Gender-Doppelpunkt richtig anwenden

Gender-Doppelpunkt (Studierende:) richtig nutzen

Lesezeit ca. 4 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Genderformen

Der Gender-Doppelpunkt ist eine etwas neuere Variante (verbreitet ab 2020). Er funktioniert genauso wie das Sternchen, ist aber barriereärmer: Screenreader sprechen den Doppelpunkt als kurze Pause, das Sternchen oft als „Stern". Auch im Schriftbild wirkt der Doppelpunkt ruhiger. Diese Anleitung zeigt alle Regeln mit Beispielen für deine Bachelorarbeit.

Wo kommt der Doppelpunkt hin?

Vor der weiblichen Endung – wie das Sternchen:

Beispielsätze

„Die Forscher:innen haben in ihrer Studie zentrale Erkenntnisse gewonnen."

„Eine Lehrer:in muss flexibel auf neue Herausforderungen reagieren können."

„Schüler:innen profitieren von gut strukturierten Lernumgebungen."

Vorteile gegenüber dem Sternchen

Nachteile

Hinweis im Vorwort

Beispielsatz: „Diese Arbeit verwendet den Gender-Doppelpunkt (z. B. Student:innen), um Personen aller Geschlechter sichtbar zu machen und gleichzeitig Barrierefreiheit für Screenreader zu gewährleisten."

Häufige Fehler

Wenn du dich für den Doppelpunkt entscheidest, halte ihn konsequent durch — alternative Schreibweisen vergleicht der Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Stilbrüche zwischen Kapiteln fallen in der Endkontrolle durch unser professionelles Lektorat auf.

Akzeptanz des Gender-Doppelpunkts an Universitäten

An den meisten deutschsprachigen Hochschulen gilt der Gender-Doppelpunkt inzwischen als zulässige Genderform – wenn auch nicht überall verbindlich. Universitäten wie Hamburg, Köln und Wien haben in eigenen Leitfäden die Verwendung empfohlen, andere wie die Universität Passau überlassen die Wahl ausdrücklich den Studierenden. Wichtig ist, dass du dich vor Beginn deiner Arbeit beim Lehrstuhl oder im Modulhandbuch erkundigst: Manche Prüfungsordnungen verlangen explizit den Verzicht auf Sonderzeichen-basiertes Gendern, andere fordern es ausdrücklich. Wer sich über die Hauspolitik im Unklaren ist, fragt am besten direkt bei der Erstbetreuung nach – das vermeidet böse Überraschungen bei der Bewertung.

Im Vergleich zum Binnen-I und zum Gendersternchen hat der Doppelpunkt zwei wesentliche Vorteile: Er liest sich relativ flüssig, und Screenreader sprechen ihn typischerweise als kurze Pause aus, die einer geschlechtsneutralen Lesart nahekommt. Nachteilig ist, dass er amtlich nicht zugelassen ist – also nicht im offiziellen Regelwerk der Rechtschreibung steht. In der Praxis heißt das: in wissenschaftlichen Arbeiten weitgehend akzeptiert, in Behördentexten dagegen oft nicht. Wenn du dich für den Doppelpunkt entscheidest, halte ihn konsequent durch. Eine Mischung aus Doppelpunkt, Sternchen und neutralen Formulierungen wirkt unprofessionell. Zur Übersicht aller Varianten lohnt der Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Wer den Gender-Doppelpunkt aktiv einsetzen will, dokumentiert die Entscheidung am besten kurz im Methodenteil oder in einer Vorbemerkung. Das macht deine sprachliche Wahl nachvollziehbar und schützt vor dem Vorwurf der Beliebigkeit.

Du willst, dass dein Gender-Doppelpunkt konsequent durch die Arbeit gezogen wird? Lektorat ab 0,29 € pro Normseite.

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Gender-Doppelpunkt

Doppelpunkt oder Sternchen?

Beide sind anerkannt. Doppelpunkt ist barriereärmer (besser für Screenreader), Sternchen schließt non-binäre Personen expliziter ein. Im Zweifel: prüfe Lehrstuhl-Vorgaben und persönliche Präferenz.

Wie lese ich den Doppelpunkt vor?

Mit kurzer Sprechpause: „Student – innen". Wirkt im Vorlesen natürlicher als der Sternchen-Glottisschlag.

Funktioniert der Doppelpunkt im Inhaltsverzeichnis?

Ja, konsequent. Wenn die Überschrift „Student:innen" heißt, steht das auch im Inhaltsverzeichnis.

Was sagen Hochschulen?

Viele Hochschulen empfehlen Doppelpunkt oder Sternchen, manche Universitäten haben offizielle Richtlinien. Prüfe das Modulhandbuch oder die Website deiner Hochschule.

Erkennt der Duden den Doppelpunkt?

Wie das Sternchen: nicht offiziell in der Rechtschreibung, aber als sprachpragmatisch akzeptiert. In wissenschaftlichen Texten weit verbreitet.