Konjunktiv I und II richtig verwenden

Vom Indikativ zur indirekten Rede

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Der Konjunktiv I steht in der indirekten Rede, der Konjunktiv II drückt Irreales und Höflichkeit aus. Diese Anleitung zeigt die Bildung von Konjunktiv I und II, die Ersatzformen und die Verwendung in der indirekten Rede – mit Beispielen für wissenschaftliche Texte.

Konjunktiv I – die Möglichkeitsform der indirekten Rede

Der Konjunktiv I gibt Aussagen wieder, ohne dass du dich mit ihnen gemein machst: Sie sagt, sie habe die Daten geprüft. Gebildet wird er aus dem Verbstamm des Präsens plus den Endungen -e, -est, -e, -en, -et, -en: er gehe, sie komme, er sei. In wissenschaftlichen Arbeiten signalisiert der Konjunktiv I sauber, dass eine fremde Position referiert wird.

Konjunktiv II – Irreales und Höflichkeit

Der Konjunktiv II drückt aus, was nicht real ist, sowie höfliche Bitten: Wenn die Stichprobe größer wäre, wären die Ergebnisse belastbarer. Ich hätte eine Frage. Bei starken Verben bildet er sich aus dem Präteritumstamm mit Umlaut (kam → käme, ging → ginge), bei schwachen Verben ist er formgleich mit dem Präteritum.

Die Ersatzform mit würde

Wenn Konjunktiv I oder II mit dem Indikativ zusammenfällt (etwa sie machen = Indikativ und Konjunktiv I), weichst du auf eindeutige Formen aus. Beim Konjunktiv II hilft die würde-Form: Wenn sie das Experiment wiederholen würden … Beim Konjunktiv I greifst du dann zum Konjunktiv II: Sie sagen, sie hätten geprüft statt des mehrdeutigen haben.

Indirekte Rede in wissenschaftlichen Texten

Beim Referieren fremder Aussagen ist die indirekte Rede mit Konjunktiv I der akademische Standard: Müller argumentiert, der Effekt sei überschätzt. Sie hält Distanz zur zitierten Position und macht deutlich, dass es sich nicht um deine eigene Aussage handelt. Der Indikativ (der Effekt ist überschätzt) würde die fremde Behauptung als Tatsache ausgeben.

Häufige Fehler bei Konjunktiv I und II

Drei Stolpersteine: Erstens die Verwechslung – Irreales verlangt Konjunktiv II (wäre), nicht Konjunktiv I. Zweitens die überflüssige würde-Form, wo eine klare Konjunktiv-II-Form existiert (käme statt kommen würde). Drittens der Rückfall in den Indikativ mitten in der indirekten Rede. Wer die Formen sicher beherrscht, referiert Quellen präzise und distanziert. Die Beispiele oben zeigen, wie du Konjunktiv I und II richtig verwenden und in der indirekten Rede einsetzen kannst.

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Häufige Fragen zu Konjunktiv I und II

Wann benutzt man Konjunktiv I?

In der indirekten Rede, um fremde Aussagen distanziert wiederzugeben: Sie sagt, sie habe geprüft.

Wann benutzt man Konjunktiv II?

Für Irreales und höfliche Bitten: Wenn es so wäre …; Ich hätte eine Frage.

Wann verwendet man die würde-Form?

Wenn die Konjunktivform mit dem Indikativ zusammenfällt und dadurch mehrdeutig wäre.

Welcher Konjunktiv steht in wissenschaftlichen Arbeiten?

Beim Referieren von Quellen der Konjunktiv I der indirekten Rede.

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