Präpositionen mit Dativ: Liste, Regeln und Beispiele
Die feste Liste, die Wechselpräpositionen und die Verschmelzungen
Präpositionen mit Dativ bilden eine überschaubare, feste Gruppe: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu und einige weitere. Anders als bei den Präpositionen mit Genitiv gibt es hier kaum Schwankungen, denn diese Wörter gehören zum ältesten Bestand der Sprache. Die eigentliche Schwierigkeit liegt woanders: bei den neun Wechselpräpositionen, die je nach Frage den dritten oder den vierten Fall verlangen, und bei den Verschmelzungen wie im, zum und beim.
Die feste Liste
Mit konsequentem Dativ stehen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Diese sieben decken den größten Teil des Gebrauchs ab.
Dazu zählen außerdem: ab, außer, entgegen, entsprechend, gegenüber, gemäß, nebst, samt, zufolge, zuliebe, zuwider.
Ein geläufiger Merkspruch fasst sieben zentrale Präpositionen zusammen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Er wird seit Generationen im Deutschunterricht verwendet und deckt in der Praxis fast alle Fälle ab.
Manche seltenen Präpositionen folgen dem Bezugswort: dem Bericht zufolge, der Anweisung entgegen, dem Kind zuliebe. In dieser Stellung ist der Dativ zwingend.

Neun Wechselpräpositionen
An, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen akzeptieren beide Kasusformen, abhängig vom Kontext.
Wo verlangt den dritten Kasus: Das Buch liegt auf dem Tisch. Ich arbeite im Büro. Der Schrank steht neben der Tür.
Wohin erfordert den vierten Kasus: Ich lege das Buch auf den Tisch. Ich gehe ins Büro. Ich stelle den Schrank neben die Tür.
Kurz gesagt: Standort erfordert Dativ, Bewegungsziel Akkusativ. Gerade für Fremdsprachenlernende stellt dies die komplexeste Passage der Deklination dar.
Verwendung von Verschmelzungen
Präposition und Artikel gehen häufig zusammen: im (in dem), am (an dem), beim (bei dem), vom (von dem), zum (zu dem), zur (zu der).
Diese Formen sind standardsprachlich und auch in geschriebenen Texten üblich. Sie gelten nicht als umgangssprachlich.
Nicht verschmolzen wird, wenn der Artikel betont wird oder auf etwas Bestimmtes verweist: Ich gehe zu dem Arzt, den du empfohlen hast.
Formen wie aufm, inner und übern sind umgangssprachlich und sollten in formellen geschriebenen Texten vermieden werden.
Häufige Fehler und typische Zweifelsfälle
Dativ Plural: Nach einer Präposition erhält das Substantiv gewöhnlich die Endung -n, sofern die Pluralform nicht bereits auf n oder s endet: mit den Kindern, aus den Autos, bei den Kollegen.
Nach oder zu: Bei Städten und Ländern ohne Artikel steht nach: nach Rom, nach Polen. Bei Personen und Einrichtungen steht zu: zum Heiler, zur Hochschule.
Bei oder mit: Mit drückt ein Werkzeug oder eine Gesellschaft aus, während bei sich auf einen Standort oder Rahmen bezieht. Zum Vergleich: Ich arbeite bei einer Agentur, aber ich arbeite mit einer Agentur.
Gegenüber: Steht meist nachgestellt, kann aber auch vorangehen: mir gegenüber oder gegenüber mir. Beide Formen sind korrekt.
Seit oder ab: Ab bezeichnet einen Anfangspunkt in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Seit bezeichnet einen in der Vergangenheit begonnenen und bis zum Bezugszeitpunkt andauernden Zeitraum. Im Kontrast: Seit Januar gegenüber ab Januar.

Gebrauch in Texten
In wissenschaftlichen Schriften stehen Wechselpräpositionen häufig bei Verweisen: in der Tabelle, in Abbildung 3, auf Seite 12. Hier steht jeweils der Dativ, da ein Ort gemeint ist.
Der Akkusativ steht bei einem gerichteten Ziel. Formulierungen wie in die Tabelle sind nur richtig, wenn kein bloßer Verweis vorliegt, sondern ein Eintragen gemeint ist.
In Aufzählungen muss jedes Substantiv korrekt im Dativ Plural stehen. Ob es ein zusätzliches n erhält, richtet sich nach der Regel zum Dativ Plural.
Achtung gebührt zudem Konstruktionen mit gemäß und entsprechend. Solche Verbindungen verlangen den Dativ und klingen formeller. Für gewöhnliche Texte eignen sich nach oder laut besser.
Fazit: Präpositionen mit Dativ, alles auf einen Blick
Fest mit dem Dativ stehen aus, bei, mit, nach, seit, von sowie zu; dazu kommen ab, außer, gegenüber und weitere Präpositionen.
Wechselpräpositionen richten sich je nach Fragewort: Auf wo folgt der Dativ, auf wohin der Akkusativ. Verschmelzungen wie im, zum und beim gelten als Standardsprache.
Die Einordnung „Präpositionen mit Dativ: Liste, Regeln und Beispiele“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.
Vertiefende Informationen zu den Kasus finden sich hier: Dativ, Präpositionen mit Genitiv und Präpositionen und ihre Fälle.