Adjektive mit Akkusativ einfach erklärt

Liste Adjektive mit Akkusativ einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Adjektive mit Akkusativ kommen in zwei unterschiedlichen Konstruktionen vor: mit einer Akkusativergänzung oder mit einer adverbialen Mengen- beziehungsweise Größenangabe.

Die zentrale Regel: Adjektiv und Akkusativ

Unter der Überschrift „Adjektive mit Akkusativ“ stehen zwei verschiedene Konstruktionen. Zum einen kann ein Adjektiv eine Akkusativergänzung bei sich haben. Zum anderen kann bei einem Adjektiv eine Mengen- oder Größenangabe im Akkusativ stehen.

Die Quelle nennt für Akkusativergänzungen nur eine kleine Gruppe von Adjektiven. Dazu gehören los, gewohnt und leid. Die Ergänzung kann Personen oder Sachen betreffen. Im Satz „Mia ist den alten Koffer los“ ist „den alten Koffer“ die Akkusativergänzung. Die Frage „Was ist Mia los?“ zeigt diese Satzstelle.

Auch die Formen mit gewohnt und leid lassen sich so am Satz markieren: In „Wir sind den frühen Arbeitsbeginn gewohnt“ steht „den frühen Arbeitsbeginn“ im Akkusativ. In „Er ist den Lärm leid“ hat „den Lärm“ dieselbe Form. Damit werden diese beiden im Quellenbeleg genannten Adjektive mit einer Akkusativergänzung gezeigt.

Im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht wird daneben gelegentlich ein anderer Fall unter dieser Überschrift behandelt: ein adverbialer Akkusativ mit Mengen- oder Größenangabe. In „Der Flur ist einen Meter breit“ ist „einen Meter“ eine Größenangabe; breit ist das Adjektiv.

Die Satzfunktionen sind daher zu unterscheiden. Bei „Mia ist den Koffer los“ ergänzt der Akkusativ das Adjektiv los. Bei „Der Flur ist einen Meter breit“ steht der Akkusativ für eine Größenangabe. Beide Sätze enthalten einen Akkusativ, aber nicht dieselbe Konstruktion.

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So lässt sich die Satzfunktion am Satz erkennen

Für die Satzanalyse wird zwischen Akkusativergänzung und adverbialem Akkusativ unterschieden. Diese Gegenüberstellung ergibt sich aus dem Quellenbeleg. Zuerst lässt sich das Adjektiv markieren; anschließend kann die Akkusativgruppe der passenden Konstruktion zugeordnet werden.

Im Satz „Endlich sind wir den alten Vertrag los“ ist los das Adjektiv. „Den alten Vertrag“ steht im Akkusativ. Die Frage „Was sind wir los?“ führt zu dieser Wortgruppe. Sie ist hier die Akkusativergänzung.

Ein weiteres Beispiel lautet: „Die Geschwister sind den langen Schulweg gewohnt.“ Das Adjektiv lautet gewohnt, die Gruppe „den langen Schulweg“ steht im Akkusativ. Der Satz zeigt die im Quellenbeleg aufgeführte Verbindung von gewohnt mit einer Akkusativergänzung.

Auch leid kann so untersucht werden: „Sie ist den Streit leid.“ Leid ist das Adjektiv; „den Streit“ ist die Akkusativgruppe. Damit ist die Form und Funktion dieser Ergänzung im Satz sichtbar.

Anders ist „Die Brücke ist einen Meter breit“. Breit ist das Adjektiv. „Einen Meter“ beantwortet die Frage nach der Breite und gibt eine Größe an. Deshalb ordnet der Quellenbeleg diese Form als adverbialen Akkusativ ein, nicht als Akkusativergänzung.

Bei einer solchen Mengen- oder Größenangabe ist der Akkusativ erkennbar, wenn die Zahl eins enthalten ist. In „Der Flur ist einen Meter breit“ ist die Akkusativform sichtbar. In „Der Flur ist zwei Meter breit“ ist sie an der Mengenangabe nicht sichtbar. Der Vergleich betrifft nur diese Erkennbarkeit der Form.

Die Quelle führt außerdem alt bei Mengen- oder Größenangaben im Akkusativ an. „Das Kind wird einen Monat alt“ verbindet „einen Monat“ mit alt. Auch hier wird die Akkusativgruppe als Mengen- oder Größenangabe behandelt.

Drei analysierte Beispiele

Beispiel 1: „Nach dem Umzug sind wir den alten Schrank los.“ Das Adjektiv „los“ steht mit der Akkusativergänzung „den alten Schrank“. Die Frage „Was sind wir los?“ zielt auf genau diese Wortgruppe. Der Akkusativ bezeichnet hier eine Sache und erfüllt die Funktion einer Ergänzung zum Adjektiv.

Beispiel 2: „Mara ist den täglichen Lärm leid.“ Das Adjektiv „leid“ wird durch „den täglichen Lärm“ ergänzt. Die Wortgruppe nennt die Sache, die Mara leid ist. Das Beispiel bildet damit die im Quellenbeleg genannte Verbindung aus „leid“ und Akkusativergänzung nach, verwendet aber einen eigenständig formulierten Satz.

Beispiel 3: „Der Holztisch ist einen Meter breit.“ Das Adjektiv „breit“ beschreibt die Größe des Tisches. „Einen Meter“ ist eine Größenangabe im Akkusativ und beantwortet die Frage „Wie breit ist der Holztisch?“ Die Funktion ist daher adverbial. Sie unterscheidet sich von der Ergänzung in „den alten Schrank“ bei „los“.

Ein zusätzlicher Vergleich macht die Form sichtbar: „Der Holztisch ist zwei Meter breit.“ Die Angabe „zwei Meter“ gehört weiterhin zur Größenbeschreibung. Anders als bei „einen Meter“ zeigt ihre Form den Akkusativ jedoch nicht sichtbar. Der Vergleich belegt damit den Unterschied zwischen grammatischer Funktion und äußerlich erkennbarer Form.

Für die Anwendung im eigenen Text genügt bei diesen Beispielen eine begrenzte Analyse. Markiere das Adjektiv, bestimme die angeschlossene Wortgruppe und stelle anschließend die passende Frage. Führt die Frage nach der betroffenen Person oder Sache zu einer Ergänzung des Adjektivs, liegt die im Quellenbeleg beschriebene Akkusativergänzung vor. Fragt der Satz nach einer Menge oder Größe, prüfe die Einordnung als adverbialer Akkusativ.

Grenzen der Einordnung

Die Quelle beschreibt ausdrücklich, dass es nur sehr wenige Adjektive mit einer Akkusativergänzung gibt. Deshalb darf aus einzelnen Beispielen keine umfangreiche allgemeine Liste abgeleitet werden. Sicher belegt sind in dem vorliegenden Quellenbeleg die Adjektive „los“, „gewohnt“ und „leid“.

Ebenso darf der Ausdruck „Adjektive mit Akkusativ“ nicht ohne Einordnung verwendet werden. Im Unterricht Deutsch als Fremdsprache werden gelegentlich auch adverbiale Akkusative mit Mengen- oder Größenangabe und Adjektiv unter dieser Überschrift behandelt. Diese fachliche Einordnung ist an den genannten Unterrichtskontext gebunden.

Eine Größenangabe mit „breit“ ist nicht dasselbe wie eine Akkusativergänzung mit „los“. Bei „Der Weg ist einen Meter breit“ wird die Größe erfragt. Bei „Wir sind den Winter los“ wird nach der Sache gefragt, von der jemand los ist. Die beiden Satzfunktionen müssen daher getrennt geprüft werden.

Die sichtbare Kasusform darf ebenfalls nicht überbewertet werden. Bei einer Angabe mit „einen Meter“ ist der Akkusativ erkennbar. Bei „zwei Meter“ ist er an der Form nicht erkennbar. Daraus darf keine Behauptung über nicht belegte Zahlen, weitere Adjektive oder andere Konstruktionen entstehen.

Der Quellenbeleg nennt außerdem „alt“ mit einer Mengen- oder Größenangabe in „Das Baby wird einen Monat alt“ sowie „dick“ in einem begonnenen weiteren Beispiel. Da der vorliegende Auszug dieses weitere Beispiel nicht vollständig enthält, wird daraus hier keine zusätzliche Aussage abgeleitet. Für weitere Adjektive oder Bedeutungen wäre eine Prüfung des vollständigen Fachbelegs erforderlich.

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Kurzcheck für die eigene Satzanalyse

  1. Adjektiv markieren: Suche zuerst das Adjektiv, das mit der fraglichen Wortgruppe verbunden ist. Im Quellenbeleg sind dafür unter anderem „los“, „gewohnt“, „leid“, „breit“ und „alt“ belegt.
  2. Wortgruppe bestimmen: Prüfe, ob eine Person oder Sache als Ergänzung erscheint oder ob eine Mengen- beziehungsweise Größenangabe vorliegt.
  3. Frage bilden: Bei „los“ führt die Frage „Was sind wir los?“ zur Akkusativergänzung. Bei „breit“ fragt man nach der Größe, etwa „Wie breit ist der Weg?“
  4. Funktion benennen: Ordne die Wortgruppe entweder als Akkusativergänzung zum Adjektiv oder als adverbialen Akkusativ mit Mengen- beziehungsweise Größenangabe ein.
  5. Form prüfen: Bei „einen Meter“ ist der Akkusativ an der Form erkennbar. Bei „zwei Meter“ ist er an der Form nicht erkennbar. Beziehe diese Beobachtung nicht auf weitere, im Quellenbeleg nicht geprüfte Formen.
  6. Grenze beachten: Verwende keine lange Liste vermeintlicher Adjektive mit Akkusativ, wenn dafür kein direkter Beleg vorliegt. Sicher geprüft werden können hier „los“, „gewohnt“ und „leid“ für Akkusativergänzungen sowie die genannten Größenangaben mit „breit“ und „alt“.
  7. Eigenes Ergebnis formulieren: Schreibe abschließend den Satz, das Adjektiv, die fragliche Wortgruppe und ihre Funktion getrennt auf. So bleiben belegte Regel, Satzfunktion, Beispiel und Grenze unterscheidbar.

Passende nächste Schritte

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Liste Adjektive mit Akkusativ einfach erklärt

Was bedeutet „Adjektiv mit Akkusativ“?

Damit können zwei Konstruktionen gemeint sein: ein Adjektiv mit Akkusativergänzung oder ein Adjektiv mit einem adverbialen Akkusativ als Mengen- beziehungsweise Größenangabe.

Welche Adjektive mit Akkusativergänzung nennt die Quelle?

Im vorliegenden Quellenbeleg werden „los“, „gewohnt“ und „leid“ genannt.

Was ist der Unterschied zwischen „los“ und „breit“?

Bei „los“ bezeichnet der Akkusativ eine Ergänzung zum Adjektiv. Bei „breit“ bezeichnet die Akkusativgruppe eine Größe, etwa „einen Meter“.

Warum ist der Akkusativ bei „einen Meter“ erkennbar?

Die Quelle stellt „einen Meter“ dem Beispiel „zwei Meter“ gegenüber und beschreibt nur bei der Form mit der Zahl eins eine erkennbare Akkusativform.

Ist jede Größenangabe mit einem Adjektiv eine Akkusativergänzung?

Nein. Der Quellenbeleg unterscheidet die Akkusativergänzung bei „los“ vom adverbialen Akkusativ bei einer Größenangabe wie „einen Meter breit“.

Wie prüfe ich einen eigenen Satz?

Markiere das Adjektiv, bestimme die angeschlossene Wortgruppe, bilde die passende Frage und entscheide anschließend zwischen Akkusativergänzung und adverbialem Akkusativ.

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