Akkusativ: der vierte Fall mit Fragen und Beispielen

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 14. Oktober 2026

Der Wen-Fall, seine Formen und die Präpositionen, die ihn verlangen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Der Akkusativ ist der vierte der vier deutschen Fälle und wird mit wen oder was erfragt. Er ist der häufigste Objektfall: Viele transitive Verben verlangen ein Akkusativobjekt; welcher Fall steht, richtet sich jedoch nach der Rektion des Verbs. Ich lese das Buch. Praktisch fällt er bei bestimmten Artikeln kaum auf, weil sich im Singular nur die maskuline Form vom Nominativ unterscheidet. Genau daraus entsteht der häufigste Fehler: Wer den und dem verwechselt, wählt den falschen Fall.

Vorschau der ersten Seite: Präpositionen und ihr Fall: MerkzettelVorschau der ersten Seite

Kostenlos herunterladen

Präpositionen und ihr Fall: Merkzettel

Der Akkusativ als vierter Fall und die Frage dahinter: welcher Fall nach welcher Präposition? Die Übersicht führt Dativ, Akkusativ und Genitiv auf, dazu die Wechselpräpositionen mit der Wo-oder-wohin-Probe, Beispiele inklusive. Wo die Umgangssprache abweicht, steht es dabei.

Alle Merkzettel und Lernkarten ansehen

Akkusativ: Definition und passende Frage

Der Akkusativ heißt auch Wen-Fall. Bei Akkusativobjekten hilft die Leitfrage: Wen oder was?

Beispiel: Ich lese das Buch. Was lese ich? Das Buch. „Das Buch“ ist hier das Akkusativobjekt.

Ein Akkusativobjekt kann von einem Verb verlangt sein; andere Verben verlangen etwa den Dativ, eine Präpositionalgruppe oder keine Ergänzung.

Akkusativ
Akkusativ im Überblick.

Formen bei Artikel und Pronomen

Bestimmter Artikel: den Studenten, die Studentin, das Seminar, die Studenten. Nur die maskuline Singularform weicht hier vom Nominativ ab; alle anderen genannten Formen entsprechen ihm.

Indefinite Bestimmungswörter: einen Studenten, eine Studentin, ein Seminar.

Personalpronomen: mich, dich, ihn, sie, es, uns, euch, sie. Der Kontrast zum Nominativ zeigt sich klar und ist ein guter Kontrollpunkt.

Bei definiten Artikeln zeigt sich die Differenz primär im maskulinen Singular. Personalpronomen haben dagegen eigene Akkusativformen.

Präpositionen plus Zeitangaben

Präpositionen mit Akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um, bis, wider.

Wechselpräpositionen: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Bei Wechselpräpositionen steht der Akkusativ meist für das Ziel einer Bewegung; der Dativ bezeichnet einen Ort, auch den Ort einer Bewegung.

Zeitangaben ohne Präposition können im Akkusativ stehen: Er arbeitete den ganzen Tag. Sie kam jeden Morgen. In diesen Beispielen ist die Zeitangabe kein Akkusativobjekt, sondern eine adverbiale Angabe.

Maß- und Dauerangaben können ebenso im Akkusativ stehen: Das Paket wiegt ein Kilogramm. Der Vortrag dauerte eine Stunde.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Kontrast zwischen den und dem: Beim bestimmten maskulinen Artikel steht im Akkusativ „den“ und im Dativ „dem“. Man erkennt den Herrn, hilft allerdings dem Herrn. Beide Formen werden leicht miteinander verwechselt.

Bei sein und werden: Hier gehört der Nominativ hinein, nicht der vierte Fall. Korrekt heißt es: Er ist ein guter Redner. Unrichtig wäre: Er ist einen guten Redner.

Wechselpräpositionen: Der Akkusativ bezeichnet das Ziel einer Bewegung: Man legt das Buch auf den Tisch. Der Dativ bezeichnet einen Ort, auch wenn dort Bewegung stattfindet: Das Buch liegt auf dem Tisch.

Die n-Deklination: Maskulina mit schwacher Flexion enden im Akkusativ Singular auf -n oder -en. Beispiele: Ich sehe den Studenten, den Kollegen, den Herrn. Häufig fehlt diese Endung in fehlerhaften Formen.

Ohne mit Akkusativ: Im Standarddeutschen sagt man ohne den Bericht, nicht ohne dem Bericht.

Akkusativ

Der vierte Fall in wissenschaftlichen Arbeiten

Wissenschaftliche Abschlussarbeiten sollten die n-Deklination berücksichtigen. Substantive wie Student, Doktorand, Experte, Kollege und Patient haben außerhalb des Nominativs Singular die Endung -n oder -en.

Bei einem Verweis auf den Ort einer Abbildung heißt es „in der Abbildung“. „In die Abbildung“ bezeichnet dagegen eine Bewegung oder Richtung, etwa beim Einfügen eines Elements.

Ein dritter Prüfpunkt betrifft Passivkonstruktionen. Das Objekt des Aktivsatzes wird im Passiv zum Subjekt und wechselt damit vom vierten in den ersten Fall: „Man untersuchte die Daten“ wird zu „Die Daten wurden untersucht“.

Bei Wendungen wie „für drei Teilnehmende“ oder „gegen zwei Einwände“ bestimmt die Präposition den Kasus der gesamten Nominalgruppe. Wenn die Form im Plural nicht sichtbar markiert ist, lässt sich der Kasus oft über die Präposition erkennen.

Ein fünfter Punkt betrifft Verben mit zwei Akkusativen. Nur wenige verlangen sie, darunter lehren, nennen und kosten: Das kostet ihn den Ruf. Diese Konstruktion ist korrekt.

Fazit: Akkusativ auf einen Blick

Akkusativobjekte erkennt man an der Frage „wen oder was?“. Außerdem kann der Akkusativ in adverbialen Angaben auftauchen.

Bei bestimmten Artikeln weicht im Singular die maskuline Akkusform vom Nominativ ab. Präpositionen wie durch, für, gegen, ohne und um stehen mit dem Akkusativ.

Der Artikel erklärt den Akkusativ mit Fragen und Beispielen.

Weitere Informationen finden sich unter Dativ, Dativ oder Akkusativ und Die vier Fälle.

So zitierst du diese Seite

Stand: 14. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 14. Oktober). Akkusativ erklärt: Der vierte Fall im Deutschen. korrektur.de. https://korrektur.de/akkusativ

Prüfen Sie die Verwendung der Kasus im gesamten Text.

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Akkusativ

Was ist der Akkusativ?

Der Akkusativ steht an vierter Stelle unter den vier deutschen Fällen. Für Akkusativobjekte gilt die Frage „wen oder was?“, zudem findet er sich in adverbialen Angaben wieder.

Welche Präpositionen verlangen den Akkusativ?

Präpositionen mit festem Akkusativ sind durch, für, gegen, ohne, um, bis und wider. Bei entlang entscheidet die Stellung über den Kasus. Bei Richtungsangaben steht nach Wechselpräpositionen meist der Akkusativ.

Was ist der Unterschied zwischen den und dem?

Beim bestimmten Artikel im Maskulinum Singular lautet der Akkusativ „den“, der Dativ „dem“. Gegenüberstellung: Ich sehe den Mann, doch ich helfe dem Mann.

Warum heißt es ich sehe den Studenten?

Das Substantiv „Student“ gehört zur n-Deklination. Diese Substantive erhalten in allen Fällen außer dem Nominativ Singular die Endung -n oder -en; bei „Student“ lautet sie -en.

In welchem Fall stehen Zeitangaben ohne Präposition?

Häufig im Akkusativ: Er arbeitete den ganzen Tag. Hier ist die Zeitangabe eine adverbiale Bestimmung und kein vom Verb benötigtes Akkusativobjekt.

Unsere Partner