Indefinitpronomen: Liste, Formen und Beispiele

Die unbestimmten Pronomen, ihre Beugung und der Gebrauch in Texten

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Indefinitpronomen bezeichnen Personen oder Sachen, ohne sie genau zu benennen: man, jemand, niemand, etwas, nichts, alle, einige, jeder, mancher, kein. Sie sind im Alltag unentbehrlich und in wissenschaftlichen Texten eine bekannte Schwachstelle, weil sie unbestimmt bleiben, wo Genauigkeit erwartet wird. Wer schreibt, dass man davon ausgeht, verschweigt, wer ausgeht, und genau das wird in Gutachten regelmäßig beanstandet.

Indefinitpronomen: die wichtigsten Formen

Für Personen: man, jemand, niemand, jeder, jedermann, alle, einer, keiner, mancher.

Für Sachen: etwas, nichts, alles, einiges, manches, vieles, weniges.

Für Mengen: alle, einige, mehrere, viele, wenige, manche, sämtliche, beide.

Einige stehen nur allein (man, etwas, nichts), andere nur vor einem Substantiv (jeder Fall, manche Studien), und eine dritte Gruppe kann beides.

Die Beugung im Detail

Man steht nur im Nominativ. In den anderen Fällen tritt einer ein: Nominativ man, Dativ einem, Akkusativ einen. Einen Genitiv gibt es nicht.

Jemand und niemand werden gebeugt: jemandes, jemandem, jemanden. Die Endungen im Dativ und Akkusativ sind heute freigestellt, und die endungslose Form überwiegt.

Etwas und nichts bleiben unverändert. Ein folgendes Adjektiv wird großgeschrieben und stark gebeugt: etwas Neues, nichts Besonderes.

Jeder, mancher, alle folgen den Endungen des bestimmten Artikels: jeder, jedes, jedem, jeden.

Indefinitpronomen
Indefinitpronomen im Überblick.

Selbständig und begleitend

Manche Formen stehen nur allein: man, jemand, niemand, etwas, nichts. Sie vertreten ein Substantiv vollständig und können keines bei sich haben.

Andere stehen nur vor einem Substantiv: jeder Fall, manche Studien, sämtliche Unterlagen. Sie verhalten sich damit wie Artikel und werden auch so gebeugt.

Eine dritte Gruppe kann beides: alle, einige, viele, wenige. Alle sind gekommen steht selbständig, alle Beteiligten sind gekommen begleitend. Die Endung bleibt in beiden Fällen gleich.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Man und einem: Der Satz wenn man das liest, wird man müde ist richtig. Wenn man das liest, wird einem schlecht ebenfalls, weil der Dativ von man einem lautet. Die Form mann ist ein Rechtschreibfehler.

Jemand anderes: Beide Formen sind zulässig, jemand anderes und jemand anderer. Die erste ist die üblichere und in Wörterbüchern zuerst geführt.

Etwas Neues groß: Nach etwas, nichts, viel und wenig wird das folgende Adjektiv großgeschrieben, weil es substantiviert ist: etwas Neues, nichts Gutes, viel Interessantes.

Alle und alles: Alle bezieht sich auf Personen oder zählbare Dinge, alles auf eine Gesamtheit. Alle sind gekommen gegenüber alles ist vorbereitet.

Kein oder nicht: Vor einem Substantiv steht kein: Ich habe kein Interesse. Vor Verben und Adjektiven steht nicht: Ich habe nicht viel Interesse.

Man in wissenschaftlichen Arbeiten

Das Wort man ist in Abschlussarbeiten der bekannteste Kritikpunkt. Es verschweigt die handelnde Person und wirkt deshalb wie eine Ausweichbewegung.

Drei Ersetzungen decken die meisten Fälle ab. Erstens die Nennung der Quelle: Nach Müller (2021) gilt. Zweitens das Passiv: Es wird angenommen. Drittens eine sachliche Formulierung: Die Daten zeigen.

Zulässig bleibt man dort, wo tatsächlich eine unbestimmte Allgemeinheit gemeint ist, etwa in der Beschreibung verbreiteter Annahmen. Auch dann sollte im nächsten Satz stehen, wer diese Annahmen teilt.

Ein zweiter Punkt betrifft Mengenangaben. Einige Studien und viele Autoren sind unbestimmt, wo eine Zahl möglich wäre. Drei von acht Studien ist präziser und in Gutachten die erwartete Form.

Indefinitpronomen

Geschlechtergerechte Formen

Bei Personenbezeichnungen stellt sich zusätzlich die Frage nach der Form. Jeder Studierende ist grammatisch richtig, schließt aber nur eine Gruppe ein, wenn Studierender maskulin gelesen wird.

Alternativen sind Pluralformen (alle Studierenden), Umschreibungen (wer studiert) und geschlechtsneutrale Substantive (die Lehrkraft). Alle drei kommen ohne Sonderzeichen aus und sind in jedem Leitfaden zulässig.

Das Wort man ist etymologisch mit Mann verwandt, gilt heute aber als geschlechtsneutral. Wer es dennoch vermeiden will, findet mit wer und mit dem Passiv verlässliche Ersatzformen.

Fazit: Indefinitpronomen auf einen Blick

Indefinitpronomen bezeichnen Personen und Sachen, ohne sie genau zu benennen. Dazu gehören man, jemand, niemand, etwas, nichts, alle, einige und jeder.

Man steht nur im Nominativ, in den anderen Fällen tritt einer ein. In wissenschaftlichen Arbeiten ist man der bekannteste Kritikpunkt, weil es die handelnde Person verschweigt.

Die Einordnung „Indefinitpronomen: Liste, Formen und Beispiele“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Verwandte Wortarten und Regeln Pronomen im Überblick, Personalpronomen und Gendern in der Abschlussarbeit.

Genauigkeit im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet unbestimmte Formulierungen.

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Häufige Fragen zu Indefinitpronomen

Was sind Indefinitpronomen?

Wörter, die Personen oder Sachen bezeichnen, ohne sie genau zu benennen: man, jemand, niemand, etwas, alle, einige.

Wie wird man gebeugt?

Nur im Nominativ steht man. Im Dativ heißt es einem, im Akkusativ einen. Einen Genitiv gibt es nicht.

Darf man in einer Abschlussarbeit man schreiben?

Möglichst nicht. Es verschweigt die handelnde Person. Besser sind Quellenangabe, Passiv oder eine sachliche Formulierung.

Schreibt man etwas Neues groß?

Ja. Nach etwas, nichts, viel und wenig wird das folgende Adjektiv großgeschrieben, weil es substantiviert ist.

Was ist der Unterschied zwischen alle und alles?

Alle bezieht sich auf Personen oder zählbare Dinge, alles auf eine Gesamtheit.

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