Binnen-I in der Schreibweise erklärt

Binnen-I (StudentInnen) – ältere Genderform

Lesezeit ca. 3 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Genderformen

Das Binnen-I ist eine ältere Genderform aus den 1980er-Jahren. Es schreibt das große „I" mitten ins Wort: „StudentInnen" für Studentinnen und Studenten zusammen. Heute weniger verbreitet als Sternchen oder Doppelpunkt, in manchen Fächern aber noch akzeptiert.

Wo kommt das Binnen-I hin?

Vor der weiblichen Endung – in Großbuchstabe:

Vor- und Nachteile

Beispielsätze

„Die StudentInnen besuchen die Veranstaltung regelmäßig."

„LehrerInnen berichten von Veränderungen im Schulalltag."

Wann das Binnen-I noch verwenden?

Wenn dein Lehrstuhl es ausdrücklich akzeptiert oder wenn du ältere Texte vergleichst, in denen es vorkommt. In neueren Bachelorarbeiten ist Sternchen oder Doppelpunkt üblicher.

Mehr Optionen findest du im Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.

Geschichte des Binnen-I

Das Binnen-I entstand in den 1980er-Jahren im Kontext der feministischen Linguistik im deutschsprachigen Raum. Erstmals systematisch verwendet wurde es 1981 in der Schweizer Wochenzeitung „WOZ", die damit eine sichtbare, geschlechtergerechte Sprache durchsetzen wollte, ohne lange Doppelnennungen wie „Lehrerinnen und Lehrer" einsetzen zu müssen. In den 1990er- und 2000er-Jahren breitete sich das Binnen-I in Pressetexten, Schulbüchern und Universitäten aus – besonders in Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften. Mit dem Aufkommen von Sternchen und Doppelpunkt seit etwa 2015 verlor es an Bedeutung, weil diese Formen auch non-binäre Identitäten einschließen.

Heute begegnest du dem Binnen-I noch in älteren Lehrbüchern, einigen Behördentexten und an Lehrstühlen, die ihre Stilrichtlinien seit Jahren nicht angepasst haben. Sprachwissenschaftlich gilt das Binnen-I als rein binäre Form, weil es nur die männliche und weibliche Endung sichtbar zusammenführt – eine geschlechtsneutrale Lesart wird allerdings durch die Großschreibung des „I" angedeutet, ähnlich wie beim Gender-Doppelpunkt oder dem Gender-Unterstrich. Für Bachelorarbeiten und Hausarbeiten ist das Binnen-I damit eine zwar bekannte, aber heute eher konservative Wahl. Wer aktuelle Arbeiten verfasst, greift in der Regel auf flexiblere Formen zurück. Eine vollständige Übersicht der Genderoptionen liefert der Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Wenn du in einer aktuellen Arbeit auf das Binnen-I stößt – etwa beim Zitieren älterer Quellen – übernimmst du die Schreibweise im wörtlichen Zitat unverändert, kennzeichnest die Form aber gegebenenfalls in einer Fußnote als Originalschreibweise.

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Häufige Fragen zum Binnen-I

Ist das Binnen-I noch zeitgemäß?

Eher nicht. Sternchen und Doppelpunkt sind heute Standard, weil sie auch non-binäre Personen einschließen. Das Binnen-I bleibt binär.

Akzeptiert die Rechtschreibreform das Binnen-I?

Nein – wie Sternchen und Doppelpunkt ist es nicht offiziell zugelassen, gilt aber als sprachpragmatisch akzeptiert.

Wo wird Binnen-I noch verwendet?

In manchen Behördentexten, älteren Lehrbüchern und einigen Lehrstühlen. Außerhalb dieser Kontexte selten.