Possessivpronomen: Tabelle, Formen und Verwendung

Die Grundformen, ihre Endungen und der Unterschied zwischen ihr

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Possessivpronomen und Possessivartikel wie mein, dein, sein, ihr, unser und euer geben Besitz und Zugehörigkeit an. Vor einem Substantiv stehen sie als Possessivartikel, etwa mein Buch; selbstständig gebraucht heißen sie Possessivpronomen, etwa: Das Buch ist meins. Zwei Punkte bereiten Schwierigkeiten. Erstens ist zu klären, ob sich das Pronomen nach der besitzenden Person oder nach dem besessenen Gegenstand richtet. Zweitens geht es um die Schreibung von ihr, das je nach Bedeutung groß- oder kleingeschrieben wird.

Possessivpronomen: die sieben Grundformen

Orientiert man sich an der besitzenden Person, ergeben sich folgende Basisvarianten: mein (ich), dein (du), sein (er, es), ihr (sie), unser (wir), euer (ihr), ihr (sie im Plural).

Hinzu kommt die Höflichkeitsform Ihr, die immer großgeschrieben wird: Ihr Schreiben, Ihre Anfrage, Ihres Erachtens.

Im Gegensatz dazu richtet sich die Endung nach dem besessenen Gegenstand, also nach dessen Geschlecht, Zahl und Fall. Diese doppelte Abhängigkeit ist ein zentraler Punkt beim Deutschlernen.

Die Endungen der Possessivartikel in der Tabelle

Tabelle: Fall, maskulin, feminin, neutral
FallmaskulinfemininneutralPlural
Nominativmeinmeinemeinmeine
Genitivmeinesmeinermeinesmeiner
Dativmeinemmeinermeinemmeinen
Akkusativmeinenmeinemeinmeine
Possessivpronomen
Possessivpronomen im Überblick.

Doppelabhängigkeit anhand von Beispielen

Der Bruder meiner Schwester. Die Form meiner steht hier im Genitiv Singular Femininum, weil Schwester feminin ist. Die besitzende Person ist die erste Person Singular, also ich; erkennbar ist das am Stamm mein.

Sein Auto und ihre Wohnung. Sein kann sich auf einen Mann oder ein sächliches Bezugswort beziehen, ihre auf eine Frau oder mehrere Personen. Die Endung richtet sich nach Auto (Neutrum) sowie Wohnung (Femininum).

Ihr Bruder. Ohne Kontext ist nicht ersichtlich, ob der Bruder einer Frau, mehrerer Personen oder einer förmlich angesprochenen Person gemeint ist. Beide Formen der dritten Person verwenden dieselbe Schreibung; am Satzanfang ist auch die Höflichkeitsanrede nicht erkennbar.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Ihr klein oder groß: In der Anrede wird Ihr großgeschrieben: Ihr Angebot. Das Possessivpronomen der dritten Person schreibt man klein: ihr Angebot. In Briefen kann auch die vertrauliche Anrede ihr mit ihren Formen großgeschrieben werden.

Euer und eure: Bei der Beugung sind sowohl eure als auch euere möglich: eure Arbeit oder euere Arbeit. Die kürzere Form eure ist verbreitet.

Sein oder ihr im Bezug: Bei Formen der dritten Person richtet sich der Stamm nicht ausschließlich nach dem grammatischen Geschlecht und der Zahl des Bezugsworts. Das Mädchen und seine Freundin ist grammatisch richtig; ihre Freundin folgt dem natürlichen Geschlecht und kann bei größerem Abstand zum Bezugswort meist natürlicher wirken.

Apostroph: Es heißt Peters Buch, nicht Peter's Buch. Diese Form gehört zum Genitiv des Namens und nicht zu den Possessivpronomen, wird aber regelmäßig verwechselt.

Der eigene Gebrauch: Wo möglich, liefert der Nominalgenitiv eine präzisere Angabe als das Pronomen: die Ergebnisse der Studie statt ihre Ergebnisse. Bei mehreren möglichen Bezugspunkten ist dieser Weg die klarere Lösung.

Die selbständige Verwendung

Ohne folgendes Substantiv stehen Possessivpronomen selbstständig: Das ist meins. Deins liegt dort drüben. Ist das eures?

Neben den kurzen Formen gibt es auch Formen mit bestimmtem Artikel: der meine, die deine, das seine.

Eine weitere Variante lautet der meinige beziehungsweise die deinige. Sie gilt als gehoben und veraltend und steht mit Artikel; die Meinigen kann die eigene Familie bezeichnen.

Possessivpronomen

Gebrauch in wissenschaftlichen Arbeiten erklärt

Ein häufiger Fehler ist ein unklarer Bezug. Im Satz „Die Studie prüft die Theorie und bestätigt ihre Annahmen“ bleibt offen, wessen Annahmen gemeint sind.

Eine mögliche Lösung ist ein Substantiv statt eines Pronomens: „Die Studie bestätigt die Annahmen der Theorie.“ Damit ist der Bezug in diesem Beispiel klar.

Auch die Anrede in Briefen und Titelseiten folgt eigenen Regeln. Dort werden Ihr und Ihre großgeschrieben, unabhängig davon, ob das Anredepronomen du im übrigen Dokument klein- oder großgeschrieben wird.

Verweise auf Bilder bilden einen dritten Aspekt: ihre Zeichnung, sein Raster. Meist klärt eine Wiederholung des Substantivs mehr als ein Pronomen über größere Distanzen.

Ein vierter Punkt betrifft feste Wendungen. Meines Erachtens steht ohne nach; mit der Präposition lautet die Form meinem Erachten nach. Die Formulierung nach meinem Erachten ist ebenfalls grammatisch möglich, wirkt aber gehoben.

Fazit: Possessivpronomen auf einen Blick

Die sieben Grundformen mein, dein, sein, ihr, unser, euer und ihr zeigen Besitz oder Zugehörigkeit an. Der Stamm richtet sich nach der besitzenden Person, die Endung nach dem besessenen Gegenstand.

Die Endungen folgen weitgehend dem Muster des unbestimmten Artikels. In der Höflichkeitsanrede wird Ihr großgeschrieben, sonst klein.

Weitere Themen: Wortarten, Personalpronomen, Genitiv und Pronomen im Überblick.

Bezüge im gesamten Dokument gezielt prüfen, damit Pronomen eindeutig bleiben.

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Häufige Fragen zu Possessivpronomen

Was sind Possessivpronomen?

Wörter, die Besitz oder Zugehörigkeit angeben: mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr.

Wonach richtet sich die Endung?

Je nach besessenem Gegenstand, also nach dessen Geschlecht, Zahl und Kasus. Der Wortstamm richtet sich nach der besitzenden Person.

Wann wird ihr großgeschrieben?

In der Höflichkeitsanrede: Ihr Angebot. Als Pronomen der dritten Person klein: ihr Angebot.

Heißt es eure oder euere Arbeit?

Beides ist möglich: eure Arbeit oder euere Arbeit. Die kürzere Form eure ist verbreitet.

Welche Endungen haben Possessivpronomen?

Selbstständig gebrauchte Possessivpronomen richten sich nach Geschlecht, Zahl und Kasus: Nominativ meiner (Maskulinum), meine (Femininum), meines (Neutrum), meine (Plural); Genitiv meines (Maskulinum), meiner (Femininum), meines (Neutrum), meiner (Plural); Dativ meinem (Maskulinum), meiner (Femininum), meinem (Neutrum), meinen (Plural); Akkusativ meinen (Maskulinum), meine (Femininum), meines (Neutrum), meine (Plural).

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