Gut vorbereitet ins WG-Casting gehen
WG Casting vorbereiten
Ein WG-Casting lässt sich als persönliches Kennenlernen verstehen. Ordne vor dem Termin deine Antworten und prüfe zugleich, ob die beschriebene WG zu deinen Vorstellungen passt.
Das WG-Casting als gegenseitiges Kennenlernen verstehen
Der direkte Leitfaden der Universität Göttingen ordnet ein WG-Casting nach einer Einladung als persönliches, gegenseitiges Kennenlernen ein. Eine Gesprächsrunde und eine Zimmerbesichtigung können dazugehören. Du musst dabei keine Rolle spielen, sondern kannst du selbst sein. Der Leitfaden beschreibt das Treffen als Kennenlernen, nicht als Auswahltest mit zugesichertem Ergebnis: Du lernst die WG kennen, und die WG lernt dich persönlich kennen.
Bereite dich auf ein Gespräch vor, in dem beide Seiten einen Eindruck voneinander gewinnen. Ordne deine Antworten zu bisheriger WG-Erfahrung, Alltag, Stärken und Schwächen sowie deinen Vorstellungen vom Zusammenleben. Denke auch an Kochen, Hobbys, persönliche Grenzen und deine Haltung zu WG-Partys.
Eine Einladung ist im Leitfaden als Zeichen dafür beschrieben, dass die WG neugierig auf dich ist. Antworte offen und höre zugleich aufmerksam zu. Vergleiche die geschilderten Gewohnheiten, den Alltag und die Vorstellungen vom Zusammenleben mit deinen eigenen Erwartungen und Grenzen.
Behandle jede WG als eigenen Fall: Der Leitfaden weist darauf hin, dass WGs unterschiedlich sind und Ablauf sowie Dauer nicht feststehen. Bereite dich deshalb auf die genannten Gesprächsthemen vor und plane genügend Zeit ein.

Mit welchen Bausteinen du rechnen kannst
Der direkte Leitfaden beschreibt bei einer WG-Besichtigung drei Bausteine: Empfang, Gesprächsrunde und Zimmerbesichtigung. Gespräch und Zimmerbesichtigung können in unterschiedlicher Reihenfolge stattfinden.
- Empfang: Nimm dir Zeit, um anzukommen und wahrzunehmen, wie das Treffen gestaltet wird.
- Gesprächsrunde: Ordne vorab ehrliche Antworten zu deiner WG-Erfahrung, deinen Stärken und Schwächen, deinem Alltag, Kochen und Hobbys. Auch deine Vorstellung vom WG-Leben, deine Grenzen und deine Haltung zu WG-Partys können Thema sein.
- Zimmerbesichtigung: Sieh dir das Zimmer an und achte darauf, was die WG über Gewohnheiten, Alltag und das Zusammenleben beschreibt. Gleiche diese Angaben mit deinen Erwartungen und Grenzen ab.
Die Reihenfolge der Bausteine und die Dauer stehen nicht fest. Plane deshalb genügend Zeit ein, ohne einen verbindlichen Ablauf zu erwarten. Jede WG kann das Treffen anders gestalten.
Nutze die Bausteine zur Orientierung und richte dich beim Termin nach dem, was tatsächlich besprochen und gezeigt wird.
Ehrliche Antworten vorher ordnen
Eine gute Vorbereitung beginnt mit einer ehrlichen Selbstvorstellung. Der Leitfaden nennt Fragen zu deiner WG-Erfahrung, deinen Stärken und Schwächen, deinem geregelten Alltag, dem Kochen und deinen Hobbys. Schreibe dir keine glänzende Rolle vor, sondern sortiere deine eigenen Antworten.
- WG-Erfahrung: Überlege, welche Erfahrungen du mit dem Wohnen in einer WG gemacht hast. Wenn du bisher keine WG-Erfahrung beschreiben kannst, formuliere diesen Punkt klar und ohne Ausschmückung.
- Stärken und Schwächen: Benenne beides so, dass deine Antwort zu dir passt. Vermeide eine auswendig gelernte Selbstdarstellung, die nur besonders passend wirken soll.
- Alltag: Ordne, wie du deinen Alltag gestaltest und ob du ihn als geregelt beschreiben würdest. Bleibe bei dem, was du selbst ehrlich sagen kannst.
- Kochen: Überlege, welche Rolle Kochen für dich spielt. Eine knappe, wahrheitsgemäße Antwort ist hilfreicher als eine Behauptung, die deine tatsächlichen Gewohnheiten verdeckt.
- Hobbys: Wähle Beispiele aus deinem eigenen Leben. Du musst keine Interessen ergänzen, nur weil sie in einer WG besonders gut klingen könnten.
Ordne diese Punkte vor dem Termin gedanklich oder schriftlich. Das ist eine Vorbereitung auf mögliche Fragen, keine vorgegebene Antwortformel. Eine konkrete WG kann andere Themen ansprechen. Höre deshalb im Gespräch weiter aufmerksam zu und passe deine Antworten an die tatsächliche Frage an.
Grenzen und Erwartungen klar benennen
Zum WG-Casting gehört auch die Frage, wie du dir das Leben in einer WG vorstellst. Benenne deine persönlichen Grenzen klar. Sage, was für dich im Zusammenleben nicht infrage kommt, und beschreibe, welche Vorstellungen du an den Alltag in einer WG hast.
Auch deine Haltung zu WG-Partys solltest du ehrlich ordnen. Überlege vorab, ob du solche Abende befürwortest, ablehnst oder deine Antwort von deiner eigenen Vorstellung des Zusammenlebens abhängig machst. Der Leitfaden nennt dieses Thema ausdrücklich als mögliche Frage.
Spiele keine vermeintlich perfekte Antwort vor. Wenn du dich besonders unkompliziert, besonders gesellig oder besonders ordentlich darstellen willst, obwohl diese Beschreibung nicht zu dir passt, wird deine Vorstellung vom Zusammenleben unklar. Formuliere stattdessen so, dass deine Grenzen und Erwartungen erkennbar werden.
Ein kurzer Beispielgedanke kann lauten: Ich stelle mir den Alltag gemeinschaftlich vor, brauche aber auch Zeiten für mich und möchte bei Partys vorher wissen, was in der WG üblich ist. Dieses Beispiel ist keine Musterlösung und keine Aussage über eine bestimmte WG. Es zeigt nur, wie du eine eigene Grenze und eine eigene Erwartung in einem Satz verbinden kannst.
Beziehe außerdem Kochen, Hobbys und deinen geregelten Alltag ein, wenn diese Punkte für deine Vorstellung vom Zusammenleben wichtig sind. Entscheidend ist, dass du deine eigene Haltung verständlich machst.
Direkt vor dem Termin prüfen
Lies die Anzeige und die Einladung unmittelbar vor dem WG-Casting noch einmal. Achte darauf, welche Informationen dort tatsächlich stehen, und plane genügend Zeit für den Termin ein. So kannst du dich auf die konkrete Einladung beziehen, ohne einen allgemeinen Ablauf zu unterstellen.
- Prüfe, wann und wo du eingeladen bist.
- Plane ein Zeitfenster, das dir genügend Ruhe für Empfang, Gespräch und Zimmerbesichtigung lässt.
- Rechne damit, dass Gesprächsrunde und Zimmerbesichtigung in variabler Reihenfolge stattfinden können.
- Ordne deine Antworten zu WG-Erfahrung, Stärken und Schwächen, Alltag, Kochen und Hobbys.
- Formuliere deine persönlichen Grenzen, deine Vorstellung vom Zusammenleben und deine Haltung zu WG-Partys.
Lege dich nicht auf einen festen Ablauf oder eine feste Dauer fest. Der Leitfaden nennt keine allgemeine Unterlagenpflicht und keine Erfolgsformel. Behaupte deshalb nicht, dass bestimmte Unterlagen den Ausgang sichern oder dass eine bestimmte Antwort automatisch überzeugt.
Ebenso wenig folgt aus einer Einladung eine Zusage. Aus der Vorbereitung lässt sich keine Erfolgschance berechnen. Eine rechtliche Vermietungsregel ist im direkten WG-Casting-Leitfaden nicht belegt. Wenn du hierzu etwas wissen musst, prüfe die konkreten Informationen aus der Anzeige oder der Einladung, statt eine Regel zu ergänzen.
Die WG und die eigene Passung abgleichen
Beim WG-Casting stellst nicht nur du dich vor. Höre aufmerksam zu, wenn die WG ihre Gewohnheiten, ihren Alltag und ihre Vorstellungen vom Zusammenleben beschreibt. Gleiche diese Angaben mit deinen eigenen Erwartungen und persönlichen Grenzen ab.
Frage dich während des Gesprächs: Passt der beschriebene Alltag zu dem, was ich mir unter einer WG vorstelle? Sind die genannten Gewohnheiten mit meinen Grenzen vereinbar? Wie wird über Kochen, Hobbys und WG-Partys gesprochen? Welche Antworten kann ich ehrlich geben, ohne eine Rolle zu spielen?
Auch die Zimmerbesichtigung gehört zu diesem Abgleich. Nimm wahr, was dir gezeigt wird, und verbinde den Eindruck mit dem Gespräch über das Zusammenleben. Die konkrete WG bleibt dabei der maßgebliche Fall. Übertrage keine Erwartung aus einer anderen Besichtigung automatisch auf diesen Termin.
Eine solche Prüfung verspricht weder eine Zusage noch einen bestimmten Ausgang. Sie hilft dir lediglich, deine eigenen Erwartungen mit den beschriebenen Gewohnheiten und Vorstellungen der WG zu vergleichen. Antworte offen, höre genau zu und entscheide deine Einschätzung auf Grundlage dessen, was im Gespräch tatsächlich gesagt wird.

Kurzcheck für deine Vorbereitung
Prüfe vor dem Termin die folgenden Punkte. Behandle die konkrete WG als eigenen Fall und ergänze nichts, was aus der Anzeige, der Einladung oder dem Gespräch nicht hervorgeht.
- Einladung: Habe ich die Einladung noch einmal gelesen?
- Zeitfenster: Habe ich genügend Zeit eingeplant?
- Reihenfolge: Bin ich darauf vorbereitet, dass Gesprächsrunde und Zimmerbesichtigung in variabler Reihenfolge vorkommen können?
- WG-Erfahrung: Kann ich meine bisherige Erfahrung ehrlich beschreiben?
- Stärken und Schwächen: Habe ich beide Seiten meiner Selbstvorstellung geordnet?
- Persönliche Grenzen: Weiß ich, was für mich im Zusammenleben nicht infrage kommt?
- Alltag: Kann ich sagen, ob und wie ich meinen Alltag geregelt gestalte?
- Zusammenleben: Habe ich eine eigene Vorstellung vom Leben in der WG?
- Kochen: Kann ich meine Haltung zum Kochen wahrheitsgemäß ausdrücken?
- Hobbys: Habe ich passende Beispiele aus meinem eigenen Leben parat?
- WG-Partys: Kann ich meine Haltung zu WG-Partys klar benennen?
- Gegenseitigkeit: Höre ich aufmerksam auf Gewohnheiten, Alltag und Vorstellungen der WG?
Wenn ein Punkt noch offen ist, formuliere keine perfekte Antwort aus fremden Erwartungen. Kläre stattdessen, was du selbst tatsächlich denkst und was die konkrete Einladung aussagt. So bleibt der Kurzcheck bei belegten Themen und behandelt jede WG als eigenen Termin.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.uni-goettingen.de (geprüft am 2026-08-15)