderen Genderzeichen kann die Schreibweise heute als ältere Form wahrgenommen werden.
- minus Die Form entspricht nicht den allgemeinen Rechtschreibregeln.
Beispiele für das Binnen-I im Satz
„Die StudentInnen besuchen die Veranstaltung regelmäßig."
„LehrerInnen berichten von Veränderungen im Schulalltag."
Wann kann man das Binnen-I noch verwenden?
Vor einer wissenschaftlichen Arbeit solltest du klären, welche Schreibweise dein Lehrstuhl, dein Fachbereich oder deine Hochschule vorgibt. Beim Beschreiben älterer Texte kann das Binnen-I sinnvoll sein. In deiner eigenen Arbeit solltest du eine zugelassene Schreibweise konsequent verwenden.
Wenn du Schreibweisen vergleichen möchtest, findest du weitere Möglichkeiten im Überblick Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Dort kannst du prüfen, welche Alternative zum Zweck und zu den formalen Vorgaben deines Textes passt. Kurz gesagt: Das Binnen-I als ältere Genderform fasst weibliche und männliche Formen in einem Wort zusammen. Es ist nicht auf die ausdrückliche Einbeziehung weiterer Geschlechtsidentitäten angelegt. Was eine wissenschaftliche Arbeit als Ergebnis einer Forschungstätigkeit ausmacht, erklärt die Definition wissenschaftliches Arbeiten.
Entstehung und Entwicklung des Binnen-I
Eine frühe belegte Verwendung des Binnen-I findet sich 1981 in einem Buch des Journalisten Christoph Busch. Die Schweizer Wochenzeitung „WOZ“ verwendete die Schreibweise nach eigener Darstellung erstmals 1983, zunächst in einer Anzeige und kurz darauf auch redaktionell. Das Binnen-I wurde danach im deutschsprachigen Raum verwendet. Genderstern und Gender-Doppelpunkt werden in der Schreibpraxis zunehmend genutzt, besonders wenn weitere Geschlechtskategorien angezeigt werden sollen.
Das Binnen-I kann in älteren Texten und in einzelnen Stilrichtlinien vorkommen. Es verbindet weibliche und männliche Formen in einer Kurzschreibung. Gender-Doppelpunkt und Gender-Unterstrich können dagegen anzeigen, dass Geschlecht nicht nur als weiblich oder männlich verstanden wird. Für Bachelorarbeiten und Hausarbeiten sind die Vorgaben von Hochschule, Fachbereich und betreuender Person maßgeblich. Verwende anschließend eine Schreibweise konsequent. Triffst du beim Zitieren älterer Quellen auf ein Binnen-I, bleibt die Schreibweise im wörtlichen Zitat unverändert. Falls es für das Verständnis nötig ist, kannst du in einer Fußnote darauf hinweisen, dass es sich um die Originalschreibweise handelt. So bleibt das Zitat quellengetreu, während die eigene Schreibweise deiner Arbeit weiterhin einheitlich ist.
Für einzelne Berufs- und Personenbezeichnungen bietet dir das Gender-Wörterbuch Unterstützung. Es enthält verschiedene Schreibweisen und geschlechtsneutrale Alternativen. Welche Form geeignet ist, hängt vom Satzkontext und den Vorgaben deines Textes ab.