Konjugation wissen: alle Formen mit Tabelle

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 23. Oktober 2026

Stammformen, Bildung von ich weiß sowie die Abgrenzung zu kennen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Die Konjugation wissen folgt im Deutschen einem besonderen Beugungsmuster mit klaren Regeln. Genau wie die Modalverben erhält das Wort im Singular des Präsens keine Personalendung, sodass erste und dritte Person identisch lauten: ich weiß, er weiß. Hinzu tritt im gesamten Singular ein charakteristischer Vokalwechsel von i zu ei, während der Plural den Stammvokal i bewahrt. In der Vergangenheit bildet das Verb das Präteritum wusste sowie das Partizip gewusst und verbindet damit einen veränderten Wortstamm mit regelmäßigen Endungen, weshalb es zur Klasse der gemischten Verben zählt. Unsere Übersicht mit Tabelle zeigt alle Formen in sämtlichen Zeiten und klärt typische Stolpersteine im Schreiballtag.

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Konjugation: Merkzettel mit Endungen und Zeitformen

Die Konjugation des Verbs wissen als Thema, dazu sein, haben, werden, ein regelmäßiges und ein unregelmäßiges Verb durch alle Zeitformen mit Endungen, die zwanzig häufigsten unregelmäßigen Verben mit Stammformen als Zugabe.

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Konjugation wissen: Stammformen und Merkmale

Für die Bildung aller Zeiten sind drei Stammformen entscheidend: wissen, wusste, gewusst. Beim Übergang in die Vergangenheit wechselt der Stammvokal von kurzem i zu kurzem u, während mit -te im Präteritum und -t im Partizip II die gewohnten Endungen der schwachen Beugung angehängt werden.

Im Präsens zeigt sich außerdem ein markanter Lautwechsel von i zum Diphthong ei, der allerdings ausschließlich die Singularformen betrifft: ich weiß, du weißt, er weiß. Sobald das Verb im Plural steht, kehrt das ursprüngliche i im Wortstamm zurück, etwa bei wir wissen.

Zusammengesetzte Vergangenheitszeiten wie das Perfekt werden ausnahmslos mit dem Hilfsverb haben gebildet: ich habe gewusst. Während echte Modalverben in Verbindung mit einem weiteren Verb im Infinitiv meist auf den sogenannten Ersatzinfinitiv ausweichen, nutzt wissen im Perfekt stets regulär das Partizip II gewusst.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist vor allem die unpersönliche Wendung „man weiß“ sehr verbreitet, um bekanntes Allgemeinwissen auszudrücken. Verwandte Ausdrücke wie bewusst oder Gewissen gehen sprachgeschichtlich zwar auf dieselbe Wurzel zurück, werden in der heutigen Gegenwartssprache jedoch als eigenständige Wörter wahrgenommen.

Konjugation wissen: alle Formen in der Tabelle

Indikativ von wissen: Präsens, Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPräsensPräteritumPerfektPlusquamperfekt
ichweißwusstehabe gewussthatte gewusst
duweißtwusstesthast gewussthattest gewusst
er/sie/esweißwusstehat gewussthatte gewusst
wirwissenwusstenhaben gewussthatten gewusst
ihrwisstwusstethabt gewussthattet gewusst
sie/Siewissenwusstenhaben gewussthatten gewusst
Futur und Konjunktiv von wissen
PersonFutur IFutur IIKonjunktiv IKonjunktiv II
ichwerde wissenwerde gewusst habenwissewüsste
duwirst wissenwirst gewusst habenwissestwüsstest
er/sie/eswird wissenwird gewusst habenwissewüsste
wirwerden wissenwerden gewusst habenwissenwüssten
ihrwerdet wissenwerdet gewusst habenwissetwüsstet
sie/Siewerden wissenwerden gewusst habenwissenwüssten

Beugung im Präsens und Formen im Imperativ

Präsens: Die Gegenwartsformen lauten vollständig ich weiß, du weißt, er weiß im Singular sowie wir wissen, ihr wisst, sie wissen im Plural.

Auffällig ist, dass Person eins und drei im Singular ohne jede Personalendung gebildet werden und vollkommen gleich lauten. Dieses grammatische Merkmal teilt das Wort mit den deutschen Modalverben, was einen gemeinsamen sprachhistorischen Grund hat: Als sogenanntes Präteritopräsens ist die heutige Gegenwartsform ursprünglich aus einer alten Vergangenheitsform entstanden.

Imperativ: Die Befehlsformen lauten wisse im Singular und wisst im Plural, während die Höflichkeitsform den Infinitiv wissen nutzt. Da die Singularform auf -e im modernen Sprachgebrauch stark gehoben wirkt, begegnet diese Variante fast nur noch in literarischen Texten oder festen Einleitungen wie „Wisse, dass …“.

Konjugation wissen: wusste oder wüsste unterscheiden
Konjugation wissen im Überblick.

Vergangenheitsformen: Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt

Präteritum: In der einfachen Vergangenheit lauten die Formen ich wusste, du wusstest, er wusste sowie im Plural wir wussten, ihr wusstet, sie wussten; diese Zeitform wird auch in der gesprochenen Sprache sehr häufig statt des Perfekts gewählt.

Perfekt: Die zusammengesetzte Vergangenheit bildet man mit den Präsensformen von haben und dem Partizip II als ich habe gewusst, du hast gewusst, er hat gewusst, wir haben gewusst, ihr habt gewusst, sie haben gewusst.

Plusquamperfekt: Für die Vorvergangenheit stehen die Formen ich hatte gewusst, du hattest gewusst, er hatte gewusst sowie wir hatten gewusst, ihr hattet gewusst, sie hatten gewusst, wenn ein Wissen zeitlich vor einem anderen Ereignis in der Vergangenheit lag.

Bei allen Vergangenheitsformen gilt die Schreibweise mit doppeltem s, weil der Stammvokal u in wusste und gewusst kurz gesprochen wird. Erst seit der Rechtschreibreform greift hier konsequent das Doppel-s, während nach alter Rechtschreibung noch ein ß stand.

Zukunftsformen sowie Konjunktiv I und II im Überblick

Futur I: Um künftiges Wissen oder eine Vermutung auszudrücken, nutzt man das Hilfsverb werden mit dem Infinitiv in den Formen ich werde wissen, du wirst wissen, er wird wissen, wir werden wissen, ihr werdet wissen, sie werden wissen.

Futur II: Für abgeschlossene Vorgänge in der Zukunft oder rückblickende Annahmen stehen Bildungen wie ich werde gewusst haben, du wirst gewusst haben, er wird gewusst haben sowie im Plural wir werden gewusst haben.

Konjunktiv I: Im Singular lauten die Formen auf der Basis des Infinitivstamms ich wisse, du wissest, er wisse. Diese Formen kommen vor allem in Zeitungsberichten und wissenschaftlichen Texten für die indirekte Rede zum Einsatz, etwa im Satz „Er betont, er wisse nichts von dem Vorfall“.

Konjunktiv II: Mit Umlaut auf dem Präteritumstamm bildet man ich wüsste, du wüsstest, er wüsste sowie im Plural wir wüssten. Diese Variante ist im Alltag besonders geläufig, um höfliche Fragen, irreale Bedingungen oder vorsichtige Wünsche wie „Ich wüsste gern, wie es weitergeht“ auszudrücken.

Typische Fehlerquellen und wichtige Zweifelsfälle

Wissen oder kennen: Das Verb wissen bezieht sich auf Fakten oder Zusammenhänge und wird im Satz meist durch einen Nebensatz oder ein Pronomen ergänzt, wie in „Ich weiß, dass er kommt“. Geht es hingegen um Menschen, Orte oder konkrete Gegenstände mit direktem Akkusativobjekt, ist kennen die richtige Wahl: „Ich kenne ihn persönlich.“

Wusste, nicht wisste: Beim Wechsel ins Präteritum ist der Vokaltausch von i zu u zwingend vorgeschrieben. Eine Form wie „wisste“, die den Stammvokal aus dem Präsens Plural und Infinitiv übernimmt, existiert in der deutschen Standardsprache nicht und gilt als falsch.

Wusste oder wüsste: Die Variante wusste ohne Umlaut markiert eine reale Tatsache im Präteritum, während wüsste mit Umlaut den Konjunktiv II für irreale Aussagen oder höfliche Zurückhaltung kennzeichnet. Der Bedeutungsunterschied zeigt sich direkt im Vergleich zwischen „Ich wusste es nicht“ und „Ich wüsste es gern“.

Weiß mit ß: Im Präsens Singular steht nach dem langen Diphthong ei immer ein ß (ich weiß, er weiß). Da die gebeugte Verbform exakt wie die kleingeschriebene Farbbezeichnung weiß aussieht, können automatische Rechtschreibprogramme beide Wörter oft nicht zuverlässig trennen.

Bescheid wissen: In diesem Idiom bleibt das Substantiv eigenständig, weshalb man beide Wörter getrennt und Bescheid mit großem B schreibt: „Ich weiß Bescheid.“ Die Zusammenschreibung oder Kleinschreibung ist ein weitverbreiteter Irrtum im Schreiballtag.

Konjugation wissen: Quiz zu ich weiß und Bescheid wissen

Wortfamilie und Stilregeln für akademische Texte

Zur verzweigten Wortfamilie gehören neben dem substantivierten Wissen und der Wissenschaft auch der Wissenschaftler sowie die Bildungen bewusst, Bewusstsein und Gewissen. Gerade die letzten drei Begriffe haben im Laufe der Sprachgeschichte eine eigene Bedeutung entwickelt, die sich beträchtlich vom Ursprungsbegriff entfernt hat.

In wissenschaftlichen Arbeiten wird das Verb wissen eher selten genutzt, da Formulierungen wie „man weiß“ eine unpräzise oder persönliche Perspektive einführen. Stattdessen ist ein konkreter Quellenbeleg oder eine sachliche Einordnung üblich, etwa mit der Wendung „Nach dem derzeitigen Forschungsstand“.

Anders verhält es sich beim neutralen Ausdruck „soweit bekannt“. Diese Formulierung begrenzt lediglich den Umfang der gesicherten Information, ohne jemanden persönlich einzubeziehen, und gilt in Diskussionsabschnitten von Facharbeiten als vollkommen akzeptabel.

Fazit: Konjugation wissen kompakt zusammengefasst

Mit den Stammformen wissen, wusste, gewusst verbindet das Verb einen Vokalwechsel im Wortstamm mit regelmäßigen Endungen. Im Präsens Singular entfällt die Personalendung, und der Vokal wechselt zu ei: ich weiß, er weiß.

In der Praxis ist zudem der Konjunktiv II wüsste sehr gebräuchlich. Ebenso wichtig für sicheren Stil bleibt die klare Abgrenzung von kennen, das sich auf Personen und Dinge bezieht.

Damit wird das Thema „Konjugation wissen: alle Formen mit Tabelle“ hier als praxisnaher Gesamtzusammenhang für Grammatik und Rechtschreibung dargestellt.

Ergänzende Beiträge dieser Kategorie behandeln ebenso die Modalverben, die Konjugation denken sowie den sicheren Gebrauch von Konjunktiv I und II.

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Stand: 23. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 23. Oktober). Konjugation wissen: alle Formen mit Tabelle. korrektur.de. https://korrektur.de/konjugation-wissen

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Häufige Fragen zur Konjugation wissen

Wie lauten die Stammformen von wissen?

Die drei Stammformen lauten wissen, wusste, gewusst. Da das Verb einen Vokalwechsel im Wortstamm mit den regelmäßigen Endungen -te und -t verbindet, zählt es zur Gruppe der gemischten Verben.

Warum heißt es ich weiß und er weiß?

Genau wie bei den Modalverben sind erste und dritte Person Singular im Präsens identisch und endungslos. Der sprachgeschichtliche Grund liegt darin, dass sich die heutigen Gegenwartsformen aus einer alten Vergangenheitsform entwickelt haben.

Was ist der Unterschied zwischen wissen und kennen?

Das Verb wissen bezieht sich auf Fakten oder Sachverhalte und wird meist durch einen Nebensatz ergänzt. Demgegenüber bezieht sich kennen mit direktem Objekt auf Personen, Orte und Dinge.

Was ist der Unterschied zwischen wusste und wüsste?

Im Präteritum lautet die Vergangenheitsform wusste ohne Umlaut, während wüsste mit Umlaut den Konjunktiv II für irreale Aussagen oder höfliche Wünsche darstellt. Den entscheidenden Unterschied markiert somit der Umlaut ü.

Schreibt man Bescheid wissen zusammen?

Nein, die korrekte Schreibweise lautet immer Bescheid wissen, also getrennt und mit großem Anfangsbuchstaben beim Substantiv.

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