Wegen Dativ oder Genitiv: die Regel mit Beispielen

Die Standardform, die zulässigen Ausnahmen und die verwandten

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Wegen Dativ oder Genitiv gehört zu den bekanntesten Zweifelsfällen des Deutschen. Die kurze Antwort: In geschriebenen Texten steht der Genitiv, also wegen des Wetters. Der Dativ ist umgangssprachlich weit verbreitet und in Wörterbüchern als solcher gekennzeichnet. Es gibt allerdings Fälle, in denen der Dativ auch schriftsprachlich richtig ist, und wer diese kennt, trifft die Wahl sicher, statt sich auf ein Sprachgefühl zu verlassen, das hier trügt.

Die Grundregel in einem Satz

Die Präposition wegen verlangt den Genitiv: wegen des Wetters, wegen der Verspätung, wegen des Antrags.

Der Dativ (wegen dem Wetter) ist umgangssprachlich. In Wörterbüchern steht er als landschaftlich oder umgangssprachlich gekennzeichnet, gilt also nicht als falsch, aber als nicht schriftsprachlich.

In Abschlussarbeiten, Bewerbungen, Verträgen und Geschäftsbriefen ist der Genitiv deshalb die richtige Wahl. In Gutachten wird der Dativ regelmäßig angestrichen.

wegen Dativ oder Genitiv
wegen Dativ oder Genitiv im Überblick.

Wann der Dativ auch schriftsprachlich richtig ist

Bei Personalpronomen: wegen mir, wegen dir, wegen ihm. Der Genitiv (wegen meiner) ist zwar möglich, wirkt aber altertümlich und wird kaum noch verwendet.

Im Plural ohne erkennbaren Genitiv: wegen Umbauten wäre nicht als Genitiv erkennbar. Hier ist der Dativ mit Artikel richtig: wegen den Umbauten.

Bei zwei aufeinanderfolgenden Genitiven: wegen des Vaters seines Freundes wirkt schwerfällig. Der Dativ ist hier zulässig, besser ist eine Umformulierung.

Bei artikellosen Substantiven entfällt die Frage: wegen Umbau, wegen Krankheit, wegen Renovierung. Diese Form ist korrekt und im Alltag die häufigste.

Die verwandten Präpositionen

Während verlangt den Genitiv: während der Sitzung, während des Verfahrens. Der Dativ ist umgangssprachlich.

Trotz verlangt ebenfalls den Genitiv: trotz des Regens. Hier ist der Dativ regional besonders verbreitet, in Österreich sogar Standard.

Statt und anstatt verlangen den Genitiv: statt des Berichts. Der Dativ ist zulässig, wenn der Genitiv nicht erkennbar wäre.

Laut ist die Ausnahme: Hier sind Genitiv und Dativ gleichermaßen zulässig, laut des Berichts und laut dem Bericht. Ohne Artikel steht die endungslose Form: laut Bericht.

Innerhalb und außerhalb verlangen ebenfalls den Genitiv und schwanken kaum: innerhalb der Frist, außerhalb des Gebäudes. Bei Zeitangaben ohne Artikel steht der Dativ: innerhalb von drei Tagen.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Wegen dem: In geschriebenen Texten falsch, gesprochen völlig üblich. Wer sich unsicher ist, prüft, ob der Text gelesen oder gehört wird.

Wegen was: Umgangssprachlich verbreitet, standardsprachlich heißt es weswegen oder aus welchem Grund. Die Form mit was gilt als salopp.

Von wegen: Diese Wendung ist eine eigene Redensart und bedeutet keineswegs. Sie hat mit der Präposition nur den Wortlaut gemeinsam.

Meinetwegen und deinetwegen: Bei Personalpronomen gibt es diese festen Formen: meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, unsertwegen. Sie sind die schriftsprachliche Lösung, wo wegen mir zu salopp wäre.

Die Stellung: Wegen kann auch nachgestellt werden: des Wetters wegen. Diese Form ist gehoben und in älteren Texten häufig, heute begegnet sie vor allem in festen Wendungen.

wegen Dativ oder Genitiv

Die Wahl in Texten

In wissenschaftlichen Arbeiten und in Geschäftskorrespondenz gilt durchgehend der Genitiv. Diese Entscheidung ist eindeutig und braucht keine Abwägung.

In Blogtexten und in Werbung ist der Dativ vertretbar, wenn der Text bewusst gesprochen klingen soll. Wichtig ist auch dort die Einheitlichkeit: nicht in einem Absatz Genitiv und im nächsten Dativ.

In Zitaten bleibt die Form des Originals erhalten. Wer eine Interviewaussage wiedergibt, glättet die Grammatik nicht, weil das Zitat sonst verändert wäre.

Ein praktischer Hinweis: Wo der Genitiv sperrig wird, hilft oft eine andere Präposition. Aufgrund, infolge und durch tragen ähnliche Bedeutungen und stehen mit dem Genitiv, ohne dass eine Kette entsteht.

Ein letzter Punkt betrifft die Kombination mit anderen Präpositionen. Formulierungen wie wegen aufgrund oder aufgrund wegen entstehen beim Überarbeiten, wenn ein Wort ersetzt und das alte stehen gelassen wird. Solche Doppelungen fallen beim Lesen kaum auf und in Gutachten sofort.

Fazit: wegen Dativ oder Genitiv

In geschriebenen Texten steht der Genitiv: wegen des Wetters. Der Dativ ist umgangssprachlich und in Wörterbüchern als solcher gekennzeichnet.

Zulässig bleibt der Dativ bei Personalpronomen, im Plural ohne erkennbaren Genitiv und bei Genitivketten. Dieselben Regeln gelten für während, trotz und statt.

Das Thema „Wegen Dativ oder Genitiv: die Regel mit Beispielen“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

Weiter zu den Fällen im Detail Genitiv, Dativ und Präpositionen mit Genitiv.

Fälle im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet umgangssprachliche Formen zuverlässig.

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Häufige Fragen zu wegen Dativ oder Genitiv

Heißt es wegen dem Wetter oder wegen des Wetters?

In geschriebenen Texten wegen des Wetters. Der Dativ ist umgangssprachlich.

Wann ist der Dativ nach wegen richtig?

Bei Personalpronomen (wegen mir), im Plural ohne erkennbaren Genitiv und bei zwei aufeinanderfolgenden Genitiven.

Welchen Fall verlangen während und trotz?

Beide den Genitiv. Der Dativ ist regional verbreitet und gilt als umgangssprachlich.

Heißt es laut des Berichts oder laut dem Bericht?

Beides ist zulässig. Ohne Artikel steht die endungslose Form: laut Bericht.

Was ist die schriftsprachliche Form von wegen mir?

Meinetwegen. Ebenso deinetwegen, seinetwegen und unsertwegen.

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