Personalpronomen: Tabelle, Formen und Verwendung
Alle Formen in vier Fällen, die Höflichkeitsform und der Gebrauch
Personalpronomen vertreten Personen und Sachen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Sie gehören zu den häufigsten Wörtern des Deutschen und ändern ihre Form in jedem Fall stark, was sie zu einem verlässlichen Prüfmittel macht: Wer unsicher ist, welcher Fall an einer Stelle steht, ersetzt das Substantiv durch ein Pronomen und hört es sofort. Dazu kommt die Höflichkeitsform Sie, die formal ein Plural ist und in der Rechtschreibung eine eigene Regel trägt.
Personalpronomen: die vollständige Tabelle
| Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ |
|---|---|---|---|
| ich | meiner | mir | mich |
| du | deiner | dir | dich |
| er | seiner | ihm | ihn |
| sie | ihrer | ihr | sie |
| es | seiner | ihm | es |
| wir | unser | uns | uns |
| ihr | euer | euch | euch |
| sie | ihrer | ihnen | sie |

Die Genitivformen und warum sie selten sind
Die Genitivformen meiner, deiner, seiner und ihrer begegnen im heutigen Deutsch kaum noch. Sie stehen nur nach den wenigen Verben und Präpositionen, die den zweiten Fall verlangen.
Beispiele: Wir gedenken ihrer. Er erinnert sich meiner. Beide Sätze sind korrekt und wirken gehoben, weil die Konstruktion aus der Schriftsprache stammt.
Im Alltag treten stattdessen Umschreibungen ein: Wir denken an sie. Er erinnert sich an mich. Diese Formen sind unauffällig und in Gebrauchstexten die bessere Wahl.
Auffällig ist, dass die Genitivformen als einzige nicht als Objekt eines gewöhnlichen Verbs auftreten können. Alle anderen Formen begegnen täglich, diese vier fast nur in festen Wendungen und in gehobener Schriftsprache.
In Wörterbüchern stehen sie trotzdem, weil das System vollständig bleiben soll. Für die Praxis genügt es zu wissen, dass sie existieren und dass ihr Gebrauch heute eine bewusste Stilentscheidung ist.
Die Höflichkeitsform und ihre Schreibung
Die Anrede Sie wird immer großgeschrieben, ebenso Ihnen und Ihr. Sie ist formal ein Plural und verlangt deshalb die Pluralform des Verbs: Können Sie mir helfen?
Das du und seine Formen werden seit der Rechtschreibreform kleingeschrieben. In Briefen ist die Großschreibung wieder zugelassen, aber nicht vorgeschrieben, und beide Varianten gelten als korrekt.
Innerhalb eines Textes sollte nur eine Variante vorkommen. Wer im ersten Absatz Du schreibt und im dritten du, wirkt unaufmerksam, und in Kundenkorrespondenz fällt das auf.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Ihm oder ihn: Ihm ist der Dativ, ihn der Akkusativ. Ich helfe ihm gegenüber ich sehe ihn. Diese Verwechslung ist die häufigste bei Pronomen.
Ihr klein oder groß: In der Höflichkeitsanrede groß (Ihr Schreiben), als Possessivpronomen der dritten Person klein (ihr Schreiben). Der Unterschied ist im Schriftbild klein und in der Bedeutung groß.
Der unklare Bezug: Wenn zwei Substantive im Satz stehen, muss klar sein, worauf sich das Pronomen bezieht. In der Satz die Studie prüft die Theorie, weil sie neu ist bleibt offen, was neu ist.
Es als Platzhalter: In es regnet und es gibt trägt das Pronomen keine Bedeutung. Es kann in Texten oft entfallen, und die Sätze werden dadurch direkter.
Deren und derer: Beides sind keine Personalpronomen, sondern Demonstrativpronomen. Deren verweist zurück, derer voraus: Die Kolleginnen, deren Beiträge vorliegen, gegenüber wir gedenken derer, die fehlen.

Der Gebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten
Die erste Person Singular ist in vielen Fächern unerwünscht. Statt ich habe untersucht ist die vorliegende Arbeit untersucht üblich, und in naturwissenschaftlichen Fächern das Passiv.
Die Konventionen unterscheiden sich stark. In den Geisteswissenschaften ist das ich zunehmend akzeptiert, in der Medizin und den Naturwissenschaften bleibt es die Ausnahme. Der Leitfaden des Fachbereichs geht vor.
Der wichtigste Prüfpunkt ist der Bezug. In langen Sätzen mit mehreren Substantiven verliert ein Pronomen leicht seinen Anker, und in Gutachten wird das regelmäßig angestrichen. Wer im Zweifel das Substantiv wiederholt, verliert nichts außer zwei Wörtern.
Ein weiterer Punkt betrifft das Wir. In Arbeiten mit einer einzelnen Verfasserin oder einem einzelnen Verfasser wirkt es unpassend, weil es eine Gruppe suggeriert. Zulässig ist es dort, wo Lesende einbezogen werden: Wir betrachten zunächst die Ausgangslage.
Ein letzter Prüfpunkt ist der Wechsel. Wer im Methodenteil ich schreibt und in der Diskussion man, wirkt uneinheitlich. Die Wahl sollte einmal getroffen und dann durchgehalten werden.
Fazit: Personalpronomen auf einen Blick
Die acht Formen ich, du, er, sie, es, wir, ihr und sie vertreten Personen und Sachen. Sie ändern ihre Form in jedem Fall und eignen sich deshalb als Kasusprobe.
Die Höflichkeitsform Sie wird immer großgeschrieben, das du klein. Der häufigste Fehler ist ein unklarer Bezug in langen Sätzen.
Im Zusammenhang „Personalpronomen: Tabelle, Formen und Verwendung“ werden die zentralen Punkte gebündelt.
Zu den Fällen und Wortarten Pronomen im Überblick, Dativ und Akkusativ.