Präpositionen mit Genitiv: Liste, Regeln und Beispiele

Die vollständige Liste, die schwankenden Fälle und die Sonderregeln

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Präpositionen mit Genitiv sind die größte und zugleich unübersichtlichste Gruppe: während, trotz, wegen, statt, innerhalb, aufgrund, anhand, mittels, hinsichtlich, bezüglich und mehrere Dutzend weitere. Fast alle stammen aus der Amts- und Rechtssprache, und viele sind erst in den letzten zweihundert Jahren entstanden. Genau deshalb schwanken sie: Bei den älteren ist der Dativ umgangssprachlich verbreitet, bei den jüngeren gilt der Genitiv fest.

Die wichtigsten Präpositionen mit Genitiv

Zeit: während, innerhalb, außerhalb, binnen, zeit, anlässlich, seitens.

Grund: wegen, aufgrund, infolge, kraft, mangels, dank, zufolge, angesichts.

Gegensatz: trotz, ungeachtet, unbeschadet, unerachtet.

Ersatz: statt, anstatt, anstelle, zugunsten, zulasten.

Mittel und Bezug: mittels, anhand, mithilfe, vermöge, hinsichtlich, bezüglich, betreffs, gemäß.

Ort: innerhalb, außerhalb, oberhalb, unterhalb, diesseits, jenseits, abseits, längs, unweit, inmitten.

Präpositionen mit Genitiv
Präpositionen mit Genitiv im Überblick.

Die schwankenden Fälle

Bei wegen, während, trotz und statt ist der Dativ umgangssprachlich verbreitet. In geschriebenen Texten gilt weiterhin der Genitiv.

Dank steht mit beiden Fällen: dank des Einsatzes und dank dem Einsatz sind zulässig. Im Plural überwiegt der Genitiv.

Gemäß und zufolge stehen nachgestellt mit Dativ: dem Bericht zufolge, dem Antrag gemäß. Vorangestellt verlangt gemäß ebenfalls den Dativ, zufolge dagegen den Genitiv.

Laut lässt beide Fälle zu und steht ohne Artikel endungslos: laut Bericht, laut dem Bericht, laut des Berichts.

Die Regel bei artikellosen Substantiven

Steht ein Substantiv ohne Artikel und ohne Adjektiv, bleibt es unverändert: wegen Umbau, trotz Nebel, statt Antwort.

Im Plural ohne Artikel tritt der Dativ ein, weil der Genitiv nicht erkennbar wäre: wegen Umbauten wäre mehrdeutig, richtig ist wegen Umbauten mit Dativ-Lesart oder eine Umformulierung mit Artikel.

Steht dagegen ein Adjektiv dabei, ist der Genitiv wieder erkennbar und deshalb Pflicht: wegen anhaltenden Regens, trotz starken Windes.

Diese Regel gilt für alle Präpositionen der Gruppe und erklärt die meisten Formen, die auf den ersten Blick falsch aussehen.

Bei Eigennamen gilt dieselbe Logik. Wegen Corona bleibt unverändert, wegen des Coronavirus trägt den Genitiv. Firmennamen und Produktbezeichnungen folgen dem gleichen Muster und bleiben ohne Artikel unverändert.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Aufgrund oder auf Grund: Beide Schreibweisen sind zulässig, die Zusammenschreibung ist die üblichere. Dasselbe gilt für anstelle und an Stelle sowie mithilfe und mit Hilfe.

Zwei Genitive: Wegen des Ausfalls des Systems ist grammatisch richtig und schwerfällig. Besser ist eine Auflösung: wegen des Systemausfalls.

Zugunsten und zulasten: Beide stehen mit Genitiv und werden zusammengeschrieben: zugunsten der Beteiligten. Die Form zu Gunsten ist ebenfalls zulässig.

Seitens: Die Präposition gehört der Amtssprache an und ist fast immer ersetzbar. Seitens der Behörde wurde mitgeteilt heißt einfacher: Die Behörde teilte mit.

Angesichts und anlässlich: Beide sind korrekt und in Berichten üblich. Angesichts leitet einen Grund ein, anlässlich einen Anlass, und die beiden werden gelegentlich vertauscht.

Präpositionen mit Genitiv

Der Gebrauch in Fachtexten

In wissenschaftlichen Arbeiten sind anhand, mithilfe, hinsichtlich und aufgrund die gebräuchlichsten. Alle vier sind neutral und in jedem Fach zulässig.

Kritisch ist die Häufung. Vier Präpositionen mit Genitiv in einem Absatz erzeugen den Nominalstil, der in Gutachten als schwerfällig beanstandet wird. Ein Nebensatz mit weil oder obwohl ist oft die bessere Lösung.

Ein zweiter Punkt ist die Genauigkeit. Aufgrund behauptet eine Ursache, im Zusammenhang mit nur einen Zusammenhang. Wer den stärkeren Ausdruck wählt, muss ihn belegen können.

Ein dritter Prüfpunkt sind die Formen aus der Amtssprache: seitens, betreffs, unbeschadet, vermöge. Sie wirken förmlich und sind fast immer durch einfachere Wendungen ersetzbar, ohne dass die Aussage sich ändert.

Ein letzter Hinweis betrifft die Zitierweise. In Quellenangaben ist nach oder gemäß üblich, nicht laut, weil laut in vielen Leitfäden als journalistisch gilt. Die Regeln des Fachbereichs gehen auch hier vor.

Fazit: Präpositionen mit Genitiv auf einen Blick

Zur Gruppe gehören unter anderem während, trotz, wegen, statt, innerhalb, aufgrund, anhand, mittels und hinsichtlich. Fast alle stammen aus der Amtssprache.

Bei wegen, während, trotz und statt ist der Dativ umgangssprachlich verbreitet, schriftsprachlich gilt der Genitiv. Ohne Artikel bleibt das Substantiv unverändert.

Das Thema „Präpositionen mit Genitiv: Liste, Regeln und Beispiele“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

Verwandte Regeln und Übersichten wegen Dativ oder Genitiv, Präpositionen und ihre Fälle und Genitiv.

Fälle und Stil im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet Nominalstil und falsche Fälle.

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Präpositionen mit Genitiv

Welche Präpositionen verlangen den Genitiv?

Unter anderem während, trotz, wegen, statt, innerhalb, außerhalb, aufgrund, anhand, mittels, hinsichtlich und bezüglich.

Wann ist der Dativ zulässig?

Bei wegen, während, trotz und statt umgangssprachlich, bei dank und laut auch schriftsprachlich. Im Plural ohne Artikel ist er die Regel.

Was gilt bei Substantiven ohne Artikel?

Sie bleiben unverändert: wegen Umbau, trotz Nebel. Mit Adjektiv steht wieder der Genitiv: wegen anhaltenden Regens.

Heißt es aufgrund oder auf Grund?

Beides ist zulässig, die Zusammenschreibung ist üblicher. Dasselbe gilt für anstelle und mithilfe.

Ist seitens gutes Deutsch?

Es ist korrekt, gehört aber der Amtssprache an. Seitens der Behörde wurde mitgeteilt heißt einfacher: Die Behörde teilte mit.

Unsere Partner