Konjugation und Zeitformen im Deutschen
Alle Verbformen mit Bildung, Beispielen und Verbtabellen
Konjugation und Zeitformen gehören zusammen: Konjugation ist die Beugung des Verbs, die Zeitform ist eines der Merkmale, nach denen gebeugt wird. Diese Übersicht führt beides zusammen. Die erste Liste sammelt die Systemseiten, die je eine Form vollständig erklären. Die zweite Liste sammelt die Verbseiten, die ein einzelnes Verb in allen Formen zeigen. Das System brauchst du, wenn du eine Regel verstehen willst, die Verbtabelle, wenn dir eine bestimmte Form fehlt.
Warum die Zeitformen im Deutschen so oft Mühe machen
Das Deutsche hat sechs Zeitformen, und trotzdem gehören sie zu den häufigsten Fehlerquellen in längeren Texten. Der Grund ist nicht ihre Zahl, sondern die Bildung: Vier der sechs Formen brauchen ein Hilfsverb, und die Wahl zwischen haben und sein richtet sich nach der Bedeutung des Verbs, nicht nach seiner Form.
Dazu kommt die Unregelmäßigkeit. Rund 200 Verben ändern im Präteritum und im Partizip II den Stammvokal, und diese Reihen lassen sich nicht ableiten, sondern nur nachschlagen. Genau dafür gibt es die Verbseiten in der zweiten Liste.
Die dritte Schwierigkeit betrifft den Text als Ganzes. Innerhalb eines Abschnitts sollte die Zeitform gleich bleiben, und jeder Wechsel braucht einen Grund. Wo das nicht eingehalten wird, entsteht Unruhe, auch wenn jeder einzelne Satz für sich richtig ist.
Zeitformen und Verbformen im Überblick
Diese Seiten erklären jeweils eine Form vollständig: wie sie gebildet wird, wann sie steht, woran man sie erkennt und welche Verben aus der Reihe fallen.
- Futur I
- Futur II
- Hilfsverben
- Imperativ
- Indikativ
- Modalverben
- Partizip 1
- Partizip 2
- Perfekt mit haben oder sein
- Perfekt Zeitform
- Unregelmäßige Verben
- Zeitformen Tabelle

Verben von A bis Z konjugiert
Zu diesen Verben gibt es eine eigene Seite mit allen Formen in Tabellenform, dazu Hinweise zu Besonderheiten, zur Perfektbildung und Beispielsätze.
- Konjugation backen
- Konjugation brauchen
- Konjugation bringen
- Konjugation denken
- Konjugation essen
- Konjugation fahren
- Konjugation finden
- Konjugation geben
- Konjugation gehen
- Konjugation helfen
- Konjugation klettern
- Konjugation lassen
- Konjugation laufen
- Konjugation lesen
- Konjugation mögen
- Konjugation nehmen
- Konjugation niesen
- Konjugation scheinen
- Konjugation schleifen
- Konjugation schwimmen
- Konjugation sehen
- Konjugation sprechen
- Konjugation tragen
- Konjugation treffen
- Konjugation werden
- Konjugation winken
- Konjugation wissen
- Konjugation ziehen
Die sechs Zeitformen in einem Satz erklärt
Das Präsens beschreibt die Gegenwart und zugleich alles, was allgemein gilt: Wasser kocht bei 100 Grad. Es ist die häufigste Zeitform im Deutschen und die Grundzeit wissenschaftlicher Texte.
Das Präteritum ist die Erzählzeit der Schriftsprache: Sie ging zur Tür. Im gesprochenen Deutsch ist es außerhalb von haben, sein und den Modalverben selten geworden.
Das Perfekt ist die Vergangenheitsform der gesprochenen Sprache: Sie ist zur Tür gegangen. Gebildet wird es mit haben oder sein und dem Partizip II.
Das Plusquamperfekt ist die Vorvergangenheit: Sie war schon gegangen, als er kam. Es braucht immer einen Bezugspunkt in der Vergangenheit, sonst steht es sinnlos.
Das Futur I beschreibt die Zukunft oder eine Vermutung: Er wird kommen. Das Futur II beschreibt etwas, das zu einem künftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird: Er wird gekommen sein.
Modus und Genus verbi: die zweite und dritte Achse
Neben der Zeit trägt jede Verbform einen Modus. Der Indikativ stellt etwas als wirklich dar, der Konjunktiv I gibt fremde Rede wieder, der Konjunktiv II beschreibt Nichtwirkliches und Höflichkeit, der Imperativ fordert auf.
Die dritte Achse ist das Genus verbi, also Aktiv und Passiv. Jede Zeitform lässt sich ins Passiv setzen, wodurch die Zahl der möglichen Formen sich verdoppelt. In wissenschaftlichen Texten ist das Passiv verbreitet, weil es die handelnde Person weglassen kann.
Alle drei Achsen kombinieren sich frei. Eine Form wie er wäre gefragt worden trägt Zeit, Modus und Genus verbi zugleich, und genau diese Kombination macht die vollständigen Verbtabellen so umfangreich.

Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten
In Abschlussarbeiten gilt eine einfache Grundregel: Das Präsens ist die Grundzeit. Was in der Literatur steht, was eine Theorie behauptet und was die eigenen Daten zeigen, wird im Präsens dargestellt, weil es als gegenwärtig gültig verstanden wird.
Für das eigene Vorgehen ist das Präteritum üblich: Die Befragung fand im Mai statt, die Stichprobe umfasste 240 Personen. Das Perfekt steht dort, wo eine abgeschlossene Handlung in die Gegenwart hineinwirkt, etwa bei der Beschreibung des Forschungsstands.
Der Konjunktiv I gehört in die indirekte Rede und damit in jede Wiedergabe fremder Positionen, die als fremd erkennbar bleiben soll. Wer ihn konsequent einsetzt, macht die Grenze zwischen Referat und eigener Aussage ohne zusätzliche Wörter sichtbar.
Die häufigste Beanstandung in Gutachten ist nicht die falsche Form, sondern der unbegründete Wechsel. Ein Absatz, der im Präsens beginnt und im Präteritum endet, wirkt unfertig, und über hundert Seiten summiert sich dieser Eindruck.
Fazit: Konjugation und Zeitformen auf einen Blick
Konjugation ist die Beugung des Verbs nach Person, Zahl, Zeit, Modus und Genus verbi. Sechs Zeitformen, vier Modi und zwei Genera kombinieren sich zu den Formen, die in den Tabellen stehen.
Für die Regel führt der Weg über die Systemseiten, für die einzelne Form über die Verbseiten. Beide Listen stehen oben auf dieser Seite.
Passend dazu erklären diese Seiten Zeitformen in der Abschlussarbeit, Präteritum und Plusquamperfekt.