Plural Bildung: alle fünf Endungen mit Regeln
Die fünf Endungen, die Rolle des Umlauts und die Fremdwörter
Die Plural Bildung im Deutschen kennt fünf Endungen: -e, -er, -en, -s und die endungslose Form. Dazu kommt der Umlaut, der bei vielen Wörtern hinzutritt. Anders als im Englischen lässt sich der Plural nicht aus dem Singular ableiten, denn welche Endung ein Wort bekommt, hängt von seinem Geschlecht, seiner Endung und seiner Herkunft ab. Es gibt allerdings verlässliche Teilregeln, die den größten Teil des Wortschatzes abdecken.
Plural Bildung: die fünf Endungen
-e: der Tag, die Tage; das Jahr, die Jahre; der Stuhl, die Stühle. Die häufigste Endung, oft mit Umlaut bei maskulinen Wörtern.
-er: das Kind, die Kinder; das Buch, die Bücher; der Mann, die Männer. Fast immer mit Umlaut, wenn der Vokal umlautfähig ist.
-en: die Frau, die Frauen; die Zeitung, die Zeitungen. Die Standardendung femininer Substantive, nie mit Umlaut.
-s: das Auto, die Autos; das Foto, die Fotos. Vor allem bei Fremdwörtern und bei Wörtern auf Vokal.
Endungslos: der Lehrer, die Lehrer; das Fenster, die Fenster. Bei Wörtern auf -er, -el und -en, teils mit Umlaut: der Vater, die Väter.

Die Teilregeln nach Geschlecht
Feminine Substantive bilden den Plural fast immer auf -n oder -en: die Blume, die Blumen; die Übung, die Übungen. Ausnahmen sind einsilbige Wörter mit Umlaut: die Hand, die Hände.
Maskuline Substantive nehmen meist -e, oft mit Umlaut: der Bericht, die Berichte; der Kopf, die Köpfe. Auf -er, -el und -en bleiben sie endungslos.
Neutrale Substantive nehmen -e oder -er: das Jahr, die Jahre; das Bild, die Bilder. Auf -chen und -lein bleiben sie endungslos: das Mädchen, die Mädchen.
Wörter auf -ung, -heit, -keit, -schaft, -ei sind immer feminin und bilden den Plural auf -en. Das ist eine der wenigen Regeln ohne Ausnahme.
Fremdwörter und ihre Plurale
Aus dem Lateinischen: das Datum, die Daten; das Museum, die Museen; der Modus, die Modi; das Lexikon, die Lexika.
Aus dem Griechischen: das Thema, die Themen; das Schema, die Schemata oder Schemen; das Praktikum, die Praktika.
Aus dem Englischen: meist mit -s, das Team, die Teams; der Computer, die Computer bleibt dagegen endungslos, weil die Endung -er deutsch gelesen wird.
Aus dem Italienischen: das Konto, die Konten; das Cello, die Celli oder Cellos. Bei vielen Wörtern stehen inzwischen beide Formen im Wörterbuch.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Die Datums: Falsch. Der Plural von Datum lautet Daten. Die Form Datums begegnet in Kalendern und ist ein Fehler.
Status: Der Plural lautet ebenfalls Status, nur mit langem u gesprochen. Statusse und Stati sind beide falsch.
Wörter ohne Plural: Milch, Obst, Gepäck, Information im Sinne von Auskunft. Wo ein Plural nötig ist, hilft eine Umschreibung: Informationen ist möglich, Gepäckstücke ebenfalls.
Wörter ohne Singular: Eltern, Leute, Ferien, Kosten, Geschwister. Sie heißen Pluraliatantum und haben keine Einzahlform.
Zwei Plurale mit verschiedener Bedeutung: die Worte (zusammenhängende Rede) gegenüber die Wörter (einzelne Vokabeln); die Bänke (Sitzgelegenheiten) gegenüber die Banken (Geldinstitute).

Der Plural in wissenschaftlichen Arbeiten
Am häufigsten fallen lateinische Fachbegriffe auf. Datum, Modus, Praktikum, Kriterium und Curriculum folgen der lateinischen Beugung, und deutsche Endungen sind dort falsch.
Besonders verbreitet ist der Fehler bei Kriterium. Der Plural lautet Kriterien, die Form Kriteriums oder Kriteriume ist falsch, begegnet aber regelmäßig.
Ein zweiter Punkt betrifft die Genitivform im Plural. Sie ist bei allen Wörtern identisch mit dem Nominativ Plural, nur der Artikel wechselt: der Kriterien, der Daten, der Studien.
Ein dritter Prüfpunkt sind Abkürzungen. Sie bleiben im Plural meist unverändert: die AGB, die CDs. Ein zusätzliches s ist nur bei Abkürzungen üblich, die wie ein Wort gesprochen werden.
Ein letzter Prüfpunkt betrifft Maßangaben. Nach Zahlen bleiben Maßeinheiten im Singular: drei Meter, fünf Kilogramm, zehn Grad. Nur bei Zeiteinheiten und bei Flächenmaßen steht der Plural: drei Wochen, fünf Quadratmeter.
Fazit: Plural Bildung auf einen Blick
Es gibt fünf Endungen: -e, -er, -en, -s und die endungslose Form. Dazu kann ein Umlaut treten.
Feminine Wörter nehmen fast immer -n oder -en, maskuline meist -e mit Umlaut. Lateinische Fachbegriffe folgen ihrer eigenen Beugung: Datum, Daten; Kriterium, Kriterien.
Zu den Formen und Wortarten Deklination, n-Deklination und Substantiv.