Indefinitpronomen: Liste, Formen und Beispiele
Die unbestimmten Pronomen, ihre Beugung und der Gebrauch in Texten
Indefinitpronomen umreißen Personen oder Objekte vage statt sie klar zu bestimmen: man, jemand, niemand, etwas, nichts, alle, einige, jeder, mancher, kein. Während sie im normalen Sprechen üblich sind, stellen sie in wissenschaftlichen Texten ein Problem dar, denn dort verlangt man nach Exaktheit. Die Formulierung, dass man annimmt, lässt offen, welche Person gemeint ist, worauf Prüfer in Berichten stets achten.
Indefinitpronomen: die wichtigsten Formen
In Bezug auf Personen: man, jemand, niemand, jeder, jedermann, alle, einer, keiner, mancher.
Bei Dingen: etwas, nichts, alles, einiges, manches, vieles, weniges.
In Bezug auf Quantitäten: alle, einige, mehrere, viele, wenige, manche, sämtliche, beide.
Einige stehen nur allein (man, etwas, nichts), andere können nicht nur selbständig, sondern auch vor einem Substantiv stehen (jeder, mancher, alle, einige, viele, wenige, sämtliche).
Die Beugung im Detail
Man steht nur im Nominativ. In den übrigen Fällen tritt einer ein: Nominativ man, Dativ einem, Akkusativ einen. Einen Genitiv gibt es nicht.
Jemand und niemand verändern ihre Form: jemandes, jemandem, jemanden. Bei Dativ und Akkusativ sind Endungen mittlerweile optional, wobei die Variante ohne Endung dominiert.
Etwas und nichts bleiben unverändert. Ein nachfolgendes Adjektiv wird großgeschrieben und stark gebeugt: etwas Neues, nichts Besonderes.
Jeder, mancher, alle übernehmen die Artikelenden: jeder, jedes, jedem, jeden.

Begleitend und selbständig
Diese Formen nutzen wir nur eigenständig: man, jemand, niemand, etwas, nichts. Sie übernehmen die Rolle eines Nomens ganz und können keines anhängen lassen.
Andere stehen nicht nur selbständig, sondern auch zusammen mit einem Substantiv: jeder, mancher, manche Studien. Sie verhalten sich damit ähnlich wie Artikel und folgen denselben Flexionsschemata.
Dazu gehören alle, einige, viele, wenige und sämtliche. Dabei kann jede Form selbständig oder begleitend stehen: Alle sind gekommen steht selbständig, alle Beteiligten sind gekommen begleitend.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Man und einem: Der Satz wenn man das liest, wird man müde ist richtig. Wenn man das liest, wird einem schlecht ebenfalls, weil der Dativ von man einem lautet. Die Form mann ist ein Rechtschreibfehler.
Jemand anderes: Beide Schreibweisen sind zulässig: jemand anderes und jemand anderer. Die erste ist die üblichere und in Wörterbüchern zuerst verzeichnet.
Großschreibung neuer Begriffe: Ist das Adjektiv nach etwas, nichts, viel oder wenig substantivisiert, schreibt man es groß: etwas Neues, nichts Gutes, viel Interessantes.
Alle und alles: Alles umfasst eine Gesamtheit, während alle sich auf Personen oder zählbare Objekte bezieht. Zum Vergleich: alles ist vorbereitet versus alle sind da.
Unterschied zwischen Kein und nicht: Kein verneint gewöhnlich eine Nominalgruppe: Ich habe kein Interesse. Nicht verneint unter anderem Verben, Adjektive, Satzteile oder den ganzen Satz: Ich komme nicht.
Man in wissenschaftlichen Arbeiten
In Abschlussarbeiten fällt das Wort man besonders negativ auf. Es verschweigt die handelnde Person und wirkt deshalb wie eine Ausweichbewegung.
Drei Ersetzungen decken die meisten Fälle ab. Erstens die Nennung der Quelle: Nach Müller (2021) gilt. Zweitens eine sachliche Formulierung: Die Daten zeigen. Passiv ist sinnvoll, wenn der Handelnde sachlich unwichtig oder bereits eindeutig ist.
Zulässig bleibt man dort, wo tatsächlich eine unbestimmte Allgemeinheit gemeint ist, etwa in der Beschreibung verbreiteter Annahmen. Auch dann sollte im nächsten Satz stehen, wer diese Annahmen teilt.
Auch Mengenangaben verdienen Aufmerksamkeit. Viele Autoren und einige Studien klingen vage, obwohl hier Zahlen möglich wären. Die Angabe drei von acht Studien ist präziser und in Begutachtungen üblich.

Geschlechtergerechte Formen
Bei Personenbezeichnungen stellt sich zusätzlich die Frage nach der Form. Jeder Studierende ist grammatisch richtig, schließt aber nur eine Gruppe ein, wenn Studierender maskulin gelesen wird.
Weitere Optionen bilden Plurale (alle Studierenden), Paraphrasen (wer studiert) sowie genderneutrale Nomina (die Lehrkraft). Sämtliche dieser Lösungen verzichten auf diakritische Zeichen; ob sie zulässig sind, hängt von der jeweiligen Richtlinie ab.
Historisch betrachtet leitet sich man vom Begriff Mann ab, fungiert gegenwärtig jedoch als geschlechtsneutral. Wer dieses Konstrukt dennoch streichen möchte, findet mit wer beziehungsweise dem Passiv stabile Ersatzformen.
Fazit: Indefinitpronomen auf einen Blick
Diese Indefinitpronomen nennen Personen oder Objekte allgemein. Typische Vertreter sind man, jemand, niemand, etwas, nichts, alle, einige und jeder.
Man steht nur im Nominativ, in den anderen Fällen tritt einer ein. In wissenschaftlichen Arbeiten ist man der bekannteste Kritikpunkt, weil es die handelnde Person verschweigt.
„Indefinitpronomen: Liste, Formen und Beispiele“: Indefinitpronomen können Personen, Dinge oder Mengen unbestimmt bezeichnen und je nach Form selbständig oder begleitend stehen.
Passende Wortarten samt Vorgaben finden sich unter Pronomen im Überblick, Personalpronomen sowie Gendern in der Abschlussarbeit.