Auch Synonym: Alternativen und die Stellungsregel
Fachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 5. August 2026
Warum die Position von auch den Sinn ändert
Auch kann im Deutschen Verschiedenes ausdrücken: Es kann Gleichartigkeit oder einen Zusatz markieren („Auch sie hat das beobachtet“, „Auch der Preis spricht dafür“) und in Wendungen wie „Auch das noch“ Verstärkung ausdrücken. Ein Synonym für auch ist deshalb nur brauchbar, wenn es dieselbe Bedeutung im jeweiligen Satz übernimmt. Die Stellung gibt oft einen Hinweis darauf, welcher Satzteil hervorgehoben wird; auch kann jedoch nach oder mit Abstand zu seinem Bezugsausdruck stehen. Besonders bei satzfinalem auch entscheiden Betonung und Kontext mit.
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Wortwahl und Synonyme: Merkzettel
Die Synonyme für auch auf der einen Seite, acht schwache Wörter auf der anderen. Für „zeigen“, „wichtig“ und sechs weitere je vier treffende Alternativen mit Bedeutungsunterschied, dazu die Warnung vor Synonymen, die die Aussage verschieben.
Die Alternativen nach Aufgabe
Als gleichsetzende Alternativen zu auch kommen ebenfalls, ebenso, gleichfalls und desgleichen infrage. Ebenfalls und ebenso passen häufig, wenn etwas in gleicher Weise zutrifft. Gleichfalls und desgleichen wirken eher gehoben; ob sie zum Stil eines Textes passen, hängt vom Kontext ab.
Ein anreihendes auch kann je nach Satz durch zudem, darüber hinaus, ferner oder weiterhin ersetzt werden. Die Wörter setzen jedoch unterschiedliche Akzente: weiterhin kann zeitliche Fortdauer ausdrücken, während zudem oder ferner einen zusätzlichen Gesichtspunkt markieren. Prüf daher jeweils, welche Beziehung der Satz ausdrücken soll.
Für das steigernde auch sind sogar und selbst die präzisen Alternativen. „Sogar die Kontrollgruppe zeigte den Effekt“ sagt deutlicher als „Auch die Kontrollgruppe zeigte den Effekt“, dass dieses Ergebnis überrascht. Wer Überraschung meint, sollte sie ausdrücklich benennen, statt die Wirkung dem Leser zu überlassen.

Die Stellungsregel
Auch bezieht sich im Deutschen auf das Satzglied, das ihm folgt. Drei Sätze mit denselben Wörtern:
- „Auch die Studierenden nutzten das Tool.“ Andere nutzten es ebenfalls, hier kommen die Studierenden dazu.
- „Die Studierenden nutzten auch das Tool.“ Sie nutzten noch anderes, das Tool kam dazu.
- „Die Studierenden nutzten das Tool auch.“ Sie taten mit dem Tool noch etwas anderes als nur besitzen.
Alle drei Sätze sind korrekt, keiner ist mehrdeutig, und sie sagen drei verschiedene Dinge. In der Korrekturarbeit ist ein falsch platziertes auch deshalb kein Stilfehler, sondern ein Bedeutungsfehler, der beim Überfliegen nicht auffällt. Beim Überarbeiten hilft die Probe: Streich auch und frag, welches Satzglied den Zusatz eigentlich tragen soll.
Wann auch ersatzlos entfallen kann
Häufiger als ein Synonym braucht auch eine Streichung. Beginnt ein Absatz mit „Auch die Ergebnisse zeigen ...“, ohne dass zuvor andere Ergebnisse standen, ist der Bezug leer und das Wort reines Anschlussgeräusch. Dasselbe gilt für „auch hier“, „auch dies“ und „auch im Folgenden“, wenn der Bezug nicht wirklich existiert. Diese Wendungen entstehen beim Schreiben, weil sie den Übergang bequem machen, und überleben die Überarbeitung, weil sie unauffällig sind. Wie sich solche Muster im Text systematisch finden lassen, zeigt die Füllwörterliste für wissenschaftliche Arbeiten.
Die zweite typische Streichung ist die Doppelung mit einem anreihenden Wort: „Außerdem gilt auch ...“ sagt zweimal dasselbe. Eines von beiden reicht, meist das erste. Auch die Kombination „und auch“ ist in Aufzählungen fast immer verzichtbar.

Feste Fügungen: nicht nur, sondern auch
In festen Fügungen ist auch nicht austauschbar. „Nicht nur ..., sondern auch ...“ ist eine geschlossene Konstruktion: Wer hier ebenfalls oder zudem einsetzt, zerstört sie. Dasselbe gilt für „sowohl ... als auch ...“. Diese beiden Fügungen leisten etwas, das ein einzelnes Verbindungswort nicht kann, nämlich zwei Glieder ausdrücklich als Paar markieren. In Aufzählungen mit mehr als zwei Gliedern sind sie deshalb falsch: „sowohl A als auch B als auch C“ ist keine korrekte Erweiterung.
Eine eigene Bedeutung hat außerdem auch wenn. Es ist konzessiv und heißt obwohl, nicht sogar wenn: „Auch wenn die Stichprobe klein ist, zeigt sich ein Trend.“ Hier lässt sich auch nicht durch ebenfalls ersetzen, sondern die ganze Fügung durch obwohl oder obgleich. Wer nur das auch austauscht, produziert einen Satz, der grammatisch aussieht und keinen Sinn ergibt. Die Regeln zu solchen Verbindungen stehen unter Konjunktionen.
Auch im wissenschaftlichen Text
In Sachtexten ist auch unauffällig und damit erlaubt. Kritisch ist nur die Häufung: Wer in jedem zweiten Satz einen Zusatz anhängt, gliedert nicht, sondern reiht. Eine bessere Lösung ist oft, den Zusatz aufzuwerten und zu benennen: statt „Die Methode ist auch günstig“ etwa „Ein zweiter Vorteil ist der Preis“. Damit entsteht eine Ordnung, die der Leser mitzählen kann. Dieselbe Überlegung gilt für das bewertende wichtig und generell für den Ton wissenschaftlicher Arbeiten, siehe wissenschaftliches Schreiben. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Was ist das beste Synonym für auch?
Das hängt von der Aufgabe ab. Setzt auch zwei Dinge gleich, passt ebenfalls. Reiht es ein weiteres Argument an, passt zudem. Drückt es Überraschung aus, passt sogar. Ein pauschales bestes Synonym gibt es nicht, weil auch drei verschiedene Funktionen hat.
Wo steht auch im Satz?
Direkt vor dem Satzglied, auf das es sich bezieht. „Auch die Studierenden nutzten das Tool“ und „Die Studierenden nutzten auch das Tool“ sind beide korrekt, sagen aber Verschiedenes. Ein verschobenes auch ist ein Bedeutungsfehler, kein Stilfehler.
Kann man auch einfach weglassen?
Oft ja. Fehlt der Bezug, auf den sich auch beziehen müsste, ist das Wort leer und die Streichung die beste Lösung. Auch die Doppelung mit einem anreihenden Wort wie außerdem lässt sich streichen.
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Stand: 5. August 2026korrektur.de. (2026, 5. August). Auch Synonym: Alternativen und Stellungsregel. korrektur.de. https://korrektur.de/auch-synonym
„Auch Synonym: Alternativen und Stellungsregel.“ korrektur.de, 5. Aug. 2026, korrektur.de/auch-synonym. Zugriff 31. Okt. 2026.
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korrektur.de. Auch Synonym: Alternativen und Stellungsregel [online]. 2026 [Zugriff am 31.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/auch-synonym