Zitierweisen im Überblick
Alle Zitierstile auf einen Blick – mit Beispielen
Wenn du eine wissenschaftliche Arbeit schreibst, musst du dich für eine Zitierweise entscheiden – und in fast allen Fällen schreibt dein Lehrstuhl dir das vor. Welche Zitierweise sinnvoll ist, hängt vom Fach, von der Hochschule und manchmal auch von der einzelnen Prüferin ab. Wir geben dir hier einen Überblick über die wichtigsten Zitierstile, die im deutschsprachigen Raum verwendet werden – mit jeweils einer kurzen Erklärung, einem Beispiel und einem Link zur ausführlichen Anleitung.
Welche Zitierweise wann?
Die wichtigste Regel zuerst: Halte dich an die Vorgabe deines Lehrstuhls. Wenn keine Vorgabe existiert (selten), orientierst du dich am gängigen Stil deines Fachs:
- Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften, Wirtschaft: meistens APA 7.
- Geistes- und Kulturwissenschaften, Jura, Geschichte: oft Deutsche Zitierweise (Fußnoten) oder Chicago.
- Naturwissenschaften, Medizin, Pharmazie: häufig Vancouver oder ein hauseigener Stil.
- Technik und Ingenieurwissenschaften: oft IEEE.
- Anglistik, Literaturwissenschaft: häufig MLA.
- Wirtschaft und Politikwissenschaft: teils Harvard, teils APA.
Was du nicht machen solltest: zwei Stile in einer Arbeit mischen. Das fällt sofort auf und kostet Punkte. Wenn dein Lehrstuhl Harvard verlangt, gilt das für jede einzelne Quelle – auch für Internetquellen, KI-Quellen und Social Media. Wer unsicher ist, fragt vor dem Schreiben kurz die Betreuerin – nicht zwei Tage vor Abgabe.
Die wichtigsten Zitierstile im Schnellüberblick
Autor-Jahr vs. Fußnote – die zwei Grundsysteme
Hinter den ganzen Namen verbergen sich nur zwei wirkliche Grundsysteme. Das eine ist das Autor-Jahr-System (Harvard, APA, Chicago Author-Date): Im Text steht eine Kurzangabe in Klammern, am Ende der Arbeit kommt das volle Literaturverzeichnis. Das andere ist das Fußnoten-System (Deutsche Zitierweise, Chicago Notes-Bibliography): Im Text steht eine hochgestellte Zahl, die Fußnote unten enthält die Quelle.
Autor-Jahr (Harvard): Lernen ist besonders wirksam, wenn Lernende emotional beteiligt sind (Schmidt 2022, S. 47).
Fußnote (Deutsch): Lernen ist besonders wirksam, wenn Lernende emotional beteiligt sind.¹
¹ Vgl. Schmidt 2022, S. 47.
Beide Systeme sind gleichwertig. Das Autor-Jahr-System hat den Vorteil, dass die Quelle im Lesefluss sichtbar ist – Fußnoten dagegen unterbrechen den Text weniger und erlauben längere Erläuterungen, die nicht in den Hauptteil passen. Welches System du verwendest, ist Vorgabe deines Lehrstuhls, nicht deine Wahl.
Was alle Zitierweisen gemeinsam haben
Egal welchen Stil du verwendest – drei Dinge gelten immer:
- Jede fremde Idee muss kenntlich sein. Auch Paraphrasen brauchen eine Quelle, nicht nur Direktzitate.
- Konsistenz ist wichtiger als Perfektion. Lieber eine kleine Eigenheit, die durchgehend gleich angewandt wird, als zehn verschiedene Schreibweisen für DOIs.
- Das Literaturverzeichnis muss zu jedem Inline-Verweis einen Eintrag enthalten – und umgekehrt. Nichts darf übrig bleiben oder fehlen.
Wer hier sauber arbeitet, kann sich später viel Stress beim Plagiatscheck sparen. Tools wie unsere Plagiatsprüfung finden vor allem solche Stellen, an denen Zitate vergessen oder unsauber paraphrasiert wurden – also an denen die Zitierregeln nicht durchgehalten wurden.
Zitiergeneratoren und Literaturverwaltung
Ob du Word, Citavi, Zotero oder einen Online-Generator nutzt: Zitiergeneratoren sparen Zeit, machen aber zuverlässig Fehler bei deutschen Sammelbänden, nicht-englischen Zeitschriften und Buchkapiteln. Eine Stichprobenkontrolle pro Quellengattung ist Pflicht. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Zitationsgeneratoren und der allgemeinen Layout- und Zitationsanleitung.
Wenn du dir bei deinen Zitaten unsicher bist
Im Lektorat sehen wir täglich Bachelor- und Masterarbeiten, in denen sprachlich alles passt – aber die Quellen formal inkonsistent sind. Das kostet vermeidbare Punkte. Ein professionelles Lektorat umfasst bei uns immer eine Plausibilitätsprüfung der Zitate: Wir checken, ob jede Inline-Quelle im Literaturverzeichnis auftaucht, ob Sonderfälle (Sammelband, Internetquelle, KI-Quelle) sauber gelöst sind und ob du dich konsistent an einen Stil hältst. In Kombination mit der Plagiatsprüfung bekommst du eine doppelte Absicherung vor der Abgabe.