Akkusativobjekt: Definition, Frage und Beispiele

Die Kontrollfrage, transitive Verben und die Umwandlung ins Passiv

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Ein Akkusativobjekt ist die Ergänzung eines Verbs im vierten Fall, erfragt mit wen oder was: Ich lese das Buch. Es ist der Normalfall unter den Objekten, denn die meisten deutschen Verben verlangen es. Verben mit dieser Ergänzung heißen transitiv, und nur sie lassen sich ins persönliche Passiv setzen. Damit ist das Akkusativobjekt nicht nur ein Satzglied, sondern zugleich der Prüfstein für eine ganze Verbklasse.

Akkusativobjekt: die Definition und die Frage

Ein Akkusativobjekt ist ein Satzglied im vierten Fall. Die Kontrollfrage lautet: Wen oder was?

Beispiel: Sie schreibt einen Bericht. Was schreibt sie? Einen Bericht. Damit ist einen Bericht ein Akkusativobjekt.

Bezeichnet wird damit, was von der Handlung unmittelbar betroffen ist. Deshalb heißt der Fall auch Wenfall und die Ergänzung gelegentlich direktes Objekt.

Transitive Verben und das Passiv

Verben mit dieser Ergänzung heißen transitiv. Nur sie bilden ein persönliches Passiv: Der Bericht wird geschrieben.

Bei der Umwandlung wird aus der Ergänzung das Subjekt im ersten Fall. Das ursprüngliche Subjekt entfällt oder tritt mit von hinzu: Der Bericht wird von ihr geschrieben.

Verben ohne diese Ergänzung heißen intransitiv. Sie bilden nur ein unpersönliches Passiv: Es wird geholfen. Eine Form er wird geholfen gibt es nicht.

Diese Probe ist das verlässlichste Mittel, um beide Gruppen zu unterscheiden. Wer unsicher ist, versucht das Passiv: Gelingt es mit persönlichem Subjekt, lag die Ergänzung im vierten Fall vor.

Akkusativobjekt
Akkusativobjekt im Überblick.

Die Stellung im Satz

Im Hauptsatz steht die Ergänzung hinter dem Verb: Ich lese das Buch. Bei Umstellung rückt das Subjekt hinter das Verb: Heute lese ich das Buch.

Steht daneben eine Ergänzung im dritten Fall, gilt bei Substantiven die Folge dritter vor viertem und bei Pronomen die umgekehrte: Ich gebe dem Kollegen das Buch, aber ich gebe es ihm.

Zur Hervorhebung kann die Ergänzung an den Satzanfang rücken: Das Buch habe ich gelesen. Diese Umstellung ist grammatisch möglich und betont das Vorangestellte.

Verben mit fester Präposition

Viele Verben verlangen ein Objekt mit fester Präposition: sich beziehen auf, hinweisen auf, warten auf, denken an, sich erinnern an. Bei allen genannten steht der vierte Fall.

Diese Verbindungen heißen Präpositionalobjekte. Sie lassen sich nicht mit wen oder was erfragen, sondern nur mit der Präposition: worauf beziehst du dich?

Die Präposition ist fest und nicht ableitbar. Warten auf, denken an und sich freuen über tragen alle den vierten Fall, während sich freuen auf ebenfalls möglich ist und etwas anderes heißt: über Vergangenes, auf Künftiges.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Den oder dem: Der vierte Fall heißt den, der dritte dem. Ich sehe den Kollegen gegenüber ich helfe dem Kollegen.

Die n-Deklination: Schwache Maskulina tragen im vierten Fall ein n: Ich frage den Studenten, den Experten, den Herrn. Die Form ohne n ist falsch.

Nach sein und werden: Dort steht kein Objekt, sondern eine Gleichsetzung im ersten Fall: Er ist ein guter Redner.

Zeit- und Maßangaben: Sie stehen ebenfalls im vierten Fall, sind aber keine Objekte: Er arbeitete den ganzen Tag. Der Unterschied zeigt sich im Passiv, das hier nicht möglich ist.

Verben mit zwei Ergänzungen im vierten Fall: Nur wenige, darunter lehren, nennen und kosten: Das kostet ihn den Ruf. Diese Konstruktion ist selten und wird oft für falsch gehalten.

Akkusativobjekt

Der vierte Fall in wissenschaftlichen Arbeiten

Weil das Passiv in Fachtexten verbreitet ist, wandern diese Ergänzungen häufig in den ersten Fall. Die Daten wurden erhoben ist die Passivform von man erhob die Daten.

Diese Umwandlung ist unauffällig, verschweigt aber die handelnde Person. In Methodenteilen gehört sie genannt, und dort ist die aktive Form deshalb oft besser.

Ein zweiter Prüfpunkt ist die n-Deklination. Proband, Experte und Patient tragen im vierten Fall ein n, und diese Endung wird regelmäßig vergessen.

Ein dritter Punkt betrifft Verben mit Präposition. Sich beziehen auf, hinweisen auf und verweisen auf verlangen den vierten Fall, und die Form mit dem dritten ist ein verbreiteter Fehler.

Fazit: Akkusativobjekt auf einen Blick

Ein Akkusativobjekt ist die Ergänzung im vierten Fall, erfragt mit wen oder was. Die meisten Verben verlangen es.

Verben mit dieser Ergänzung heißen transitiv und bilden ein persönliches Passiv. Bei der Umwandlung wird aus der Ergänzung das Subjekt.

Im Zusammenhang „Akkusativobjekt: Definition, Frage und Beispiele“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

Passend dazu diese Seiten Akkusativ, Dativobjekt und Passiv und Aktiv.

Fälle im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet falsche Objektformen zuverlässig.

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Häufige Fragen zum Akkusativobjekt

Was ist ein Akkusativobjekt?

Die Ergänzung eines Verbs im vierten Fall, erfragt mit wen oder was: Ich lese das Buch.

Was bedeutet transitiv?

Ein Verb mit Ergänzung im vierten Fall. Nur transitive Verben bilden ein persönliches Passiv.

Wie prüfe ich, ob eine solche Ergänzung vorliegt?

Mit der Passivprobe. Gelingt das Passiv mit persönlichem Subjekt, lag sie vor.

Sind Zeitangaben Objekte?

Nein. Sie stehen im vierten Fall, lassen sich aber nicht ins Passiv setzen und sind deshalb keine Objekte.

Welche Verben haben zwei Ergänzungen im vierten Fall?

Nur wenige, darunter lehren, nennen und kosten: Das kostet ihn den Ruf.

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