Wie du Quellenangaben in der Hausarbeit prüfst
Hausarbeit Quellenangabe
Eine Quellenangabe gelingt am besten Schritt für Schritt: Du legst deine Frage fest, prüfst die Quelle, ordnest deine Angaben und kontrollierst am Ende, ob alles zur Quelle passt.
Kostenlos herunterladen
Literaturverzeichnis: Muster für APA und Harvard
Die Hausarbeitsquelle: die Quellenangabe steht schon da. Buch, Sammelbandbeitrag, Zeitschriftenaufsatz, Internetquelle und KI-Quelle jeweils als fertige Zeile, oben nach APA, darunter nach Harvard. Du ersetzt die eckigen Klammern und löschst die Zitierweise, die bei dir nicht gilt. Keine Anmeldung.
Die Quellenangabe als konkrete Fachaufgabe
Starte bei der Quellenangabe in der Hausarbeit nicht mit einer losen Sammlung von Angaben, sondern mit einer konkreten Frage. Zum Beispiel: Welche Angaben musst du zu diesem Werk ergänzen, damit klar bleibt, in welche Kategorie es fällt und wie du es nutzen darfst? Am Ende hast du eine begründete Quellenangabe und eine kurze Notiz dazu, was du dafür geprüft hast.
Quellen lassen sich nach ihrer Lizenz in Kategorien einteilen. Ein Inhalt kann gemeinfrei, urheberrechtlich geschützt oder mit einer besonderen Lizenz versehen sein. Je nach Kategorie musst du andere Angaben ergänzen. Schau deshalb nicht nur auf das Aussehen eines Textes oder Bildes, sondern lies die Nutzungsinformationen direkt an der Quelle.
In Deutschland gilt ein Werk zunächst als geschützt, sofern nichts anderes angegeben ist. Willst du es nutzen, brauchst du eine Nutzungsgenehmigung. Für Bildungseinrichtungen gibt es bei bildenden Zwecken ohne Gewinnabsicht eine Erleichterung: Bis zu 15 Prozent oder höchstens 20 Seiten eines geschützten Werks dürfen zitiert werden, die Quellenangabe bleibt aber Pflicht. Das gilt nur für Deutschland und für diesen Zweck.
Du brauchst also keinen allgemeinen Überblick, sondern hältst für eine bestimmte Quelle ihre Kategorie, deinen Verwendungszweck und die daraus folgenden Angaben fest. Wer wissenschaftliches Schreiben verbessern möchte, kann dabei zuerst die Frage und das Ziel genau formulieren. Die Quellenangabe gehört immer zu der Quelle, die du wirklich geprüft hast.
Für eine geplante Hausarbeit schreiben-Aufgabe hältst du deshalb fest, welches Werk du verwendest, welche Aussage du daraus übernimmst und was die Quellenangabe zusätzlich enthalten soll. Bei einer größeren Arbeit gehst du genauso mit den Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit vor. Aus einer einzelnen Quelle machst du dabei keine allgemeine Regel.

Bestandteile und Reihenfolge der Bearbeitung
Der Aufbau lässt sich in sieben Schritte gliedern. Zu jedem Schritt machst du dir eine kurze Notiz. So siehst du später, wie aus deiner Frage eine geprüfte Quellenangabe geworden ist.
- Frage festlegen: Schreibe auf, was du zur Quelle klären willst. Gut passt eine Frage zur Kategorie des Werkes, zu den nötigen Ergänzungen oder zu den Grenzen der Nutzung. Beim Forschungsfrage formulieren hilft es, dich auf eine einzige Entscheidung zu beschränken.
- Quelle auswerten: Lies, was das Werk selbst oder die Lizenzinformation dazu sagt. Notiere, ob dort Gemeinfreiheit, urheberrechtlicher Schutz oder eine besondere Lizenz steht. Fehlt eine wichtige Angabe, schreib dir auf, was du noch nachschlagen musst, statt etwas zu vermuten.
- Regeln festhalten: Ordne die Fundstelle deinem Verwendungszweck zu. Bei Bildungseinrichtungen für bildende Zwecke ohne Gewinnabsicht prüfst du zusätzlich die Grenze von bis zu 15 Prozent oder maximal 20 Seiten. Vermerke auch, dass du die Quelle in diesem Fall trotzdem angeben musst.
- Material ordnen: Sammle nur die Angaben, die du für deine Frage brauchst. Trenne, was das Werk betrifft, was die Lizenz sagt und wie du es konkret verwendest. Für das Literaturverzeichnis erstellen kannst du diese geprüften Angaben anschließend in eine eigene Ordnung bringen. Wenn du parallel eine Masterarbeit schreiben musst, bleibt die Quellenprüfung trotzdem ein eigener Schritt.
- Quellenangabe schreiben: Formuliere die Quellenangabe anhand deines geordneten Materials. Eine wissenschaftliche Argumentation ersetzt das nicht. Die Angabe zeigt nur, auf welche Quelle du dich wirklich stützt.
- Ergebnis prüfen: Vergleiche die fertige Angabe mit der Quelle und deinen Notizen. Bei Quellenangaben richtig zitieren heißt das:
- Grenzen benennen: Schreibe auf, was dein Ergebnis nicht abdeckt. Die Quelle behandelt Kategorien, Nutzung und ergänzende Angaben. Über Studienordnungen deiner Hochschule oder das Recht anderer Länder sagt sie nichts.
Wie die Angabe aussieht, hängt von der gewählten Zitierweisen-Entscheidung ab. Prüfe deshalb, welche Form bei dir gilt, statt die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise einfach als verbindlich anzunehmen. Wichtig ist, dass die Darstellung zu deinen geprüften Angaben passt und man erkennt, woher die Information stammt.
Schritt für Schritt zu einem prüfbaren Ergebnis
- Frage notieren: Schreibe einen Satz wie: Welche Quellenangabe passt zu diesem Werk und seiner Lizenz? Ergebnis ist eine klar begrenzte Frage.
- Quelle sichern: Halte Titel, Fundstelle und die wichtigen Lizenzinformationen in deinen Notizen fest. Ergebnis ist eine eindeutig bezeichnete Quelle.
- Kategorie ablesen: Prüfe, ob die Quelle Gemeinfreiheit, urheberrechtlichen Schutz oder eine besondere Lizenz nennt. Ergebnis ist eine vorläufige Kategorie samt Fundstelle.
- Verwendungszweck bestimmen: Notiere, ob die Verwendung durch eine Bildungseinrichtung für bildende Zwecke ohne Gewinnabsicht erfolgt. Nur wenn dieser Zweck bei deiner Aufgabe wirklich gegeben ist, prüfst du zusätzlich die Grenze von bis zu 15 Prozent oder höchstens 20 Seiten. Ergebnis ist eine festgehaltene Zweckzuordnung.
- Angaben auswählen: Übernimm nur die Angaben, die zur Kategorie und zur Quellenangabe gehören. Ergebnis ist eine Liste ohne ungeprüfte Zusätze.
- Angabe formulieren: Bring die Liste in die verlangte Form. Kennst du die Vorgabe nicht, schau in die offiziellen Unterlagen zu deiner Aufgabe, statt eine Regel deiner Hochschule zu vermuten. Ergebnis ist eine vorläufige Quellenangabe.
- Abgleich durchführen: Vergleiche jedes Element der Angabe mit der Quelle und deinen Regeln. Ergebnis ist eine Liste mit bestätigten Angaben und offenen Punkten.
- Grenzen ergänzen: Vermerke, dass dein Ergebnis nur für die geprüfte Quelle, Kategorie, Nutzung und Quellenangabe gilt. Ergebnis ist eine nachvollziehbare Dokumentation.
Wenn du Methoden wissenschaftlicher Arbeiten vergleichst, kannst du aus dieser einen Quellenprüfung keine Eigenschaften der Methoden ableiten. Auch qualitative und quantitative Forschung sagt hier nicht, was für deine Quellenangabe passt. Prüfe lieber, ob deine Frage überhaupt Daten verlangt oder nur eine saubere Dokumentation der Quelle.
Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Eine Studentin verwendet in ihrer Hausarbeit eine online gefundene Abbildung. Ihre Frage lautet: Welche Information muss sie zur Abbildung prüfen und in der Quellenangabe ergänzen?
Zuerst notiert sie die Fundstelle und die dort sichtbare Lizenzinformation. Einen Hinweis auf Gemeinfreiheit findet sie nicht und behauptet deshalb auch keine. Als Nächstes liest sie Lizenztext und Nutzungsbedingungen genauer.
Dann klärt sie den Zweck. Die Abbildung soll in einer Arbeit für Bildungszwecke ohne Gewinnabsicht stehen. Sie prüft daher, ob die Grenze für Zitate eine Rolle spielt, und notiert, dass die Quellenangabe auch dann nicht entfällt.
Zuletzt trennt sie Material und Ergebnis. Zum Material gehören die Bezeichnung der Abbildung, die Fundstelle und die ausgewiesene Lizenzinformation. Die Quellenangabe enthält nur diese geprüften Angaben. Ob die Nutzung außerhalb von Bildungszwecken erlaubt ist, lässt sie offen.
Das ist nur ein kleines Beispiel und keine Lösung für jede Abbildung. Es zeigt, wie man eine Quelle prüft, die nötigen Angaben auswählt und die Grenzen sichtbar hält. Wer anschließend Gliederung einer Hausarbeit vorbereitet, setzt den Prüfschritt dorthin, wo die Abbildung tatsächlich vorkommt.

Abgrenzung und formale Prüfung trennen
Zum Schluss prüfst du in zwei Teilen: erst den Inhalt, dann die Form. So gilt eine schön formatierte Angabe nicht schon als inhaltlich geprüft.
Inhaltliche Abgrenzung:
- Ist deine Frage konkret und auf ein klares Ergebnis ausgerichtet?
- Ist die Quelle genannt und auf Kategorie und Lizenz geprüft?
- Sind die Regeln für deinen Verwendungszweck notiert?
- Hast du Material von Annahmen und unbelegten Ergänzungen getrennt?
- Ist nachvollziehbar, wie Quelle, Angabe und Ergebnis zusammenhängen?
- Gilt dein Ergebnis nur für die geprüfte Quelle und den geprüften Zweck?
- Sind die Grenzen sichtbar, etwa bei Staat, Zweck, Umfang und fehlenden Lizenzangaben?
Formale Prüfung:
- Vergleiche die Schreibweise jedes Titels und jeder Bezeichnung mit der Quelle.
- Prüfe, ob alle Angaben der gewählten Darstellung vorhanden sind.
- Setze die Angabe an die Stelle, an der du das Werk verwendest.
- Prüfe die einzelne Fundstelle getrennt von der Ordnung beim Literaturverzeichnis erstellen.
- Wähle zwischen den tatsächlich vorgegebenen Zitierweisen und nimm keine Pflicht an, die nirgends steht.
- Prüfe abschließend, ob du durch deine Formulierung ein Plagiat vermeiden kannst, indem du jede übernommene Information ihrer Quelle zuordnest.
Fehlt die Antwort auf eine Prüffrage, heißt das weder Ja noch Nein. Notiere dann, was noch offen ist. So bleibt deine Dokumentation bei dem, was die Quelle wirklich hergibt. Eine formale Korrektur ersetzt nie die Prüfung der Quelle.
Quellen und Stand
- Kategorien von Quellen (Lizenzen): lernen mit Serlo!: de.serlo.org (geprüft am 2026-08-31)