Gender-Doppelpunkt richtig anwenden
Gender-Doppelpunkt (Studierende:) richtig nutzen
Der Gender-Doppelpunkt ist eine etwas neuere Variante (verbreitet ab 2020). Er funktioniert genauso wie das Sternchen, ist aber barriereärmer: Screenreader sprechen den Doppelpunkt als kurze Pause, das Sternchen oft als „Stern". Auch im Schriftbild wirkt der Doppelpunkt ruhiger. Diese Anleitung zeigt alle Regeln mit Beispielen für deine Bachelorarbeit.
Wo kommt der Doppelpunkt hin?
Vor der weiblichen Endung – wie das Sternchen:
- Singular: Student:in, Forscher:in, Lehrer:in
- Plural: Student:innen, Forscher:innen, Lehrer:innen
Beispielsätze
„Die Forscher:innen haben in ihrer Studie zentrale Erkenntnisse gewonnen."
„Eine Lehrer:in muss flexibel auf neue Herausforderungen reagieren können."
„Schüler:innen profitieren von gut strukturierten Lernumgebungen."
Vorteile gegenüber dem Sternchen
- Barrierearm – Screenreader machen eine kurze Pause statt „Stern" zu sprechen.
- Im Schriftbild ruhiger als das Sternchen.
- Wirkt für Lesende, die Gendern ablehnen, weniger „aktivistisch".
Nachteile
- Doppelpunkt hat in der Schrift bereits eine andere Bedeutung – kann verwirrend sein, wenn ein Wort am Satzende steht („Die Lehrer:in:").
- Schließt non-binäre Personen weniger explizit ein als das Sternchen.
- Weniger etabliert als das Sternchen, kann konservativer wirken.
Hinweis im Vorwort
Beispielsatz: „Diese Arbeit verwendet den Gender-Doppelpunkt (z. B. Student:innen), um Personen aller Geschlechter sichtbar zu machen und gleichzeitig Barrierefreiheit für Screenreader zu gewährleisten."
Häufige Fehler
- Doppelpunkt mit anderem Doppelpunkt im Satz vermischt – „Studierende: das ist die Frage" wirkt verwirrend.
- Inkonsistente Verwendung mit Sternchen oder Binnen-I.
- Doppelpunkt vergessen in zusammengesetzten Wörtern.
Wenn du dich für den Doppelpunkt entscheidest, halte ihn konsequent durch — alternative Schreibweisen vergleicht der Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Stilbrüche zwischen Kapiteln fallen in der Endkontrolle durch unser professionelles Lektorat auf.
Akzeptanz des Gender-Doppelpunkts an Universitäten
An den meisten deutschsprachigen Hochschulen gilt der Gender-Doppelpunkt inzwischen als zulässige Genderform – wenn auch nicht überall verbindlich. Universitäten wie Hamburg, Köln und Wien haben in eigenen Leitfäden die Verwendung empfohlen, andere wie die Universität Passau überlassen die Wahl ausdrücklich den Studierenden. Wichtig ist, dass du dich vor Beginn deiner Arbeit beim Lehrstuhl oder im Modulhandbuch erkundigst: Manche Prüfungsordnungen verlangen explizit den Verzicht auf Sonderzeichen-basiertes Gendern, andere fordern es ausdrücklich. Wer sich über die Hauspolitik im Unklaren ist, fragt am besten direkt bei der Erstbetreuung nach – das vermeidet böse Überraschungen bei der Bewertung.
Im Vergleich zum Binnen-I und zum Gendersternchen hat der Doppelpunkt zwei wesentliche Vorteile: Er liest sich relativ flüssig, und Screenreader sprechen ihn typischerweise als kurze Pause aus, die einer geschlechtsneutralen Lesart nahekommt. Nachteilig ist, dass er amtlich nicht zugelassen ist – also nicht im offiziellen Regelwerk der Rechtschreibung steht. In der Praxis heißt das: in wissenschaftlichen Arbeiten weitgehend akzeptiert, in Behördentexten dagegen oft nicht. Wenn du dich für den Doppelpunkt entscheidest, halte ihn konsequent durch. Eine Mischung aus Doppelpunkt, Sternchen und neutralen Formulierungen wirkt unprofessionell. Zur Übersicht aller Varianten lohnt der Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Wer den Gender-Doppelpunkt aktiv einsetzen will, dokumentiert die Entscheidung am besten kurz im Methodenteil oder in einer Vorbemerkung. Das macht deine sprachliche Wahl nachvollziehbar und schützt vor dem Vorwurf der Beliebigkeit.