Präpositionen und ihre Fälle sicher bestimmen
Präposition und Fall bestimmen: Viele Präpositionen verlangen fest Dativ, Akkusativ oder Genitiv. Bei neun Wechselpräpositionen steht Dativ für eine Lage, Akkusativ für ein Ziel oder eine gerichtete Veränderung.

Zuordnung der Kasus zu Verhältniswörtern
Präpositionen bestimmen den Fall (Kasus) des folgenden Wortes. Manche verlangen den Wemfall, andere den Wenfall oder Genitiv, und die Wechselpräpositionen können in lokalen Angaben beide Fälle verlangen. Hier bekommst du die Liste der Präpositionen mit ihren Fällen und Beispielen, damit du den Kasus sicher bestimmen kannst.
Die Fälle im Überblick
Präpositionen sind Verhältniswörter wie in, mit oder wegen. Sie bestimmen den Fall des folgenden Nomens. Für die Grundorientierung lassen sich 4 Gruppen unterscheiden: Präpositionen mit Dativ, mit Akkusativ, mit Genitiv sowie Wechselpräpositionen mit Dativ oder Akkusativ.
Rektion mit Dativ
Den Wemfall verlangen unter anderem: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber, außer. Beispiele hierfür sind: mit dem Auto, nach dem Essen, bei der Arbeit. Merkspruch: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu: Sie alle verlangen den Dativ.
Rektion mit Akkusativ
Folgende Wörter verlangen den Wenfall: durch, für, gegen, ohne, um, bis. Entlang kann nachgestellt mit Akkusativ, vorangestellt meist mit Genitiv stehen. Beispiele: für den Kurs, gegen die Wand, ohne einen Grund. Merkspruch: durch, für, gegen, ohne, um: Der Akkusativ steht hier herum.
Feste Genitivrektion
Die folgenden Präpositionen werden im Standardgebrauch mit Genitiv verwendet: während, wegen, trotz, statt, aufgrund, innerhalb, außerhalb. Bei wegen, trotz, statt und während sind je nach Konstruktion und Sprachgebrauch auch Dativformen möglich. Beispiele sind während der Woche, wegen des Wetters, trotz des Regens. Weitere Details findest du unter aufgrund oder auf Grund.
Die Wechselgruppe mit Dativ oder Akkusativ
Neun Wechselpräpositionen stehen sowohl mit Dativ als auch mit Akkusativ: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Bei lokalen Angaben erfordert ein Ziel oder eine gerichtete Veränderung den Akkusativ, eine Lage den Dativ. Bewegung allein ist nicht entscheidend. Mehr unter Dativ oder Akkusativ. So bestimmst du bei lokalen Angaben den passenden Fall.
Zum Merken
Hier sind die zentralen Regeln zu Die Fälle im Überblick:
- Präpositionen wie in, mit und wegen zählen zu den Verhältniswörtern.
- Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber und außer verlangen unter anderem den Wemfall.
- Den Wenfall fordern durch, für, gegen, ohne, um und bis. Entlang ist stellungsabhängig: Nachgestellt steht es mit Akkusativ, vorangestellt meist mit Genitiv.
- Im Standardgebrauch steht nach während, wegen, trotz, statt, aufgrund, innerhalb und außerhalb häufig der Genitiv.
- Zu den neun Wechselpräpositionen zählen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Bei lokalen Angaben stehen sie je nach Bedeutung mit Dativ oder Akkusativ.
Weitere knappe Regeln findest du in unseren Rechtschreibregeln. Den Text kannst du mit dem gratis KI-Grammatikcheck prüfen.
Rektion statt bloßer Merkliste
Eine Präposition regiert den Fall ihrer Ergänzung. Bei mit dem Bus verlangt mit den Dativ, bei ohne den Bus verlangt ohne den Akkusativ. Diese feste Verbindung heißt Rektion. Die Frageprobe hilft beim Erkennen der Form, ersetzt aber nicht das Wissen darüber, welchen Fall die Präposition fordert.
Der Duden-Überblick zu Präpositionen trennt feste Rektion, schwankenden Gebrauch und lokale Wechselpräpositionen. Er nennt etwa aufgrund und hinsichtlich mit Genitiv, zu und mit mit Dativ sowie ohne mit Akkusativ.
Wechselpräpositionen: Lage oder Ziel
Die verkürzte Regel Bewegung gleich Akkusativ ist unzuverlässig. Auch ein bewegtes Geschehen kann an einem Ort stattfinden: Das Kind läuft im Garten. Hier steht Dativ, weil der Garten die Lage des Laufens bezeichnet. Akkusativ steht bei einer gerichteten Veränderung oder einem Ziel: Das Kind läuft in den Garten. Es wechselt also von außerhalb nach innen.
Frage bei an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen deshalb präzise: Beschreibt die Wortgruppe eine bestehende Lage, oder bezeichnet sie das Ziel einer Verlagerung? Das Bild hängt an der Wand beschreibt eine Lage. Ich hänge das Bild an die Wand beschreibt das Herstellen dieser Lage.
Feste und schwankende Fälle unterscheiden
Nicht jede Präposition passt in eine einzige starre Liste. Bei dank und laut sind je nach Konstruktion Genitiv und Dativ gebräuchlich. Entlang kann vor oder nach der Nominalgruppe stehen, wobei Stellung und Sprachgebrauch die Form beeinflussen. Für formelle Texte ist ein aktueller Wörterbucheintrag verlässlicher als ein kurzer Reim, der solche Unterschiede ausblendet.
Bei wegen gilt in der Standardsprache grundsätzlich der Genitiv: wegen des Wetters. Der Dativ ist besonders in der gesprochenen Sprache verbreitet. In einer Hausarbeit solltest du zusätzlich den Stil des Fachs und feste Verbindungen berücksichtigen.
Präposition oder Präpositionalobjekt
Der Fall allein sagt noch nicht, welche Satzgliedfunktion vorliegt. In Sie wartet auf den Bus fordert das Verb warten die Verbindung mit auf. Die Wortgruppe ist ein Präpositionalobjekt. In Sie wartet auf dem Bahnsteig beschreibt die Wortgruppe den Ort. Der Duden-Ratgeber zu Präpositionalobjekten erklärt diese Abgrenzung.
Vier Schritte zur sicheren Entscheidung
Markiere die Präposition und ihre vollständige Ergänzung. Prüfe dann, ob die Präposition einen festen Fall fordert. Nur bei einer echten Wechselpräposition entscheidest du zwischen Lage und Ziel. Kontrolliere zuletzt Artikel, Adjektiv und Nomen gemeinsam: mit einem genauen Plan, für einen genauen Plan, aufgrund eines genauen Plans. So wird nicht nur der Artikel, sondern die gesamte Nominalgruppe korrekt gebeugt.
Bei Unsicherheit notierst du die Grundform der Wortgruppe und schlägst die Rektion der Präposition nach. Das verhindert, dass eine vertraut klingende Frageprobe eine feste Verbindung überlagert.