Ebenfalls Synonym: auch, gleichfalls oder desgleichen
Gleichsetzen, nicht anreihen
Ebenfalls setzt zwei Aussagen gleich: Was für das eine gilt, gilt auch für das andere. Darin unterscheidet es sich von den anreihenden Wörtern wie außerdem und zudem, die einen neuen Punkt hinzufügen. „Die erste Gruppe verbesserte sich, die zweite ebenfalls“ sagt, dass beide dasselbe taten. „Die erste Gruppe verbesserte sich, außerdem sank die Fehlerquote“ fügt etwas Neues an. Wer beide verwechselt, behauptet eine Gleichheit, die nicht gemeint war.
Neutral und förmlich
Neutral und in jedem Register brauchbar sind auch, gleichfalls und genauso. Auch ist die knappste Form, hat allerdings drei Funktionen, die auf der Seite zu auch beschrieben sind.
Förmlich wirken desgleichen, ebenso und gleichermaßen. Desgleichen ist ausgesprochen gehoben und begegnet vor allem in älteren Texten. Gleichermaßen betont zusätzlich, dass das Maß dasselbe ist, nicht nur die Tatsache.
Stellung im Satz
Ebenfalls steht meist im Mittelfeld, hinter dem Verb: „Die zweite Gruppe verbesserte sich ebenfalls.“ Diese Stellung ist die unauffälligste und in Fachtexten die häufigste.
Am Satzanfang besetzt es das erste Feld, danach folgt das gebeugte Verb: „Ebenfalls betroffen waren die Erstsemester.“ Diese Stellung betont stärker und wirkt gehoben. Ein Komma nach ebenfalls ist in beiden Fällen falsch.
Die Antwortformel
„Danke, gleichfalls“ ist die etablierte Erwiderung auf einen Wunsch. Mit ebenfalls ist sie ebenso korrekt, klingt aber steifer, weshalb gleichfalls hier üblicher ist.
Falsch ist die Erwiderung auf einen Dank: Auf „Vielen Dank“ antwortet man nicht mit „gleichfalls“, weil man den Dank nicht erwidert, sondern annimmt. Üblich sind „gern“ oder „bitte sehr“, siehe die Seite zu gerne.
In Aufzählungen und Berichten
In Berichten ersetzt ebenfalls die Wiederholung eines ganzen Satzes und ist deshalb ein Sparwort: „Auch der zweite Standort meldete Zuwächse“ braucht keine Wiederholung der Zahlen.
Kritisch wird es, wenn der Bezug unklar ist. „Die Kosten stiegen, die Erträge ebenfalls“ ist eindeutig; „Die Kosten stiegen im ersten Quartal, die Erträge ebenfalls“ lässt offen, ob auch im ersten Quartal oder überhaupt. Wer den Bezug meint, sollte ihn wiederholen.
Grammatik und Schreibung
Ebenfalls wird zusammen- und kleingeschrieben. Die getrennte Form „ebenfalls“ als „eben falls“ existiert nicht. Es ist aus eben und Falls zusammengewachsen, wörtlich also im selben Fall.
Zu unterscheiden ist gleichfalls, das genauso gebildet ist, von „gleich falls“, das es ebenfalls nicht gibt. Beide Wörter sind Adverbien und werden nicht gebeugt.
Abgrenzung zu ebenso
Ebenso betont die Art und Weise: „Sie arbeitete ebenso sorgfältig“ heißt mit derselben Sorgfalt. Ebenfalls betont die Tatsache: „Sie arbeitete ebenfalls sorgfältig“ heißt, dass auch sie sorgfältig war.
Der Unterschied ist fein und wird selten beachtet, in Vergleichen aber erheblich: Ebenso setzt einen Maßstab voraus, ebenfalls nur eine weitere Person oder Sache.
In wissenschaftlichen Texten
In Ergebnisteilen ist ebenfalls nützlich, weil es Wiederholungen vermeidet, ohne einen Zusammenhang zu behaupten: „Der Effekt zeigte sich ebenfalls in der Kontrollgruppe“ stellt beide nebeneinander.
Zu vermeiden ist die Häufung, die entsteht, wenn mehrere Gruppen nacheinander abgehandelt werden. Dann ist eine Tabelle die bessere Form, weil sie die Gleichheit sichtbar macht, statt sie sprachlich zu behaupten. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
In Aufzaehlungen mit mehreren Gliedern ist ebenfalls ungeeignet, weil es jeweils nur auf ein voriges Glied verweist. Wer drei Gruppen gleichsetzen will, schreibt besser „alle drei Gruppen“ oder nennt das gemeinsame Merkmal. Eine Kette aus ebenfalls zwingt Lesende, den Bezug jedes Mal neu zu suchen.
Im Englischen entspricht ebenfalls am ehesten also oder as well, während too eher der gesprochenen Form entspricht. Die deutsche Trennung zwischen gleichsetzendem ebenfalls und anreihendem außerdem gibt es dort nicht in derselben Schaerfe, weshalb Übersetzungen die Unterscheidung oft einebnen.
Zu unterscheiden ist ebenfalls schließlich von ebenda, das in Quellenangaben steht und auf dieselbe Fundstelle verweist. Beide beginnen gleich, haben aber nichts miteinander zu tun: ebenda ist die deutsche Entsprechung von ebd. und gehört in Fußnoten.
In Serienbriefen und automatisierten Mails ist ebenfalls eine häufige Fehlerquelle, weil der Bezug beim Zusammensetzen von Textbausteinen verloren geht. Ein Baustein, der mit „Ebenfalls erhalten Sie ...“ beginnt, setzt voraus, dass davor etwas Passendes stand. Wer Bausteine kombiniert, sollte solche Anschlusswoerter aus den Bausteinen entfernen und die Verbindung einmal am Ende herstellen.
In Protokollen ersetzt ebenfalls die Wiederholung von Abstimmungsergebnissen: „Der zweite Antrag wurde ebenfalls einstimmig angenommen.“ Diese Verwendung ist knapp und eindeutig, solange die Bezugsgroesse unmittelbar davor steht. Über mehrere Absaetze hinweg wird sie unklar.
Was ist der Unterschied zwischen ebenfalls und außerdem?
Ebenfalls setzt zwei Aussagen gleich, außerdem fügt einen neuen Punkt hinzu. Wer sie verwechselt, behauptet eine Gleichheit, die nicht gemeint war.
Antwortet man auf Danke mit gleichfalls?
Nein. Einen Dank erwidert man nicht, sondern nimmt ihn an: gern oder bitte sehr. Gleichfalls ist die Erwiderung auf einen Wunsch, etwa auf „Schönes Wochenende“.
Was ist der Unterschied zwischen ebenfalls und ebenso?
Ebenso betont die Art und Weise und setzt einen Maßstab voraus, ebenfalls nur die Tatsache. „Ebenso sorgfältig“ heißt mit derselben Sorgfalt.