Deklination: Beugung von Substantiv, Artikel und Adjektiv
Beugung nach Fall, Zahl und Geschlecht mit Tabellen und Beispielen
Deklination ist die Beugung von Substantiven, Artikeln, Adjektiven und Pronomen. Gebeugt wird nach drei Merkmalen: Fall, Zahl und Geschlecht. Anders als die Konjugation, die nur Verben betrifft, verteilt sich die Deklination auf mehrere Wortarten, und sie arbeiten zusammen: Trägt der Artikel die Information zum Fall bereits, bekommt das Adjektiv eine schwache Endung; fehlt der Artikel, übernimmt das Adjektiv seine Aufgabe. Genau diese Arbeitsteilung ist der Kern des Systems.
Deklination: die drei Merkmale
Gebeugt wird nach Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), nach Numerus (Singular, Plural) und nach Genus (maskulin, feminin, neutral).
Das Genus ist beim Substantiv fest und ändert sich nie. Kasus und Numerus dagegen wechseln je nach Stellung im Satz.
Betroffen sind vier Wortarten: Substantiv, Artikel, Adjektiv und Pronomen. Verben werden nicht dekliniert, sondern konjugiert.

Der bestimmte Artikel in allen Formen
| Fall | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Genitiv | des | der | des | der |
| Dativ | dem | der | dem | den |
| Akkusativ | den | die | das | die |
Starke und schwache Adjektivendungen
Nach dem bestimmten Artikel steht die schwache Endung, weil der Artikel den Fall schon anzeigt: der große Erfolg, des großen Erfolgs, dem großen Erfolg, den großen Erfolg.
Ohne Artikel steht die starke Endung, weil das Adjektiv die Aufgabe übernimmt: großer Erfolg, großen Erfolgs, großem Erfolg, großen Erfolg.
Nach dem unbestimmten Artikel mischt sich beides. Wo ein den Fall zeigt, folgt schwach, wo nicht, folgt stark: ein großer Erfolg, aber eines großen Erfolgs.
Diese Verteilung heißt Monoflexion: Der Fall wird genau einmal angezeigt, nicht doppelt. Wer sie kennt, braucht keine Endungstabelle mehr auswendig.
Praktisch heißt das: Wer den Artikel kennt, kennt die Endung. Steht ein Wort mit klarer Kasusanzeige davor, endet das Adjektiv auf -e oder -en. Steht nichts davor, trägt das Adjektiv selbst die volle Endung des Artikels, also -er, -es, -em oder -en.
Diese eine Regel ersetzt die drei Tabellen, die in Lehrbüchern nebeneinanderstehen. Sie greift bei allen Adjektiven ohne Ausnahme, auch bei substantivierten und bei Partizipien in Adjektivfunktion.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Das Plural-n im Dativ: Es heißt mit den Kindern, nicht mit den Kinder. Diese Endung wird beim schnellen Schreiben regelmäßig vergessen.
Die n-Deklination: Schwache Maskulina tragen in allen Fällen außer dem Nominativ ein n: der Student, des Studenten, dem Studenten, den Studenten. Betroffen sind unter anderem Kollege, Experte, Patient, Doktorand, Herr und Mensch.
Zwei Adjektive nebeneinander: Beide bekommen dieselbe Endung: mit großem persönlichem Einsatz. Die Form mit unterschiedlichen Endungen ist überholt und in Wörterbüchern nicht mehr geführt.
Adjektive nach Zahlwörtern: Nach viele, wenige, einige, mehrere steht die starke Endung: viele gute Gründe. Nach alle und beide steht die schwache: alle guten Gründe.
Substantivierte Adjektive: Sie werden weiter dekliniert wie Adjektive: der Angestellte, ein Angestellter, die Angestellten. Diese Doppelform überrascht regelmäßig, weil das Wort wie ein normales Substantiv aussieht.

Die Beugung in wissenschaftlichen Arbeiten
Am häufigsten fällt die n-Deklination auf. Wörter wie Experte, Proband und Patient begegnen in Methodenteilen ständig, und die Formen ohne n sind ein verbreiteter Fehler.
Ein zweiter Punkt sind lange Nominalketten. Die Untersuchung des Einflusses der neuen Regelung auf die Ergebnisse ist grammatisch richtig und schwer lesbar, weil vier gebeugte Glieder aufeinanderfolgen.
Ein dritter Prüfpunkt betrifft Fachbegriffe aus dem Lateinischen und Griechischen. Sie folgen teils eigenen Mustern: das Lexikon, die Lexika; der Modus, die Modi; das Datum, die Daten. Wer hier eine deutsche Endung anhängt, fällt sofort auf.
Ein vierter Punkt betrifft Abkürzungen und Eigennamen. Abkürzungen bleiben in der Regel unverändert, tragen im Genitiv aber ein s, wenn sie ohne Artikel stehen: des BGB, aber die Vorgaben der DIN. Eigennamen von Firmen und Institutionen folgen dem Genus ihres Grundworts.
Ein fünfter Prüfpunkt sind Aufzählungen mit gemischtem Geschlecht. Wenn nach einem Artikel mehrere Substantive verschiedenen Geschlechts folgen, passt der Artikel nur zum ersten, und der Satz wird formal falsch. Die Lösung ist eine Wiederholung des Artikels: der Umfang und die Struktur, nicht der Umfang und Struktur.
Fazit: Deklination auf einen Blick
Deklination ist die Beugung nach Fall, Zahl und Geschlecht. Betroffen sind Substantiv, Artikel, Adjektiv und Pronomen.
Adjektive stehen schwach nach bestimmtem Artikel und stark ohne Artikel. Im Dativ Plural tritt ein n an das Substantiv.
Weiter zu den Formen im Detail Die vier Fälle, n-Deklination und Adjektive steigern.