Deklination Adjektive: alle Endungen mit Tabellen

Starke, schwache und gemischte Formen mit einer Regel für alle

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Die Deklination Adjektive gilt als schwierigster Teil der deutschen Grammatik, weil Lehrbücher drei Endungstabellen nebeneinanderstellen. Dahinter steckt allerdings eine einzige Regel: Der Fall wird genau einmal angezeigt. Trägt der Artikel diese Information schon, bekommt das Adjektiv eine schwache Endung; fehlt der Artikel, übernimmt das Adjektiv seine Aufgabe und trägt die volle Endung. Wer diese Arbeitsteilung versteht, braucht keine Tabelle mehr auswendig.

Die eine Regel hinter drei Tabellen

Die Fachbezeichnung lautet Monoflexion: Innerhalb einer Wortgruppe wird der Fall genau einmal deutlich angezeigt, nicht doppelt.

Steht ein Wort mit klarer Kasusanzeige davor (der, dem, diesen), endet das Adjektiv nur auf -e oder -en. Diese Formen heißen schwach.

Steht nichts davor, trägt das Adjektiv selbst die Endung des bestimmten Artikels: -er, -es, -em, -en. Diese Formen heißen stark.

Nach dem unbestimmten Artikel mischt sich beides, weil ein und kein in einigen Formen keine Endung tragen. Wo sie eine haben, folgt schwach, wo nicht, folgt stark.

Die schwache Beugung nach bestimmtem Artikel

Tabelle: Fall, maskulin, feminin, neutral
FallmaskulinfemininneutralPlural
Nominativder gute Textdie gute Notedas gute Buchdie guten Texte
Genitivdes guten Textesder guten Notedes guten Buchesder guten Texte
Dativdem guten Textder guten Notedem guten Buchden guten Texten
Akkusativden guten Textdie gute Notedas gute Buchdie guten Texte
Deklination Adjektive
Deklination Adjektive im Überblick.

Die starke Beugung ohne Artikel

Tabelle: Fall, maskulin, feminin, neutral
FallmaskulinfemininneutralPlural
Nominativguter Textgute Notegutes Buchgute Texte
Genitivguten Textesguter Noteguten Buchesguter Texte
Dativgutem Textguter Notegutem Buchguten Texten
Akkusativguten Textgute Notegutes Buchgute Texte

Die gemischte Beugung nach ein und kein

Nach dem unbestimmten Artikel mischen sich beide Reihen. Der Grund liegt in ein selbst: Im Nominativ maskulin und im Nominativ und Akkusativ neutral trägt es keine Endung.

Genau an diesen drei Stellen übernimmt das Adjektiv die Anzeige: ein guter Text, ein gutes Buch. In allen übrigen Formen trägt ein die Endung, und das Adjektiv endet schwach: eines guten Textes, einem guten Buch.

Dieselbe Verteilung gilt für kein und für alle Possessivpronomen: mein guter Text, meines guten Textes. Wer die Regel bei ein verstanden hat, beherrscht damit ein ganzes Dutzend Wörter.

Im Plural gibt es kein unbestimmtes ein. Dort steht ohne Begleitwort die starke Endung: gute Texte, und nach kein die schwache: keine guten Texte.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Nach ein und kein: ein guter Text, aber eines guten Textes. Im ersten Fall trägt ein keine Endung, deshalb übernimmt das Adjektiv; im zweiten trägt eines die Anzeige.

Zwei Adjektive nebeneinander: Beide bekommen dieselbe Endung: mit großem persönlichem Einsatz. Die Form mit wechselnden Endungen ist überholt.

Nach viele und einige: Diese Wörter zeigen den Fall nicht deutlich an, deshalb steht die starke Endung: viele gute Gründe. Nach alle und beide dagegen schwach: alle guten Gründe.

Substantivierte Adjektive: Sie behalten ihre Beugung: der Angestellte, ein Angestellter, die Angestellten. Diese Doppelform überrascht, weil das Wort wie ein normales Substantiv aussieht.

Unbeugbare Adjektive: Farbwörter aus Fremdsprachen wie rosa, lila und orange bleiben unverändert. Wer beugen will, hängt ein farben an: ein rosafarbenes Kleid.

Deklination Adjektive

Die Beugung in wissenschaftlichen Arbeiten

Am häufigsten fällt die Reihe aus mehreren Adjektiven auf. In mit umfangreichem empirischem Material tragen beide dieselbe Endung, und die Ungleichheit ist ein verbreiteter Fehler.

Ein zweiter Punkt betrifft artikellose Fügungen in Überschriften und Beschriftungen. Dort steht die starke Endung: Empirische Ergebnisse, nicht Empirischen Ergebnisse.

Ein dritter Prüfpunkt sind substantivierte Formen. Die Befragten, die Beteiligten und die Studierenden werden weiter wie Adjektive gebeugt, und im Dativ Plural heißt es den Befragten, nicht den Befragte.

Ein vierter Hinweis gilt der Häufung. Drei Adjektive vor einem Substantiv sind grammatisch möglich und schwer lesbar. In Gutachten gilt eine solche Kette als Zeichen dafür, dass eine Definition fehlt.

Ein fünfter Punkt betrifft Aufzählungen mit gemeinsamem Substantiv. In die schriftliche und die mündliche Prüfung trägt jedes Glied seinen eigenen Artikel, und die verkürzte Form ohne den zweiten Artikel ist nur zulässig, wenn Geschlecht und Fall gleich sind.

Fazit: Deklination Adjektive auf einen Blick

Es gibt eine Regel statt drei Tabellen: Der Fall wird genau einmal angezeigt. Nach bestimmtem Artikel steht die schwache Endung, ohne Artikel die starke.

Nach unbestimmtem Artikel mischt sich beides, weil ein und kein nicht in allen Formen eine Endung tragen. Zwei Adjektive nebeneinander bekommen dieselbe Endung.

Weiter zu den Adjektiven Deklination, Adjektive und Adjektive steigern.

Endungen im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet Beugungsfehler zuverlässig.

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Häufige Fragen zur Deklination Adjektive

Wann steht die starke und wann die schwache Endung?

Nach bestimmtem Artikel schwach, ohne Artikel stark. Nach unbestimmtem Artikel mischt sich beides.

Was ist Monoflexion?

Die Regel, dass der Fall innerhalb einer Wortgruppe genau einmal deutlich angezeigt wird, nicht doppelt.

Heißt es viele gute oder viele guten Gründe?

Viele gute Gründe. Nach viele, einige und mehrere steht die starke Endung.

Bekommen zwei Adjektive dieselbe Endung?

Ja: mit großem persönlichem Einsatz. Die Form mit wechselnden Endungen ist überholt.

Wie beugt man rosa und lila?

Gar nicht. Wer eine Endung braucht, hängt farben an: ein rosafarbenes Kleid.

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