Dativ: der dritte Fall mit Fragen und Beispielen
Der Wem-Fall, seine Formen und die Verben, die ihn verlangen
Der Dativ ist der dritte der vier deutschen Fälle und wird mit wem erfragt. Im Satz bezeichnet er meist die Person, der etwas gegeben oder für die etwas getan wird: Ich gebe dem Studenten das Buch. Die Schwierigkeit liegt weniger in den Formen als in der Frage, welches Verb ihn verlangt. Rund vierzig Verben stehen mit dem dritten statt dem erwarteten vierten Fall, und diese Liste ist überschaubar genug, um sie zu kennen.
Dativ: die Definition und die Frage
Man nennt den Dativ auch Wem-Fall oder dritten Fall. Zur Prüfung dient die Frage: Wem?
Beispiel: Ich gebe dem Studenten das Buch. Wem gebe ich das Buch? Dem Studenten. Der Empfänger steht damit im Dativ.
Er fungiert im Satz als Dativobjekt, was oft parallel zum Akkusativobjekt geschieht. Bei dieser Kombination bezeichnet der Dativ den Empfänger, während der Akkusativ die betreffende Sache angibt.

Die Formen mit Artikel und Pronomen
Bestimmter Artikel: dem Studenten, der Studentin, dem Seminar, den Studenten. Im Plural tritt zusätzlich ein n an das Substantiv, wenn es nicht schon eines hat.
Unbestimmter Artikel: einem Studenten, einer Studentin, einem Seminar.
Personalpronomen: mir, dir, ihm, ihr, ihm, uns, euch, ihnen. Diese Formen unterscheiden sich deutlich vom Nominativ und sind deshalb ein guter Prüfpunkt.
Das Plural-n ist vorgeschrieben: den Kindern, den Häusern, den Bäumen. Nur Substantive, deren Plural bereits auf n oder s endet, bleiben unverändert: den Frauen, den Autos.
Verben und Präpositionen mit dem dritten Fall
Verben mit Dativ: helfen, danken, gratulieren, folgen, vertrauen, gehören, gefallen, passen, schmecken, begegnen, zuhören, antworten, widersprechen, entsprechen, ähneln, dienen, drohen, fehlen, glauben, nützen, raten, schaden.
Präpositionen mit Dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von und zu regieren den Dativ. Bei gegenüber, ab, außer und entgegen kann die Verwendung vom Satzbau und der Bedeutung abhängen.
Wechselpräpositionen: Bei der Ortsfrage wo stehen sie mit dem Dativ, bei der Richtungsfrage wohin hingegen mit dem Akkusativ.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Verben mit Dativ statt Akkusativ: Es heißt „Ich helfe ihm“, nicht „Ich helfe ihn“. Dasselbe gilt für danken, folgen, gratulieren und vertrauen.
Kein persönliches Passiv: Bleibt das Objekt im Dativ, gibt es keine Form wie „er wird geholfen“. Richtig ist „ihm wird geholfen“.
Das Plural-n: Es heißt mit den Kindern, nicht mit den Kinder. Diese Endung wird beim schnellen Schreiben oft vergessen, besonders bei Substantiven mit Umlaut im Plural.
Wechselpräpositionen: Ich stelle das Buch auf den Tisch (wohin, Akkusativ). Das Buch liegt auf dem Tisch (wo, Dativ). Die Wahl des Kasus hängt hier von der Bedeutung der Präpositionalgruppe ab.
Wegen mit Genitiv: Im geschriebenen Standarddeutsch steht wegen meist mit dem Genitiv: wegen des Wetters. Bei bestimmten Formen und im mündlichen Sprachgebrauch kommt auch der Dativ vor.

Der dritte Fall in wissenschaftlichen Arbeiten
In Abschlussarbeiten sollte besonders das Plural-n geprüft werden. Die Formulierung „in den vorliegenden Studie“ ist fehlerhaft; richtig heißt es „in den vorliegenden Studien“.
Verben, die den Dativ regieren, sind ein weiterer Prüfpunkt. Entsprechen und widersprechen verlangen den dritten Fall: Das entspricht den Vorgaben.
Ein weiterer Prüfpunkt sind Wechselpräpositionen in Verweisen: in der Tabelle (wo) im Unterschied zu in die Tabelle (wohin). Der Kasus richtet sich danach, ob ein Ort oder eine Richtung gemeint ist.
Beim vierten Punkt geht es um Aufzählungen nach einer Präposition. In der Verbindung mit den Ergebnissen, den Grenzen und den offenen Fragen trägt jedes Element das Plural-n.
Punkt fünf betrifft die Abfolge zweier Objekte. Stehen Dativ und Akkusativ nebeneinander, ist die Reihenfolge von Satzbau und Betonung abhängig. Häufig steht das Nomen im Dativ vor dem Akkusativ: Ich gebe dem Studenten das Buch. Sind beide Objekte Pronomen, lautet die übliche Reihenfolge: Ich gebe es ihm.
Fazit: Dativ auf einen Blick
Der Dativ ist der dritte Fall und wird mit „wem?“ erfragt. Im Satz bezeichnet er meist den Empfänger.
Mehrere Verben verlangen den Dativ statt des Akkusativs, darunter helfen, danken und folgen. Im Plural tritt meist ein n an das Substantiv: den Kindern.
Der Überblick „Dativ: der dritte Fall mit Fragen und Beispielen“ ordnet das Thema vollständig ein.
Ergänzende Informationen finden sich unter Dativ oder Akkusativ, Genitiv sowie Die vier Fälle.