Das Pronomen „diese“ verständlich erklärt
Diese Pronomen einfach erklärt
„Diese“ kann auf eine bereits bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe hinweisen. Die Erklärung zeigt Bedeutung, Funktion, Satzbezug und die Grenzen der belegten Aussage.
Bedeutung und grammatische Funktion von „diese“
„Diese“ gehört zur Wortgruppe dieser, diese, dieses, dies. Die Bedeutung weist auf eine bereits bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe hin. Diese Größe kann dem Sprecher räumlich oder in der Vorstellung nahe sein. Dadurch ist der Ausdruck nach der Quelle nachdrücklicher als „der“, „die“ oder „das“.
Die Quelle ordnet das Wort sowohl einem adjektivischen als auch einem substantivischen Gebrauch zu. Für die Satzanalyse bedeutet das: Prüfe zunächst, ob „diese“ zusammen mit einem Nomen steht oder ob es selbst an der Stelle einer benannten Größe verwendet wird. Die grammatische Funktion ergibt sich aus dem Satz, nicht allein aus dem Wortbild.
Pronomen heißen auch Fürwörter. Ihre Funktion besteht darin, für ein Nomen eingesetzt zu werden. So lässt sich eine Wiederholung vermeiden. Gleichzeitig muss der Bezug klar bleiben. Bei einem Pronomen wie „sie“ kann der Zusammenhang sonst offenlassen, ob eine zuvor genannte Person oder eine Sache gemeint ist.
Für die praktische Prüfung gehören deshalb drei Fragen zusammen: Auf welche Größe weist „diese“ hin? Ist diese Größe bereits bekannt oder soll sie gekennzeichnet werden? Welche Aufgabe übernimmt die Form im Satz? Diese Fragen beschreiben die belegte Verwendung, ohne zusätzliche Regeln zu behaupten.
Wer die Rechtschreibung eines Satzes prüft, sollte bei „diese“ deshalb nicht nur die Buchstabenfolge betrachten. Zur sprachlichen Einordnung gehören auch der Bezug und die Satzfunktion. Die Rechtschreibregeln sind dabei als Nachschlagebereich für Rechtschreibung und Grammatik getrennt von der Bedeutungsanalyse zu betrachten.
Für die Formprüfung darf außerdem die Groß- und Kleinschreibung des eigenen Satzes kontrolliert werden. Eine pauschale Zusatzregel zur Schreibung von „diese“ ist durch die vorliegenden Quellen nicht belegt. Ebenso sollte eine Frage zur Getrennt- und Zusammenschreibung nur dann gestellt werden, wenn der konkrete Satz tatsächlich eine solche Schreibentscheidung enthält.

So lässt sich „diese“ im Satz erkennen
Bei der Satzanalyse von „diese“ geht es zunächst um den Bezug des Wortes. Es kann auf eine Größe verweisen, die schon bekannt ist oder noch genauer benannt wird. Diese Größe kann räumlich nahe sein; sie kann auch nur in der Vorstellung nahe liegen. Für die Analyse reicht es deshalb nicht, „diese“ isoliert zu betrachten. Der umgebende Satz und der Zusammenhang zeigen, worauf der Ausdruck weisen soll.
Eine erste Unterscheidung betrifft die Form des Gebrauchs. Das Wörterbuch führt „dieser / diese / dieses / dies“ sowohl adjektivisch als auch substantivisch. Im Satz „Diese Karte bleibt hier“ steht „diese“ zusammen mit „Karte“. Für die Beschreibung kann festgehalten werden: „diese“ erscheint hier adjektivisch bei dem genannten Nomen. Die Wortgruppe „Diese Karte“ ist das Subjekt des Satzes; „diese“ gehört damit zur Subjektgruppe, während „Karte“ ihr Nomen ist. Der Ausdruck weist auf die Karte, die im jeweiligen Zusammenhang gemeint ist. Welche Karte das ist, lässt sich erst aus dem weiteren Zusammenhang bestimmen.
Anders sieht der Satz „Nimm diese“ aus. Nach „diese“ folgt dort kein Nomen. Die Form wird substantivisch gebraucht. Zugleich ist „diese“ das Akkusativobjekt zu „Nimm“. Der Satz kann sich etwa auf eine vorher genannte Sache beziehen, ohne deren Nomen noch einmal auszusprechen. Bei der Analyse wird deshalb notiert, dass „diese“ substantivisch verwendet wird, als Akkusativobjekt steht und auf die im Zusammenhang gemeinte Größe weist. Die konkrete Größe darf nicht ergänzt werden, wenn der Zusammenhang sie nicht erkennen lässt.
Ein weiteres Beispiel lautet: „Diese Notiz liegt daneben.“ Hier begleitet „diese“ das Nomen „Notiz“. Die Wortgruppe „Diese Notiz“ übernimmt die Aufgabe des Subjekts; „diese“ ist darin der adjektivisch gebrauchte Begleiter des Nomens. Die Analyse benennt den adjektivischen Gebrauch und hält den Bezug auf die gemeinte Notiz fest. Der Satz selbst sagt noch nicht, ob die Notiz vorher erwähnt wurde oder erst durch die Situation kenntlich wird. Beide Möglichkeiten bleiben bei der Hinweisbedeutung offen. Entscheidend ist nur, dass der Ausdruck auf eine bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe weisen kann.
Der Satz „Wir prüfen diese später“ bietet den Gegenfall. „Diese“ steht ohne ein folgendes Nomen und wird substantivisch gebraucht. Seine syntaktische Aufgabe ist hier unmittelbar erkennbar: Es ist das Akkusativobjekt zu „prüfen“. Für eine vorsichtige Beschreibung genügt: Die Form verweist auf eine Sache oder Größe, die der Zusammenhang liefern muss. Eine Analyse sollte nicht behaupten, der Bezug sei eindeutig, wenn nur der einzelne Satz vorliegt. Auch die Bezeichnung der gemeinten Größe wird nicht erfunden, sondern nur dann genannt, wenn sie im Text tatsächlich erkennbar ist.
Die allgemeine Funktion von Pronomen hilft bei dieser Unterscheidung. Pronomen können für ein Nomen stehen; dadurch muss ein Nomen nicht wiederholt werden. Zugleich kann ein unklarer Bezug entstehen. Beim substantivischen Gebrauch von „diese“ ist daher besonders sorgfältig zu prüfen, welches zuvor genannte oder in der Situation erkennbare Nomen gemeint sein könnte. Beim adjektivischen Gebrauch steht das zugehörige Nomen dagegen im selben Ausdruck und kann unmittelbar benannt werden.
Für die eigene Analyse lassen sich Form, Satzaufgabe und Hinweisbedeutung getrennt festhalten. Zuerst wird geprüft, ob nach „diese“ ein Nomen steht. Dann wird der Gebrauch als adjektivisch oder substantivisch beschrieben. Anschließend wird die im Satz erkennbare Aufgabe benannt, etwa die Zugehörigkeit zu einer Subjektgruppe oder die Funktion als Akkusativobjekt. Danach wird nur der Bezug erläutert, den Satz und Zusammenhang tatsächlich erkennen lassen. So bleiben grammatische Beschreibung, Satzaufgabe und gemeinte Größe auseinandergehalten, ohne eine nicht sichtbare Bedeutung in den Satz hineinzulesen.
Die Kommasetzung beantwortet dabei eine andere Frage als der Bezug von „diese“. Auch die Zeichensetzung wird getrennt betrachtet. Beim Thema wissenschaftliches Schreiben kann ein klar benannter Bezug helfen, Wiederholungen und unklare Verweise im eigenen Text zu prüfen. Hinweise zu Abkürzungen richtig schreiben betreffen wiederum eine andere Aufgabe als die Analyse, worauf „diese“ weist.
Drei analysierte Beispielsätze
Beispiel 1: „Diese Pflanze steht am Fenster.“ „Diese“ begleitet das Nomen „Pflanze“. Der Satz kennzeichnet eine Pflanze, auf die hingewiesen wird. Für die Analyse wird geprüft, ob der Bezug aus dem Zusammenhang klar ist und ob die Pflanze räumlich oder in der Vorstellung nahe erscheint.
Beispiel 2: „Diese gefällt mir besser.“ „Diese“ steht ohne ein folgendes Nomen und wird daher als Ausdruck für eine bereits bestimmte Größe untersucht. Der Satz selbst nennt nicht, ob es sich um eine Pflanze, eine Jacke oder etwas anderes handelt. Diese Bedeutung darf nur aus dem vorhandenen Zusammenhang ermittelt werden.
Beispiel 3: „Wir besprechen diese Frage heute.“ „Diese“ steht vor dem Nomen „Frage“ und weist auf eine zu kennzeichnende oder bereits bekannte Frage hin. Die Satzanalyse verbindet die Form mit ihrer Funktion: Der Ausdruck begleitet das Nomen und stellt den Bezug zu genau dieser Frage her.
Die Beispiele zeigen drei prüfbare Beobachtungen: „Diese“ kann ein Nomen begleiten, es kann selbst für eine Größe stehen, und die gemeinte Größe muss aus dem Satz oder seinem Zusammenhang hervorgehen. Eine Aussage über den konkreten Bezug darf nicht ergänzt werden, wenn der Text ihn nicht trägt.
Für ergänzende Sprachfragen können Wortbedeutungen und Abkürzungen getrennt nachgeschlagen werden. Bei der Frage nach dem grammatischen Geschlecht hilft der Bereich Artikel der, die und das. Die Analyse von „diese“ bleibt davon unterscheidbar: Sie konzentriert sich auf Hinweisbedeutung, Bezug und Satzfunktion.
Wenn eine Form im Plural untersucht wird, sollte die konkrete Form im Satz erfasst werden. Eine allgemeine Aussage zur Pluralbildung ist für die drei Beispiele nicht erforderlich. Ebenso kann ein Wörterbuch für Synonyme herangezogen werden, wenn eine bedeutungsverwandte Ausdrucksweise gesucht wird. Die Quelle nennt unter anderem „derartige“, „dergleichen“ und „solche“ als bedeutungsverwandte Ausdrücke, ohne dass damit jeder Ausdruck in jedem Satz austauschbar wird.
Was die Quellen nicht verallgemeinern lassen
Die belegte Bedeutung darf nicht zu einer allgemeinen Behauptung über jede Verwendung von „diese“ erweitert werden. Die Quelle nennt eine bereits bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe sowie räumliche oder vorgestellte Nähe. Daraus folgt keine zusätzliche Aussage über Höflichkeit, Stil, Textsorte oder eine feste Gesprächssituation.
Auch die Gegenüberstellung mit „der“, „die“ und „das“ ist als Bedeutungsangabe der Quelle zu lesen. Sie belegt, dass „diese“ nachdrücklicher sein kann. Sie belegt nicht, dass die anderen Formen in jedem Satz ersetzt werden dürfen oder dass „diese“ stets die bessere Wahl ist.
Kasus und Bedeutungsnuancen dürfen nicht ohne direkten Beleg verallgemeinert werden. Prüfe deshalb im konkreten Satz die vorhandene Form, den Bezug und die Funktion. Ergänze keine vollständige Formenreihe, wenn sie in den Quellen nicht ausdrücklich angegeben ist. Bei Personalpronomen sind Numerus und Kasus zwar als grammatische Kategorien beschrieben; diese Aussage wird hier nicht ohne weiteren Beleg auf alle Formen von „diese“ übertragen.
Ebenso darf aus der Pronomenfunktion kein Erfolg, keine Pflicht und kein institutioneller Zweck abgeleitet werden. Der sichere Satz ist die konkrete Prüfanweisung: Ermittle, auf welche Größe „diese“ verweist, und bestimme danach seine Funktion im Satz.
Die Rechtschreibreform kann für Fragen zu alten und neuen Schreibweisen relevant sein, liefert in den vorliegenden Quellen aber keine zusätzliche Aussage zur Bedeutung von „diese“. Auch Rechtschreibprogramme werden hier nicht als Nachweis für eine grammatische Analyse bewertet. Ihre bloße Anzeige ersetzt nicht die Prüfung von Bezug und Funktion.
Für weitere sprachliche Aufgaben können Textformen unterschieden werden. Eine solche Unterscheidung begründet jedoch keine neue Regel für das Pronomen. Entscheidend bleibt, was der konkrete Satz tatsächlich erkennen lässt.

Kurzcheck für die eigene Satzanalyse
- Form erfassen: Markiere „diese“ und notiere, ob es mit einem Nomen verbunden ist oder selbst für eine Größe steht.
- Bezug prüfen: Ermittle die Person oder Sache, auf die der Ausdruck hinweist. Wenn der Text den Bezug nicht eindeutig trägt, ergänze keine bestimmte Bedeutung.
- Bedeutung prüfen: Frage, ob eine bereits bekannte oder noch zu kennzeichnende Größe gemeint ist und ob räumliche oder vorgestellte Nähe aus dem Zusammenhang hervorgeht.
- Satzfunktion prüfen: Beschreibe, welche Aufgabe „diese“ im vollständigen Satz übernimmt. Trenne diese Beobachtung von Fragen der Kommasetzung und der übrigen Zeichensetzung.
- Formgrenzen prüfen: Behaupte keine zusätzliche Kasus-, Bedeutungs- oder Gebrauchsausnahme, wenn die Quellen sie nicht direkt belegen.
- Beispiel bilden: Formuliere einen eigenen neutralen Satz und erkläre unmittelbar, worauf „diese“ verweist und ob ein Nomen begleitet oder ersetzt wird.
Zum Abschluss kann der eigene Text auf Rechtschreibung, Bezug und Satzfunktion geprüft werden. Die Fachbereiche Rechtschreibregeln, Groß- und Kleinschreibung und Kommasetzung dürfen dabei getrennt betrachtet werden. Der Kurzcheck bestätigt nur, was im konkreten Satz sichtbar und durch die belegte Regel gedeckt ist.
Quellen und Stand
- Was sind Pronomen? | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)
- dieser / diese / dieses / dies, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)
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