Präpositionen mit Dativ: Liste, Regeln und Beispiele

Die feste Liste, die Wechselpräpositionen und die Verschmelzungen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Präpositionen mit Dativ bilden eine überschaubare, feste Gruppe: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu und einige weitere. Anders als bei den Präpositionen mit Genitiv gibt es hier kaum Schwankungen, denn diese Wörter gehören zum ältesten Bestand der Sprache. Die eigentliche Schwierigkeit liegt woanders: bei den neun Wechselpräpositionen, die je nach Frage den dritten oder den vierten Fall verlangen, und bei den Verschmelzungen wie im, zum und beim.

Die feste Liste

Immer mit drittem Fall stehen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Diese sieben decken den größten Teil des Gebrauchs ab.

Dazu kommen: ab, außer, entgegen, entsprechend, gegenüber, gemäß, nebst, samt, zufolge, zuliebe, zuwider.

Ein bekannter Merkvers fasst die sieben wichtigsten zusammen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Er wird im Deutschunterricht seit Generationen verwendet und deckt in der Praxis fast alles ab.

Einige der selteneren stehen nachgestellt: dem Bericht zufolge, der Anweisung entgegen, dem Kind zuliebe. In dieser Stellung ist der dritte Fall Pflicht.

Präpositionen mit Dativ: Ort im Dativ, Richtung im Akkusativ
Präpositionen mit Dativ im Überblick.

Die neun Wechselpräpositionen

An, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen stehen mit beiden Fällen, je nach Frage.

Bei der Frage wo steht der dritte Fall: Das Buch liegt auf dem Tisch. Ich arbeite im Büro. Der Schrank steht neben der Tür.

Bei der Frage wohin steht der vierte Fall: Ich lege das Buch auf den Tisch. Ich gehe ins Büro. Ich stelle den Schrank neben die Tür.

Die Regel lautet also: Ort im dritten Fall, Richtung im vierten. Für Lernende ist dieser Punkt die schwierigste Stelle des deutschen Kasussystems.

Die Verschmelzungen

Häufig verschmelzen Präposition und Artikel: im (in dem), am (an dem), beim (bei dem), vom (von dem), zum (zu dem), zur (zu der).

Diese Formen sind standardsprachlich und in geschriebenen Texten uneingeschränkt zulässig. Sie gelten nicht als umgangssprachlich.

Nicht verschmolzen wird, wenn der Artikel betont ist oder auf etwas Bestimmtes verweist: Ich gehe zu dem Arzt, den du empfohlen hast.

Umgangssprachliche Formen wie aufm, inner und übern gehören dagegen nicht in geschriebene Texte. Sie stehen in keinem Wörterbuch.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Das Plural-n: Nach diesen Präpositionen steht im Plural ein n am Substantiv: mit den Kindern, aus den Häusern, bei den Kollegen. Diese Endung wird regelmäßig vergessen.

Nach oder zu: Bei Städten und Ländern ohne Artikel steht nach: nach Berlin, nach Frankreich. Bei Personen und Einrichtungen steht zu: zum Arzt, zur Universität.

Bei oder mit: Bei bezeichnet einen Ort oder eine Begleitumstände, mit ein Mittel oder eine Begleitung. Ich arbeite bei einer Agentur gegenüber ich arbeite mit einer Agentur.

Gegenüber: Steht meist nachgestellt, kann aber auch vorangehen: mir gegenüber oder gegenüber mir. Beide Formen sind korrekt.

Seit oder ab: Seit blickt zurück auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit, ab benennt einen Beginn in Gegenwart oder Zukunft. Seit Januar gegenüber ab Januar.

Präpositionen mit Dativ: häufige Fehler und Zweifelsfälle

Der Gebrauch in Texten

In wissenschaftlichen Arbeiten sind Verweise mit Wechselpräpositionen häufig: in der Tabelle, in Abbildung 3, auf Seite 12. In allen drei Fällen ist der dritte Fall richtig, weil ein Ort gemeint ist.

Der vierte Fall wäre nur bei einer Bewegung richtig, und die gibt es beim Verweisen nicht. Formulierungen wie in die Tabelle sind deshalb falsch, wenn kein Eintragen gemeint ist.

Ein zweiter Punkt betrifft das Plural-n in Aufzählungen. Bei den Ergebnissen, den Grenzen und den offenen Fragen trägt jedes Glied die Endung, und beim letzten wird sie am häufigsten vergessen.

Ein dritter Prüfpunkt sind Fügungen mit gemäß und entsprechend. Beide stehen mit drittem Fall und wirken förmlich. Nach oder laut sind in den meisten Texten die unauffälligere Wahl.

Fazit: Präpositionen mit Dativ auf einen Blick

Immer mit drittem Fall stehen aus, bei, mit, nach, seit, von und zu, dazu ab, außer, gegenüber und einige weitere.

Die neun Wechselpräpositionen stehen bei der Frage wo im dritten und bei wohin im vierten Fall. Verschmelzungen wie im, zum und beim sind standardsprachlich.

Die Einordnung „Präpositionen mit Dativ: Liste, Regeln und Beispiele“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Weiter zu den Fällen im Detail Dativ, Präpositionen mit Genitiv und Präpositionen und ihre Fälle.

Fälle und Präpositionen prüfen: Unser Lektorat findet falsche Fügungen zuverlässig.

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Häufige Fragen zu Präpositionen mit Dativ

Welche Präpositionen verlangen immer den Dativ?

Aus, bei, mit, nach, seit, von und zu, dazu ab, außer, entgegen, gegenüber, gemäß und einige seltenere.

Was sind Wechselpräpositionen?

An, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Sie stehen bei wo im dritten und bei wohin im vierten Fall.

Sind Verschmelzungen wie im und zum korrekt?

Ja, sie sind standardsprachlich. Nur Formen wie aufm und inner gehören nicht in geschriebene Texte.

Heißt es nach Berlin oder zu Berlin?

Nach Berlin. Bei Städten und Ländern ohne Artikel steht nach, bei Personen und Einrichtungen zu.

Warum heißt es mit den Kindern?

Im Dativ Plural tritt ein n an das Substantiv, sofern es nicht schon eines hat.

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