Dativobjekt: Definition, Frage und Beispiele

Die Kontrollfrage, die Verben mit Dativ und die Stellung im Satz

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Ein Dativobjekt ist die Ergänzung eines Verbs im dritten Fall, erfragt mit wem: Ich helfe dem Kollegen. Anders als das Akkusativobjekt ist es nicht der Normalfall, sondern an eine überschaubare Gruppe von Verben gebunden. Rund vierzig deutsche Verben verlangen es, und wer diese Liste kennt, vermeidet den häufigsten Kasusfehler der deutschen Grammatik: den Akkusativ dort, wo der Dativ hingehört.

Dativobjekt: die Definition und die Frage

Ein Dativobjekt ist ein Satzglied im dritten Fall. Die Kontrollfrage lautet: Wem?

Beispiel: Ich danke der Kollegin. Wem danke ich? Der Kollegin. Damit ist der Kollegin ein Dativobjekt.

Bezeichnet wird damit meist die Person, an die sich eine Handlung richtet oder für die sie geschieht. Deshalb heißt der Fall im Deutschunterricht auch Wemfall.

Die Verben mit drittem Fall

Kommunikation: antworten, danken, gratulieren, zuhören, widersprechen, zustimmen, absagen, zusagen.

Unterstützung und Schaden: helfen, nützen, schaden, dienen, drohen, schmeicheln, misstrauen, vertrauen.

Empfindung: gefallen, schmecken, passen, stehen, liegen, fehlen, genügen, imponieren.

Bewegung und Zugehörigkeit: folgen, begegnen, gehören, ähneln, entsprechen, unterliegen, entgehen, entkommen.

Dativobjekt
Dativobjekt im Überblick.

Zwei Objekte im selben Satz

Viele Verben tragen ein Dativ- und ein Akkusativobjekt zugleich: geben, zeigen, schicken, erklären, empfehlen, versprechen, bringen.

Beispiel: Ich gebe dem Studenten das Buch. Dem Studenten steht im dritten Fall, das Buch im vierten. Der dritte bezeichnet den Empfänger, der vierte die Sache.

Die Reihenfolge ist geregelt: Zwei Substantive stehen in der Folge dritter vor viertem Fall. Sind beide Pronomen, kehrt sich die Folge um: Ich gebe es ihm. Bei gemischter Form steht das Pronomen zuerst: Ich gebe es dem Studenten.

Abgrenzung zu ähnlichen Satzgliedern

Nicht jede Form im dritten Fall ist ein Objekt. Nach Präpositionen wie mit, bei und nach steht ebenfalls der dritte Fall, dort aber als präpositionale Ergänzung oder als adverbiale Bestimmung.

Die Probe führt über das Weglassen. Ein Objekt ist vom Verb gefordert und lässt den Satz unvollständig zurück: Ich helfe ist ohne Ergänzung unfertig. Eine adverbiale Bestimmung dagegen ist frei: Ich arbeite bei ihm lässt sich zu ich arbeite kürzen.

Eine dritte Gruppe bilden feste Verbindungen aus Verb und Präposition: sich beteiligen an, teilnehmen an, gehören zu. Dort ist die Präposition fest vorgegeben und nicht frei wählbar.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Der falsche Fall: Ich helfe ihm ist richtig, ich helfe ihn falsch. Dasselbe gilt für danken, folgen, gratulieren und vertrauen.

Kein persönliches Passiv: Weil die Ergänzung im dritten Fall bleibt, gibt es keine Form er wird geholfen. Richtig ist ihm wird geholfen.

Der freie Dativ: In Sätzen wie das ist mir zu teuer oder er trägt ihr den Koffer liegt kein Objekt vor, sondern eine freie Ergänzung. Sie lässt sich weglassen, ohne dass der Satz unvollständig wird.

Anrufen und fragen: Beide verlangen den vierten Fall, obwohl eine Person gemeint ist. Ich rufe ihn an, ich frage ihn. Genau diese beiden werden besonders oft falsch gebildet.

Verben mit beiden Möglichkeiten: Schreiben und liefern können mit drittem Fall oder mit Präposition stehen: Ich schreibe ihm oder ich schreibe an ihn. Beide sind korrekt und unterscheiden sich im Register.

Dativobjekt

Der dritte Fall in Texten

In Geschäftskorrespondenz sind solche Ergänzungen häufig, weil viele Höflichkeitsformeln sie enthalten: Wir danken Ihnen, wir bestätigen Ihnen, wir teilen Ihnen mit.

In wissenschaftlichen Arbeiten begegnen vor allem entsprechen, unterliegen und zugrunde liegen. Alle drei verlangen den dritten Fall, und die Formen mit dem vierten sind ein verbreiteter Fehler.

Ein praktischer Prüfweg ist die Ersetzung durch ein Pronomen. Weil ihm und ihn deutlich verschieden klingen, hört man dort sofort, welcher Fall gemeint ist, während der Kollege in beiden Fällen gleich aussieht.

Ein zweiter Prüfpunkt ist die Passivprobe. Lässt sich der Satz nicht mit persönlichem Subjekt ins Passiv setzen, liegt eine Ergänzung im dritten Fall vor, und das schließt viele Formulierungen aus, die auf den ersten Blick möglich wirken.

Fazit: Dativobjekt auf einen Blick

Ein Dativobjekt ist die Ergänzung im dritten Fall, erfragt mit wem. Rund vierzig Verben verlangen es, darunter helfen, danken, folgen und entsprechen.

Steht daneben eine Ergänzung im vierten Fall, gilt bei Substantiven die Folge dritter vor viertem. Ein persönliches Passiv ist nicht möglich.

Der Überblick „Dativobjekt: Definition, Frage und Beispiele“ ordnet das Thema vollständig ein.

Weiter zu den Satzgliedern und Fällen Dativ, Akkusativobjekt und Satzglieder.

Fälle im ganzen Dokument prüfen: Unser Lektorat findet falsche Objektformen zuverlässig.

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Dativobjekt

Was ist ein Dativobjekt?

Die Ergänzung eines Verbs im dritten Fall, erfragt mit wem: Ich helfe dem Kollegen.

Welche Verben verlangen es?

Rund vierzig, darunter helfen, danken, gratulieren, folgen, vertrauen, gefallen und entsprechen.

In welcher Reihenfolge stehen die Objekte?

Zwei Substantive: dritter vor viertem Fall. Zwei Pronomen: umgekehrt. Gemischt steht das Pronomen zuerst.

Warum heißt es nicht er wird geholfen?

Weil die Ergänzung im dritten Fall bleibt. Richtig ist die unpersönliche Form: Ihm wird geholfen.

Was ist ein freier Dativ?

Eine Ergänzung, die kein Objekt ist und weggelassen werden kann: Das ist mir zu teuer.

Unsere Partner