Bestimmter Artikel: Formen, Regeln und Beispiele

Die Formen in allen Fällen, die Verschmelzungen und der Gebrauch

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Der bestimmte Artikel lautet der, die, das und bezeichnet etwas Bekanntes oder bereits Erwähntes: Ich habe den Bericht gelesen. Er kann Genus, Numerus und Kasus einer Nominalgruppe anzeigen; auch Adjektive werden im Deutschen nach diesen Kategorien flektiert. Nach ihm steht ein attributives Adjektiv häufig mit schwacher Endung: die erledigte Arbeit. Die Tabelle der Deklination enthält 16 Paradigmenstellen, aber nur sechs verschiedene Wortformen: der, die, das, des, dem und den.

Die Formen in der Tabelle

Tabelle: Fall, maskulin, feminin, neutral
FallmaskulinfemininneutralPlural
Nominativderdiedasdie
Genitivdesderdesder
Dativdemderdemden
Akkusativdendiedasdie

Wozu er im Satz dient

Ein bestimmter Artikel kann Genus, Numerus und Kasus einer Nominalgruppe anzeigen.

Der Artikel liefert in vielen Nominalgruppen wichtige Informationen. Das folgende Adjektiv steht nach ihm häufig mit schwacher Endung.

Darüber hinaus kann er einen Referenten als bekannt oder im Kontext identifizierbar kennzeichnen. Damit hilft er, bereits Eingeführtes von Neuem zu unterscheiden.

Bestimmter Artikel
Bestimmter Artikel im Überblick.

Wann er steht

Bekanntes: Bereits erwähnt oder aus der Situation bekannt. Beispielsweise: Ich schrieb einen Bericht. Nun liegt der Bericht bereit.

Einmaliges im jeweiligen Kontext: die Sonne, der Mond, der Bundeskanzler, die Erde. Der Artikel kann auf einen im Kontext eindeutig bestimmbaren Referenten verweisen.

Superlative: Beispiele sind der längste Bericht und das beste Ergebnis. In solchen Nominalgruppen steht häufig ein bestimmter Artikel; die Vergleichsmenge ergibt sich aus dem Kontext.

Bei Ordnungszahlen stehen häufig Formen wie der erste Versuch und das dritte Kapitel.

Wie Verschmelzungen mit Präpositionen aussehen

Präposition und Artikel verschmelzen häufig: im (in dem), am (an dem), beim (bei dem), vom (von dem), zum (zu dem), zur (zu der), ins (in das), ans (an das), aufs (auf das).

Solche Kontraktionen sind standardsprachlich. Ob die verschmolzene oder die getrennte Form passt, hängt vom Satz und von einer möglichen Betonung des Artikels ab.

Die getrennte Form kann passend sein, wenn der Artikel betont oder kontrastiert wird: Ich gehe zu dem Arzt, den du empfohlen hast.

Auch vor einem Relativsatz kann die getrennte Form passend sein: in dem Umfang, in dem die Regel gilt.

Wann er entfällt

Bei Eigennamen: Viele Personen- und Ortsnamen stehen ohne Artikel, etwa Peter kommt oder Berlin ist groß. Andere Namen verlangen einen Artikel; bei Personennamen kommen regional auch Formen wie der Peter vor.

Bei allgemein gemeinten Stoffbezeichnungen im allgemeinen Sinn: Wasser kocht unter Normaldruck bei 100 Grad. Gemeint ist die Substanz insgesamt, nicht eine einzelne Portion.

Bei Berufs- und Nationalitätsangaben: Er ist Lehrer. Sie ist Österreicherin. Mit einem Adjektiv steht in der Regel ein Artikel: Er ist ein guter Lehrer.

Listen und Titel: Dokumentation, Analyse, Zusatzmaterial. Solche verkürzten Formen sparen Platz und sind gängig.

Bestimmter Artikel

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Artikel bei Ländernamen: Die meisten stehen ohne Artikel (Deutschland, Frankreich), einige mit (die Schweiz, die Türkei, der Iran, die Niederlande). Diese Gruppe ist zu lernen.

Aufs und auf das: Beide Formen sind möglich. Die getrennte Form kann den Artikel besonders hervorheben.

Umgangssprachliche Verschmelzungen: Formen wie aufm, unterm und übern sind umgangssprachlich. In formellen Texten sind die ausgeschriebenen Formen meist die passendere Wahl.

Der Artikel bei Jahreszahlen: Möglich sind im Jahr 2026 und, je nach Satz, auch in 2026. Ohne Präposition heißt es schlicht 2026.

Zweifacher Artikel: Die Wortfolge „in das der Bericht“ ist in diesem Zusammenhang ungrammatisch. Welche Form richtig ist, ergibt sich aus der vollständigen Nominalgruppe und dem Satz.

Der bestimmte Artikel in wissenschaftlichen Arbeiten

Fachliteratur verlangt Präzision bei der Entscheidung zwischen dem bestimmten Artikel und dem Nullartikel. „Die Daten“ kann auf eine im Text bestimmte Datenmenge verweisen; ob „Daten“ ohne Artikel generisch gemeint ist, ergibt sich aus dem Kontext.

Gerade in methodischen Abschnitten ist dieser Unterschied wichtig. Wer von Daten spricht, kann Daten allgemein meinen. Wer von den Daten spricht, verweist dagegen auf eine im Text bestimmte Datenmenge.

Eine weitere Ebene bilden Querverweise. In Formulierungen wie „in der Tabelle“, „in Abbildung 3“ und „auf Seite 12“ kann der Artikel je nach Bezug und Stilkonvention stehen oder entfallen. Eine bloße Nummer entscheidet darüber nicht.

Ein dritter Prüfpunkt sind Überschriften. Ob dort ein Artikel steht, richtet sich nach der Formulierung und gegebenenfalls nach den Vorgaben des Inhaltsverzeichnisses.

Fazit: bestimmter Artikel auf einen Blick

Mit der, die und das markiert der bestimmte Artikel Bekanntes und kann Geschlecht, Zahl und Fall anzeigen. Die Tabelle zeigt die Formen in vier Fällen.

Man verwendet ihn etwa bei bekannten oder im Kontext eindeutig bestimmbaren Referenten sowie häufig bei Superlativen und Ordnungszahlen. Verschmelzungen wie im, zum und ins sind standardsprachlich.

Die Beispiele erläutern die Regeln zum bestimmten Artikel im Gesamtzusammenhang.

Ergänzende Informationen finden sich unter Unbestimmter Artikel, Deklination und Präpositionen mit Dativ.

Unser Lektorat prüft Artikel und Fälle im gesamten Dokument und kann auf Genusfehler hinweisen.

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Häufige Fragen zum bestimmten Artikel

Wie lauten die Formen des bestimmten Artikels?

Im Nominativ stehen der, die, das und im Plural die. Die weiteren Formen zeigt die Tabelle für alle vier Fälle.

Sind Verschmelzungen wie im und zum korrekt?

Ja, sie sind standardsprachlich. Formen wie aufm und unterm sind umgangssprachlich; in formellen Texten sind ausgeschriebene Formen meist passender.

Wann steht kein Artikel?

Ein Artikel kann etwa bei vielen Eigennamen, bei Stoffbezeichnungen im allgemeinen Sinn, bei Berufsangaben ohne Adjektiv und in Aufzählungen entfallen. Entscheidend ist jeweils der Satzkontext.

Welche Länder tragen einen Artikel?

Mit Artikel stehen zum Beispiel die Schweiz, die Türkei und die Niederlande. Viele Ländernamen stehen ohne Artikel; bei einigen Namen sind beide Formen möglich.

Heißt es in 2026 oder im Jahr 2026?

Beides ist möglich: im Jahr 2026 und, je nach Satz, in 2026. Ohne Präposition heißt es schlicht 2026.

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