APA zitieren – Anleitung mit Beispielen (APA 7)

APA 7 richtig zitieren – einfach erklärt

Lesezeit ca. 9 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · zurück zum Blog

Du sitzt vor deiner Bachelorarbeit, hast einen schönen Gedanken aufgeschrieben – und merkst dann, dass du eigentlich eine Quelle hattest, die genau das schon sagt. Genau dafür gibt es Zitierregeln. Im deutschsprachigen Raum hat sich neben der „deutschen" Zitierweise mit Fußnoten vor allem das amerikanische APA-System durchgesetzt, vor allem in Psychologie, Wirtschaft, Pädagogik und in vielen Sozialwissenschaften. In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du nach APA 7 sauber zitierst – mit Beispielen, einer Schritt-für-Schritt-Logik und den häufigsten Stolpersteinen, an denen sich Studierende festfahren.

Was ist APA und wann brauche ich es?

APA steht für „American Psychological Association". Der Verband hat 1929 die erste Stilrichtlinie veröffentlicht; aktuell ist die 7. Auflage von 2020. APA ist kein Gesetz, sondern eine Konvention – aber eine, an die sich die meisten internationalen Fachzeitschriften halten. Wenn deine Hochschule oder deine Prüferin einen „APA-Stil" oder „APA 7" verlangt, meint sie genau diesen Standard: kurze Quellenangabe direkt im Text und ein vollständiges Literaturverzeichnis am Ende.

Welche Zitierweise du benutzen sollst, steht meistens im Leitfaden deines Lehrstuhls oder im Modulhandbuch. Bevor du anfängst zu schreiben, lohnt sich ein kurzer Blick: nichts ist ärgerlicher, als zwei Wochen vor Abgabe alle Quellen umformatieren zu müssen, weil dein Lehrstuhl statt APA doch Harvard oder Chicago verlangt. Wenn die Vorgabe APA lautet, gilt seit 2020 verbindlich die 7. Auflage – ältere Anleitungen zur 6. Auflage (siehe weiter unten) haben in einigen Punkten andere Regeln.

Direktzitat im APA-Stil

Ein Direktzitat übernimmt eine Aussage wortwörtlich aus einer Quelle. Es steht in doppelten Anführungszeichen, gefolgt von Autor, Jahr und Seitenzahl in Klammern. Wichtig: Auch ein einziger geänderter Buchstabe ist kein Direktzitat mehr, sondern eine Paraphrase – dann brauchst du keine Anführungszeichen, aber trotzdem die Quellenangabe.

„Lernen findet vor allem dann statt, wenn Lernende emotional involviert sind" (Schmidt, 2022, S. 47).

Schmidt (2022) betont, dass „Lernen vor allem dann statt[findet], wenn Lernende emotional involviert sind" (S. 47).

Bei wörtlichen Zitaten von 40 Wörtern oder mehr nutzt APA 7 ein Block-Zitat: kein Anführungszeichen, eingerückter Absatz, Zitatangabe nach dem Punkt am Ende. Das wirkt im Fließtext schnell schwerfällig – wenn du oft so lange Direktzitate brauchst, ist meist eine Paraphrase die sauberere Lösung.

Paraphrase im APA-Stil

Eine Paraphrase ist eine sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten. APA 7 verlangt grundsätzlich nur Autor und Jahr, eine Seitenzahl ist „encouraged" (empfohlen), aber nicht zwingend. Viele deutsche Hochschulen verlangen sie trotzdem – im Zweifel angeben, dann kann nichts schiefgehen.

Lernen ist besonders wirksam, wenn Lernende emotional beteiligt sind (Schmidt, 2022, S. 47).

Schmidt (2022, S. 47) beschreibt, dass emotional beteiligte Lernende deutlich besser behalten.

Eine gute Paraphrase ändert nicht nur einzelne Wörter, sondern den Satzbau. Wer „Schmidt sagt: Lernen findet statt, wenn …" in „Lernen findet statt, wenn … (Schmidt, 2022)" umschreibt, paraphrasiert nicht – das ist ein verstecktes wörtliches Zitat und wird von Plagiatssoftware in der Regel erkannt. Mehr dazu auch unter Plagiat vermeiden.

Buch zitieren

Bei einem Buch (Monografie) brauchst du Autor, Jahr, Titel kursiv, Auflage (falls nicht erste), und Verlag. Den Verlagsort nennt APA 7 nicht mehr – das ist eine der wichtigsten Änderungen gegenüber APA 6.

Im Text: (Schmidt, 2022)

Im Literaturverzeichnis: Schmidt, A. (2022). Lernen mit Gefühl: Emotion und Kognition im Studium (3. Aufl.). Beltz.

Buchkapitel und Sammelband

Wenn du nur einen einzelnen Beitrag aus einem Sammelband zitierst, gilt die Reihenfolge: Autor des Kapitels, Jahr, Kapitel-Titel, Herausgeber, Buchtitel kursiv, Seitenangabe, Verlag.

Im Text: (Müller, 2021)

Im Literaturverzeichnis: Müller, P. (2021). Selbstreguliertes Lernen. In B. Weber (Hrsg.), Hochschuldidaktik in der Praxis (S. 112–134). Springer VS.

Zeitschriftenartikel zitieren

Beim Zeitschriftenartikel kommt zur Quellenangabe der Zeitschriftenname (kursiv), die Jahrgangs- und Heftnummer und – falls vorhanden – die DOI. APA 7 verlangt die DOI als URL ohne „doi:"-Präfix.

Im Text: (Becker & Klein, 2023, S. 12)

Im Literaturverzeichnis: Becker, L., & Klein, M. (2023). Prüfungsangst im Lehramtsstudium. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 37(1), 5–22. https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000345

Bei zwei Autorinnen verbindet APA mit „&" (im Literaturverzeichnis und in der Klammer im Text), bei drei oder mehr Autoren reicht im Text seit APA 7 die erste Person plus „et al." – früher war das nur ab sechs Autoren der Fall.

Internetquelle zitieren

Internetquellen sind der häufigste Stolperstein. APA 7 unterscheidet zwischen Webseiten ohne festen Autor (z. B. Newsartikel, Behördenseiten) und Beiträgen mit erkennbarem Autor. Wichtig ist: Auch Online-Quellen brauchen ein Datum. Steht keins auf der Seite, schreibst du „n. d." (no date) – aber bei einer wissenschaftlichen Arbeit sollte das die Ausnahme sein.

Im Text: (Statistisches Bundesamt, 2024)

Im Literaturverzeichnis: Statistisches Bundesamt. (2024, 12. März). Bildungsstand der Bevölkerung 2023. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsstand/_inhalt.html

Eine korrekte Internetquelle zu zitieren bedeutet nicht, sie für immer haltbar zu machen – Webseiten ändern sich. APA 7 empfiehlt daher, das Abrufdatum nur dann anzugeben, wenn der Inhalt erkennbar verändert werden kann (z. B. Wikipedia-Artikel). Bei einem stabilen PDF-Bericht oder einer Pressemitteilung mit fixem Datum ist das Abrufdatum nicht nötig.

ChatGPT, Gemini und andere KI-Quellen zitieren

Seit 2023 hat APA eine offizielle Empfehlung zum Umgang mit Chatbots. Die Idee: KI-Antworten sind wie eine persönliche Kommunikation – sie sind nicht reproduzierbar und nicht öffentlich abrufbar. Trotzdem will APA 7 sie zitiert sehen, sobald du dich inhaltlich auf eine KI-Antwort stützt.

Im Text: (OpenAI, 2024)

Im Literaturverzeichnis: OpenAI. (2024). ChatGPT (Version vom 24. Januar 2024) [Großes Sprachmodell]. https://chat.openai.com/

Vorsicht: Eine KI-Quelle ersetzt keine wissenschaftliche Quelle. ChatGPT halluziniert immer wieder Studien, die es nicht gibt – jeder vermeintliche Beleg muss nachträglich gegen die Originalliteratur verifiziert werden. Wer auf der sicheren Seite sein will, lässt seine Arbeit zusätzlich durch einen KI-Detektor prüfen, bevor sie an die Hochschule geht. Hintergrund zur Rechtslage liefert auch das Urteil des VG Kassel zu ChatGPT in der Bachelorarbeit.

YouTube, Podcast und andere Video-Quellen

Bei einem YouTube-Video ist Autor der Kanalname (oder die Person, die hochgeladen hat), gefolgt vom Datum, Titel kursiv, Plattformname und URL.

Im Text: (Maithink X, 2024)

Im Literaturverzeichnis: Maithink X. (2024, 4. Februar). Wie zitiere ich richtig? [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=xxxxxxxxxxx

Podcasts werden ähnlich behandelt: Autor (= Host), Datum, Titel der Folge kursiv, Folgenummer in eckigen Klammern, Name des Podcasts, Plattform, URL.

Social-Media-Posts (X/Twitter, LinkedIn, Instagram)

APA 7 erkennt Social Media als wissenschaftlich zitierfähige Quelle an, sofern die Information öffentlich ist. Im Literaturverzeichnis steht der reale Name (falls bekannt) und der Username in eckigen Klammern. Posts werden mit „[Post]" oder „[Tweet]" markiert.

Im Text: (Lohrer, 2026)

Im Literaturverzeichnis: Lohrer, B. [@korrektur_de]. (2026, 16. März). Das VG Kassel hat entschieden [Post]. LinkedIn. https://www.linkedin.com/posts/...

Das Literaturverzeichnis nach APA 7

Das Literaturverzeichnis steht am Ende der Arbeit, alphabetisch sortiert nach Nachnamen. Bei mehreren Werken einer Autorin sortierst du chronologisch (älteste zuerst). Hängende Einrückung ist Standard: die erste Zeile linksbündig, alle weiteren Zeilen 1,27 cm eingerückt – in Word findest du das unter „Absatz → Sondereinzug → Hängend".

Drei Dinge, die häufig vergessen werden: (1) Bei mehreren Werken pro Autor und Jahr werden die Einträge mit „a", „b", „c" markiert (Schmidt, 2022a). (2) DOIs werden ohne „doi:" geschrieben, dafür mit dem ganzen URL-Präfix („https://doi.org/..."). (3) Verlagsorte sind seit APA 7 weggefallen – wer noch „Berlin: Beltz" schreibt, zitiert nach APA 6.

Word, Citavi und Zotero – welches Tool für APA 7?

Drei verbreitete Werkzeuge nehmen dir das mechanische Formatieren ab. Word hat einen eingebauten Quellenmanager (Reiter „Verweise"), der für eine Hausarbeit reicht; APA 7 ist seit Office 2021 mit dabei, in älteren Versionen oft nur APA 6. Citavi wird an vielen deutschen Unis kostenlos lizenziert und bietet APA 7 nativ; großer Pluspunkt ist die Wissensorganisation mit Zitaten und Tags. Zotero ist Open Source, läuft auf allen Plattformen und hat den genauesten APA-7-Style.

Egal welches Tool: Verlasse dich nicht blind auf den Output. Tools machen vor allem bei deutschen Sammelbänden, Verlagsnamen mit Sonderzeichen und nicht-englischen Zeitschriften Fehler. Eine Stichprobe pro Quellengattung ist Pflicht. Ein professionelles Lektorat oder ein Korrekturlesen Bachelorarbeit umfasst fast immer eine Plausibilitätsprüfung der Zitate.

APA 6 vs. APA 7 – die wichtigsten Änderungen

Wer noch alte Anleitungen findet, sollte aufpassen. Die fünf relevantesten Änderungen seit 2020 sind:

Häufige Fehler beim APA-Zitieren

Aus der Praxis im Lektorat sehen wir vier Klassiker. Wer sie kennt, vermeidet sie.

Mehr typische Stolperfallen findest du auch in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Eine systematische Prüfung deiner Quellen lässt sich gut mit dem Korrekturlesen-Lektorat kombinieren – die Lektorin schaut nicht nur auf Sprache, sondern auch auf formale Konsistenz im Literaturverzeichnis.

Du willst sicher sein, dass deine Quellen sauber sind und kein versehentliches Plagiat übrig ist? Wir bieten Plagiatsprüfung ab 0,29 € pro Normseite und das Kombi-Paket mit dem KI-Detektor ab 0,39 €.

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Häufige Fragen zu APA 7

Wie zitiere ich nach APA 7, wenn der Autor unbekannt ist?

Wenn ein klar erkennbarer institutioneller Autor existiert (Behörde, Unternehmen, Verein), nimmst du diesen als Autor – z. B. „Statistisches Bundesamt". Gibt es wirklich keinen Autor, beginnt der Eintrag mit dem Titel des Werks (kursiv, falls eigenständig erschienen). Im Text steht dann eine gekürzte Form des Titels in Anführungszeichen.

Brauche ich bei einer Paraphrase eine Seitenzahl?

Laut APA 7 ist die Seitenzahl bei Paraphrasen „encouraged", aber nicht verpflichtend. Viele deutsche Lehrstühle verlangen sie trotzdem, weil sie das Nachprüfen erleichtert. Im Zweifel: angeben. Eine Quellenangabe mit Seitenzahl wirkt immer professioneller und schützt dich, falls die Prüferin eine Stichprobe macht.

Wie zitiere ich eine Quelle, die in einer anderen Quelle zitiert wird (Sekundärzitat)?

APA 7 erwartet, dass du nach Möglichkeit immer das Original liest. Geht das nicht (z. B. Originalquelle vergriffen), zitierst du mit „zitiert nach": (Müller, 1980, zitiert nach Schmidt, 2022, S. 47). Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du wirklich gelesen hast – also Schmidt 2022.

Darf ich auch deutsche Quellen mit APA zitieren?

Ja, APA ist sprachneutral. Du nutzt nur die formale Struktur. Verlagsname, Buchtitel und Beitragstitel bleiben in der Originalsprache. Übersetzte Titel sind nicht nötig. Bei deutschen Aufsätzen gibst du auch die DOI an, wenn vorhanden – die meisten deutschen Verlage haben das mittlerweile.

Wie ist das mit „und" oder „&" – wann benutze ich was?

Innerhalb von Klammern und im Literaturverzeichnis schreibst du „&": (Becker & Klein, 2023). Im Fließtext, wenn du die Autoren namentlich nennst, schreibst du das Wort aus: „Becker und Klein (2023) zeigen …". Diese Trennung ist eine der wenigen kleinen Eigenheiten, die APA-Zitate sofort erkennbar machen.

Reicht ein automatischer APA-Generator von Scribbr oder citationmachine?

Für eine schnelle Hausarbeit reicht das oft, für eine Bachelor- oder Masterarbeit eher nicht. Generatoren erfassen Verlagssitze, Sammelbände und nicht-englische Sonderfälle nicht zuverlässig. Du solltest jeden generierten Eintrag mindestens einmal gegen die APA-7-Regeln prüfen – oder die Endprüfung einem Lektorat überlassen.