Im Folgenden groß oder klein schreiben
Substantiviert – deshalb mit großem F
Im Folgenden groß oder klein? Regel und Beispiele geben eine eindeutige Antwort: Richtig ist im Folgenden mit großem F. In dieser Wendung wird das Adjektiv substantiviert. Davon zu unterscheiden ist das kleingeschriebene Adjektiv folgend, wenn es sich direkt auf ein Nomen bezieht. Hier erfährst du, wie du beide Fälle schnell erkennst und Im Folgenden groß oder klein schreiben kannst.
Im Folgenden: großes oder kleines F?
Die korrekte Form lautet im Folgenden. Das F wird großgeschrieben, weil die Wendung ein substantiviertes Adjektiv enthält. Inhaltlich bedeutet sie im nachfolgenden Text. Wer einen Gedankengang, eine Erklärung oder einen neuen Abschnitt ankündigt, kann damit auf das verweisen, was anschließend ausgeführt wird. Die Schreibweise folgt demselben Prinzip wie bei im Übrigen oder des Weiteren: Substantivierte Adjektive beginnen mit einem Großbuchstaben.
Warum steht in im Folgenden ein großes F?
Das Wort Folgenden übernimmt in dieser Form die Aufgabe eines Substantivs. Ausgangspunkt ist das Folgende. Außerdem lässt sich im als Verschmelzung von in dem auflösen. Der darin enthaltene Artikel zeigt, dass danach ein substantiviertes Wort steht. Deshalb lautet der Beispielsatz: Im Folgenden wird der Aufbau erklärt. Die Großschreibung hängt also nicht davon ab, ob die Wendung am Satzanfang steht. Auch mitten im Satz bleibt das F groß.
Wann wird folgend kleingeschrieben?
Als gewöhnliches Adjektiv wird folgend kleingeschrieben: am folgenden Tag, die folgende Seite. In beiden Beispielen beschreibt das Adjektiv ein ausdrücklich genanntes Nomen. Beim ersten Beispiel ist das der Tag, beim zweiten die Seite. Genau diese Ergänzung liefert eine einfache Entscheidungshilfe: Steht nach folgend ein Nomen, bezieht sich das Wort darauf und bleibt klein. In der Wendung im Folgenden fehlt ein solches Bezugswort, weil Folgenden selbst substantiviert ist.
Ähnliche substantivierte Wendungen
Die Großschreibung begegnet auch in im Übrigen, im Allgemeinen, im Wesentlichen und des Weiteren. In allen diesen Wendungen wird ein Adjektiv wie ein Substantiv gebraucht. Der Vergleich hilft beim Korrekturlesen: Wenn du im Folgenden in einer vergleichbaren Funktion verwendest, schreibst du das substantivierte Wort ebenfalls groß. So lässt sich die Regel auf mehrere häufige Formulierungen übertragen.
Häufige Fehler sicher vermeiden
Besonders in wissenschaftlichen Texten erscheint häufig die fehlerhafte Form im folgenden. Dabei wird übersehen, dass nicht ein nachstehendes Nomen beschrieben wird, sondern dass die feste Wendung auf den nachfolgenden Text verweist. Richtig ist deshalb im Folgenden mit großem F. Prüfe im Zweifelsfall, ob du gedanklich in dem Folgenden oder das Folgende einsetzen kannst. Ist das möglich, spricht die Substantivierung für die Großschreibung.
Regel und Beispiele auf einen Blick
Für die schnelle Prüfung eines Satzes reichen diese Kernaussagen:
- Die feste Wendung im Folgenden wird immer mit großem F geschrieben.
- Folgenden ist hier substantiviert und lässt sich auf das Folgende zurückführen.
- Das gewöhnliche Adjektiv bleibt klein, wenn es ein Nomen beschreibt: am folgenden Tag, die folgende Seite.
- Auch im Übrigen, im Allgemeinen, im Wesentlichen und des Weiteren enthalten substantivierte Adjektive.
- Die Großschreibung gilt nicht nur am Satzanfang, sondern überall dort, wo die Wendung auf den nachfolgenden Text verweist.
Weitere vergleichbare Fälle findest du in den Rechtschreibregeln. Dort kannst du die Groß- und Kleinschreibung ähnlicher Ausdrücke nachschlagen. Wenn ein vollständiger Text vor der Abgabe geprüft werden soll, übernimmt das ein professionelles Korrektorat ab 1,90 € pro Seite.