Wegen dem oder wegen des richtig verwenden
Standard ist der Genitiv: wegen des
Wegen dem oder wegen des – standardsprachlich richtig ist der Genitiv: wegen des Wetters. Der Dativ wegen dem Wetter ist umgangssprachlich. Hier bekommst du die Regel, die Ausnahmen und Beispiele für wissenschaftliche Texte.
Die Grundregel: Wegen steht mit dem Genitiv
Wer zwischen wegen dem oder wegen des schwankt, kann sich an eine klare Grundregel halten: Die Präposition wegen verlangt in der Standardsprache den Genitiv. Der richtige Fall ist daher der Genitiv. Richtig sind Formulierungen wie wegen des schlechten Wetters, wegen der hohen Kosten, wegen eines Fehlers. Das Wort oder die Wortgruppe nach wegen nennt den Grund für einen Sachverhalt. Sein Kasus bleibt dabei der Genitiv. Besonders in einer Bewerbung, einer Hausarbeit und in jedem anderen gehobenen Text ist diese Form die passende Wahl. Wegen dem oder wegen des richtig verwenden bedeutet also im Regelfall, sich für wegen des zu entscheiden.
Wegen dem gehört zur Umgangssprache
Im Alltag ist wegen dem Wetter häufig zu hören. Diese Verbindung steht im Dativ und gilt nicht als standardsprachliche Form. Der Duden führt den Dativ nach wegen zwar als umgangssprachlich zulässig. Für schriftliche, förmliche oder wissenschaftliche Texte ist dennoch der Genitiv die sichere Entscheidung. Schreibe dort wegen des Wetters. Die gleiche Orientierung gilt bei den verwandten Präpositionen trotz, während, statt. Auch sie werden in der Standardsprache mit dem Genitiv verbunden. So lässt sich leicht unterscheiden: In einem lockeren Gespräch kommt wegen dem vor, in einer Hausarbeit oder Bewerbung sollte wegen des stehen.
Sonderfälle ohne erkennbare Genitivform
Nicht jede Wortgruppe zeigt den Genitiv eindeutig. Fehlt im Plural ein Artikel, wird deshalb auf den Dativ ausgewichen. Man schreibt wegen Geschäften statt des unklaren wegen Geschäfte. Entscheidend ist hier, dass die Form als Kasus erkennbar bleibt. Eine weitere Möglichkeit ist eine Konstruktion mit von, etwa wegen von Menschen verursachter Schäden. Sie umgeht die schwer erkennbare Genitivform, ohne den gemeinten Grund zu verändern. Bei Eigennamen ist ein sichtbarer Genitiv ebenfalls oft ungebräuchlich. Das zeigt die Formulierung wegen Corona. Solche Fälle widersprechen der Grundregel nicht, sondern erklären, warum nach wegen nicht in jedem Satz ausdrücklich des, der oder eines erscheint.
Stellung im Satz und feste Pronomenformen
Üblicherweise steht wegen vor dem Ausdruck, auf den es sich bezieht. In gehobener Sprache kann die Präposition jedoch auch folgen. Dann heißt es des schlechten Wetters wegen. Der Genitiv bleibt trotz der anderen Stellung erhalten. Für Personalpronomen verwendet man feste Formen wie meinetwegen, deinetwegen, ihretwegen und nicht wegen mir. Wer den Kasus bestimmen möchte, kann nach dem Grund fragen und anschließend die Form prüfen. Eine systematische Einordnung bietet die Übersicht über die vier Fälle. Mit diesem Vorgehen lässt sich wegen in unterschiedlichen Satzpositionen mit dem richtigen Fall verwenden.
Für die praktische Kontrolle hilft diese Reihenfolge: Prüfe zuerst, ob wegen einen Grund einleitet. Sieh dann nach, ob die folgende Wortgruppe im Genitiv steht. Achte bei einem Plural ohne Artikel, bei Eigennamen und bei Personalpronomen auf die genannten Sonderformen. Weitere Erklärungen findest du unter Präpositionen und ihre Fälle sowie in der Übersicht über die vier Fälle. Einen vollständigen Text untersucht die Grammatikprüfung mit KI oder ein Korrekturlesen. Weitere Regeln bündelt die Seite Rechtschreibung und Grammatik.