Whitepaper und Unternehmensstudien lektorieren lassen
Fachliche Substanz und werbliche Absicht auseinanderhalten
Ein Whitepaper hat einen eingebauten Zielkonflikt: Es soll wissenschaftlich wirken und zugleich ein Angebot stützen. Wo die zweite Absicht zu deutlich wird, verliert die Publikation genau die Glaubwürdigkeit, wegen der sie überhaupt erstellt wurde. Fachpublikum erkennt diesen Bruch zuverlässig, und zwar an wenigen typischen Stellen.
Der Bruch zwischen Erhebung und Rahmung
Unternehmensstudien werden meist von Marketing und Fachabteilung gemeinsam verantwortet. Die Fachabteilung liefert Daten, das Marketing die Rahmung. Ohne Abstimmung entsteht ein Dokument, in dem eine vorsichtig formulierte Erhebung mit absoluten Aussagen zusammenfällt.
Konkret sieht das so aus: Der Methodenteil nennt 180 Befragte aus einer Branche, das Fazit spricht von „Unternehmen in Deutschland“. Die Erhebung zeigt eine Tendenz, die Pressemitteilung eine Trendwende. Wir markieren jede Aussage, die über die dargestellten Daten hinausgeht, ohne sie umzuschreiben.

Was im Methodenteil stehen muss
Ein Whitepaper, das Zahlen nennt, braucht einen Methodenteil, auch wenn er kurz ist. Fehlt er, ist die Studie für Fachleser wertlos, unabhängig von der Qualität der Daten.
Wir prüfen auf Vollständigkeit: Erhebungszeitraum, Stichprobengröße, Auswahlverfahren, Erhebungsform und die Grundgesamtheit, auf die sich Prozentwerte beziehen. Der letzte Punkt ist der häufigste Befund: In einer Grafik steht „62 Prozent“, und es bleibt offen, ob sich das auf alle Befragten bezieht oder nur auf die Teilgruppe, die eine Vorfrage bejaht hat.
Grafiken und Quellen
Jede Abbildung braucht Nummer, Beschriftung, Quellenangabe und eine Einführung im Fließtext. Wir gleichen ab, ob die im Text genannten Werte mit der Grafik übereinstimmen, und melden Abweichungen mit Fundstelle.
Bei externen Quellen prüfen wir die formale Vollständigkeit der Angabe, nicht die inhaltliche Aussage. Auffällig häufig fehlt bei zitierten Studien das Erhebungsjahr, wodurch eine sieben Jahre alte Zahl wie ein aktueller Befund wirkt.
Werden mehrere Studien nebeneinandergestellt, kommt ein zweiter Punkt hinzu: Die Erhebungen müssen vergleichbar sein. Zwei Prozentwerte aus unterschiedlichen Grundgesamtheiten in einer Grafik zu zeigen, ist der häufigste Weg, ohne falsche Zahl ein falsches Bild zu erzeugen. Wir melden solche Gegenüberstellungen, damit Sie entscheiden können, ob die Darstellung trägt.

Englische Fassungen und Übersetzungen
Viele Whitepaper erscheinen zweisprachig. Wir lektorieren die englische Fassung mit muttersprachlichen Kräften und prüfen sie auf Wunsch im Abgleich mit der deutschen: gleiche Zahlen, gleiche Einschränkungen, gleiche Aussagen im Fazit.
Gerade Einschränkungen gehen bei Übersetzungen verloren, weil sie im Deutschen oft durch Modalpartikeln ausgedrückt werden, für die es keine direkte Entsprechung gibt. Aus einem „dürfte“ wird dann ein „will“, und aus einer Vermutung eine Behauptung. Für ein Dokument, das Seriosität ausstrahlen soll, ist das der teuerste Übersetzungsfehler überhaupt.
Konditionen
Abgerechnet wird über ein kostenloses Geschäftskonto: Korrektorat ab 1,90 €, Lektorat ab 4,90 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Ab 100 Normseiten je Bestellung greifen Staffelrabatte automatisch, abgerechnet wird per monatlicher Sammelrechnung.
Wir prüfen keine Datenerhebung und rechnen keine Auswertungen nach. Ob eine Methodik trägt, verantwortet Ihre Fachabteilung. Weiterführend: B2B-Konditionen, Geschäftsbericht lektorieren und wissenschaftliche Artikel.