Konjugation ziehen: alle Formen mit Tabelle

Stammformen, der Konsonantenwechsel und die Wahl des Hilfsverbs

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Die Konjugation ziehen ist unregelmäßig und zeigt eine Besonderheit, die im heutigen Deutsch selten ist: Neben dem Vokal ändert sich der Konsonant. Aus ziehen wird zog und gezogen, das h verschwindet und ein g tritt an seine Stelle. Dazu kommt die Wahl des Hilfsverbs, die von der Bedeutung abhängt: Ich bin nach Berlin gezogen beschreibt einen Umzug, ich habe den Wagen gezogen eine Tätigkeit mit Objekt.

Konjugation ziehen: die Stammformen

Die drei Stammformen lauten ziehen, zog, gezogen. Das Verb gehört zur Ablautreihe ie, o, o, zu der auch fliegen, schließen, verlieren und biegen gehören.

Der Konsonantenwechsel von h zu g ist ein Rest eines alten Lautwandels und findet sich sonst nur noch bei wenigen Verben, etwa bei fliehen, floh, geflohen.

Im Präsens bleibt der Stamm unverändert: ich ziehe, du ziehst, er zieht. Es gibt weder Umlaut noch Vokalwechsel.

Zusammensetzungen folgen derselben Beugung: abziehen, anziehen, ausziehen, umziehen, beziehen, erziehen, vollziehen. Bei den trennbaren rutscht das ge- in die Mitte: abgezogen, angezogen.

Präsens und Imperativ

Präsens: ich ziehe, du ziehst, er zieht, wir ziehen, ihr zieht, sie ziehen.

Alle Formen sind regelmäßig gebildet. Das h bleibt im Schriftbild erhalten, wird aber nicht gesprochen, sondern dehnt den Vokal.

Imperativ: zieh oder ziehe, zieht, ziehen Sie. Ohne Vokalwechsel im Präsens ist das End-e im Singular freigestellt.

Konjugation ziehen
Konjugation ziehen im Überblick.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt

Präteritum: ich zog, du zogst, er zog, wir zogen, ihr zogt, sie zogen.

Perfekt mit haben: ich habe gezogen, du hast gezogen, er hat gezogen. Diese Form steht mit Objekt.

Perfekt mit sein: ich bin gezogen, du bist gezogen, er ist gezogen. Diese Form steht bei Ortsveränderung, etwa beim Umzug.

Plusquamperfekt: ich hatte gezogen oder ich war gezogen, je nach Bedeutung.

Futur und Konjunktiv

Futur I: ich werde ziehen, du wirst ziehen, er wird ziehen, wir werden ziehen, ihr werdet ziehen, sie werden ziehen.

Futur II: ich werde gezogen haben oder ich werde gezogen sein, wieder je nach Bedeutung.

Konjunktiv I: ich ziehe, du ziehest, er ziehe. Diese Formen gehören in die indirekte Rede: Er sagt, sie ziehe im Herbst um.

Konjunktiv II: ich zöge, du zögest, er zöge. Die Form ist gebräuchlich: Ich zöge einen anderen Schluss.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Bin oder habe gezogen: Mit Objekt steht haben (Ich habe die Schublade gezogen), bei Ortsveränderung sein (Ich bin nach Berlin gezogen). Diese Verteilung gilt auch für umziehen: Ich bin umgezogen.

Zog, nicht ziehte: Das Präteritum ist unregelmäßig und ändert Vokal und Konsonant. Die regelmäßige Form ist falsch.

Anziehen mit zwei Bedeutungen: Sich anziehen heißt Kleidung anlegen, etwas zieht an heißt es wird stärker. Beide bilden das Perfekt mit haben.

Beziehen und erziehen: Beide haben untrennbare Vorsilben und bilden das Partizip ohne zusätzliches ge-: bezogen, erzogen. Sich beziehen auf verlangt den Akkusativ: Die Arbeit bezieht sich auf drei Studien.

Vollziehen ist untrennbar und gehört der Amtssprache an: Der Beschluss wurde vollzogen. In allgemeinen Texten ist umsetzen oder ausführen verständlicher.

Konjugation ziehen

Wortfamilie und Verwendung

Zur Wortfamilie gehören der Zug, die Zucht, der Bezug, die Erziehung, der Umzug und der Anzug. Der Wechsel von zieh zu zug folgt demselben Muster wie bei fliegen und Flug.

In wissenschaftlichen Arbeiten begegnet vor allem Bezug. Eine Arbeit nimmt Bezug auf Literatur, und die Formulierung sich beziehen auf ist die neutrale Standardform für Verweise.

Die Wendung einen Schluss ziehen ist in Diskussionsteilen üblich und präziser als das häufige man kann sagen. Sie benennt zugleich, dass eine Folgerung erfolgt und nicht nur eine Beobachtung wiedergegeben wird.

Auffällig ist außerdem, wie viele feste Wendungen das Verb trägt: in Betracht ziehen, zur Rechenschaft ziehen, Bilanz ziehen, in Zweifel ziehen. Alle vier gehören in die gehobene Schriftsprache und sind in Berichten und Gutachten gebräuchlich.

Fazit: Konjugation ziehen auf einen Blick

Die Stammformen lauten ziehen, zog, gezogen. Neben dem Vokal wechselt der Konsonant von h zu g, was im heutigen Deutsch selten ist.

Das Perfekt steht mit haben bei Objekt und mit sein bei Ortsveränderung. Der Konjunktiv II lautet zöge und ist gebräuchlich.

Im Zusammenhang „Konjugation ziehen: alle Formen mit Tabelle“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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Häufige Fragen zur Konjugation ziehen

Wie lauten die Stammformen von ziehen?

Ziehen, zog, gezogen. Neben dem Vokal wechselt der Konsonant von h zu g.

Heißt es ich bin oder ich habe gezogen?

Mit Objekt steht haben, bei Ortsveränderung sein: Ich bin nach Berlin gezogen.

Wechselt ziehen im Präsens den Vokal?

Nein. Das Präsens ist regelmäßig: ich ziehe, du ziehst, er zieht.

Wie lautet der Konjunktiv II von ziehen?

Ich zöge, du zögest, er zöge. Die Form ist gebräuchlich und braucht keine Ersatzform.

Welchen Fall verlangt sich beziehen auf?

Den Akkusativ: Die Arbeit bezieht sich auf drei Studien.

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