Gender-Schrägstrich richtig anwenden
Gender-Schrägstrich (Student/innen) – traditionelle Form
Der Schrägstrich ist eine traditionelle Form gendergerechter Schreibweise. „Student/innen" oder „Student/in" – die maskuline Form mit Schrägstrich plus weiblicher Endung. Heute weniger verwendet als Sternchen oder Doppelpunkt, in formellen Texten aber noch akzeptiert. Diese Anleitung erklärt, wann du den Schrägstrich noch sinnvoll einsetzen kannst.
Wo kommt der Schrägstrich hin?
- Mit weiblicher Endung: „Student/innen", „Lehrer/in"
- Bei einer ganzen Wortverbindung mit Bindestrich: „der/die Student/in"
Beispielsätze
„Student/innen müssen sich rechtzeitig einschreiben."
„Eine Lehrer/in begleitet den Lernprozess."
Vor- und Nachteile
- + Traditionell, in Behördentexten und älteren Lehrbüchern weit verbreitet.
- + Klar binär-strukturiert, leicht zu lesen.
- − Schließt non-binäre Personen nicht ein.
- − Wirkt heute eher veraltet.
- − Bei Singular oft sperrig: „der/die Student/in".
Wann den Schrägstrich verwenden?
In formellen Texten und Behördenkommunikation, in älteren Fachtraditionen oder wenn Lehrstuhl-Vorgaben es vorgeben. In neueren Arbeiten meist Sternchen oder Doppelpunkt vorzuziehen.
Mehr Optionen findest du im Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Schrägstrich-Form im Behördentext und im Studium
Der Schrägstrich ist eine der ältesten Formen geschlechtergerechter Schreibung im Deutschen. Schon in den 1970er-Jahren tauchte er in Stellenanzeigen und Behördentexten auf – „Lehrer/-in gesucht" oder „Mitarbeiter/innen". Die Form ist amtlich anerkannt und wird im Duden als „Sparschreibung" geführt: Sie spart die ausgeschriebene Doppelnennung, behält aber die geschlechtsspezifischen Endungen. In Behördentexten, Stellenausschreibungen und juristischen Dokumenten ist der Schrägstrich nach wie vor weit verbreitet, weil er als rechtssicher und konservativ gilt.
Im Hochschulkontext begegnet dir der Schrägstrich vor allem in juristischen, betriebswirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Arbeiten. In Geistes- und Sozialwissenschaften gilt er heute oft als veraltet, weil er – wie das Binnen-I – nur binäre Geschlechter abbildet. Auch der Lesefluss leidet, besonders bei zusammengesetzten Begriffen wie „der/die Mitarbeiter/-in". Wer den Schrägstrich verwendet, sollte ihn konsequent einsetzen und nicht mit anderen Formen mischen. Bei der Einzahl wird oft mit Bindestrich kombiniert („Student/-in"), bei Mehrzahl reicht der Schrägstrich („Studenten/innen"). Eine Übersicht aller Optionen findest du im Hub Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit; eine flexiblere, modernere Variante ist der Gender-Doppelpunkt, der auch non-binäre Identitäten einschließt. Vor allem in juristischen Texten ist der Schrägstrich noch heute Standard – wer im Studium juristisch schreibt, sollte die hauseigene Stilrichtlinie kennen, weil dort oft präzise vorgegeben ist, ob mit Bindestrich oder ohne geschrieben wird.