Wegen: die passende Form mit Beispielen
Die passende Form hängt vom Satz und vom gewünschten Sprachregister ab.
Grundprinzip, Sonderfälle und verwandte Präpositionen
Die Fallwahl nach wegen gehört zu den bekanntesten Zweifelsfällen des Deutschen. Die kurze Antwort: In geschriebenen Texten steht der Genitiv, also wegen des Wetters. Der Dativ ist umgangssprachlich weit verbreitet und in Wörterbüchern als solcher gekennzeichnet. Es gibt allerdings Fälle, in denen der Dativ auch schriftsprachlich richtig ist, und wer diese kennt, trifft die Wahl sicher, statt sich auf ein Sprachgefühl zu verlassen, das hier trügt.
Die Grundregel in einem Satz
Die Regel lässt sich an diesen Beispielen erkennen: Die Präposition wegen verlangt den Genitiv: wegen des Wetters, wegen der Verspätung, wegen des Antrags.
Der Dativ (wegen dem Wetter) ist dagegen umgangssprachlich. In Wörterbüchern steht er als landschaftlich oder umgangssprachlich gekennzeichnet, gilt also nicht als falsch, aber als nicht schriftsprachlich.
In Abschlussarbeiten, Bewerbungen, Verträgen und Geschäftsbriefen ist daher die erste Variante die richtige Wahl. In Gutachten wird die zweite regelmäßig angestrichen.

Wann die Ausnahme auch schriftsprachlich richtig ist
Bei Personalpronomen: wegen mir, wegen dir, wegen ihm. Der Genitiv (wegen meiner) ist zwar möglich, wirkt aber altertümlich und wird kaum noch verwendet.
Im Plural ohne erkennbaren Genitiv: wegen Umbauten wäre nicht als Genitiv erkennbar. Hier ist der Dativ mit Artikel richtig: wegen den Umbauten.
Bei zwei aufeinanderfolgenden Genitiven: wegen des Vaters seines Freundes wirkt schwerfällig. Der Dativ ist hier zulässig, besser ist eine Umformulierung.
Bei artikellosen Substantiven entfällt die Frage: wegen Umbau, wegen Krankheit, wegen Renovierung. Diese Form ist korrekt und im Alltag die häufigste.
Die verwandten Präpositionen
Während folgt derselben Logik: während der Sitzung, während des Verfahrens. Die alternative Kasusvariante ist umgangssprachlich.
Trotz verlangt ebenfalls dieselbe Konstruktion: trotz des Regens. Hier ist die Alternative regional besonders verbreitet, in Österreich sogar Standard.
Statt und anstatt bilden ihre Objekte analog dazu: statt des Berichts. Eine andere Fallzuordnung ist zulässig, wenn die primäre nicht erkennbar wäre.
Laut bildet die Ausnahme: Beide Varianten sind gleichberechtigt, etwa laut des Berichts oder laut dem Bericht. Ohne Artikel steht die endungslose Form: laut Bericht.
Innerhalb und außerhalb zeigen kaum Schwankung: innerhalb der Frist, außerhalb des Gebäudes. Nur bei rein zeitlichen Angaben ohne Artikel wechselt man in den zweiten Fall: innerhalb von drei Tagen.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Wegen dem: In geschriebenen Texten vermeidend, mündlich jedoch völlig üblich. Wer unsicher ist, prüft, ob der Beitrag eher gelesen oder gehört wird.
Wegen was: Umgangssprachlich verbreitet, standardsprachlich heißt es weswegen oder aus welchem Grund. Die Form mit was gilt als salopp.
Von wegen: Diese Wendung ist eine eigene Redensart und bedeutet keineswegs. Sie hat mit der Präposition nur den Wortlaut gemeinsam.
Meinetwegen und deinetwegen: Bei Personalpronomen gibt es diese festen Formen: meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, unsertwegen. Sie sind die schriftsprachliche Lösung, wo wegen mir zu salopp wäre.
Die Stellung: Wegen kann auch nachgestellt werden: des Wetters wegen. Diese Form ist gehoben und in älteren Texten häufig, heute begegnet sie vor allem in festen Wendungen.

Die Wahl in Texten
In wissenschaftlichen Arbeiten und in Geschäftskorrespondenz dominiert die gebundene Form. Diese Entscheidung ist eindeutig und braucht keine Abwägung.
In Blogtexten und in Werbung darf die lockere Form gewählt werden, wenn der Ton bewusst gesprochen wirken soll. Entscheidend bleibt die Einheitlichkeit: nicht in einem Abschnitt Hochdeutsch und im darauffolgenden Slang mischen.
In Zitaten bleibt die Form des Originals erhalten. Wer eine Interviewaussage wiedergibt, glättet die Grammatik nicht, weil das Zitat sonst verändert wäre.
Ein praktischer Tipp: Wird die Bindung sperrig, helfen Alternativen wie „aufgrund“, „infolge“ oder „durch“. Auch sie fordern denselben Kasus, verhindern aber unnötige Stacking-Effekte.
Ein letzter Punkt betrifft die Kombination mit anderen Präpositionen. Formulierungen wie wegen aufgrund oder aufgrund wegen entstehen beim Überarbeiten, wenn ein Wort ersetzt und das alte stehen gelassen wird. Solche Doppelungen fallen beim Lesen kaum auf und in Gutachten sofort.
Fazit zur richtigen Fallwahl
Auf Papier gewinnt die feste Verbindung: wegen des Wetters. Das freie Pendant ist umgangssprachlich und in Nachschlagwerken klar markiert.
Nur bei Pronomen, mehrteiligen Gruppen ohne klare Markierung und langen Reihen darf gewechselt werden. Für während, trotz und statt gelten vergleichbare Muster.
Das Thema der richtigen Fallwahl nach wegen wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
Weiter zu den Fällen im Detail Genitiv, Dativ und Präpositionen mit Genitiv.