Getrennt- und Zusammenschreibung
Getrennt- und Zusammenschreibung – die wichtigsten Fälle
Die Reform von 1996/2006 hat in der Getrennt-/Zusammenschreibung viel verändert. Heute gibt es oft mehrere zulässige Schreibweisen. Wir zeigen die häufigsten Zweifelsfälle mit Beispielen, vor allem die, in denen Studierende oft falsch liegen.
„zurzeit" oder „zur Zeit"?
„zurzeit" – zusammengeschrieben, wenn „derzeit" gemeint ist. „zur Zeit" – auseinander, wenn ein Genitiv folgt: „zur Zeit Goethes".
„vor allem"
Immer auseinander – „vor allem" ist eine adverbiale Wendung. Beispiel: „Vor allem bei jungen Studierenden ist das ein Problem."
„kennenzulernen" oder „kennen zu lernen"?
Beides erlaubt seit 2006. Empfehlung Duden: „kennenzulernen" (zusammen).
„noch einmal" oder „nochmal"?
„noch einmal" ist Standard. „nochmal" ist umgangssprachlich. In wissenschaftlichen Arbeiten lieber „noch einmal".
„leidtun" oder „Leid tun"?
„leidtun" – zusammen seit 2006. Beispiel: „Es tut mir leid."
„aus Versehen" oder „ausversehen"?
„aus Versehen" – immer auseinander. Beispiel: „Ich habe das aus Versehen gelöscht."
„dankeschön" oder „danke schön"?
„danke schön" – auseinander. Aber „das Dankeschön" – als Substantiv zusammen und groß.
„zugrunde" oder „zu Grunde"?
Beides erlaubt – meist „zugrunde" (zusammen): „dem Modell zugrunde liegen".
„infrage" oder „in Frage"?
Beides erlaubt – „infrage" (zusammen) ist die häufigere Form: „etwas infrage stellen".
„mithilfe" oder „mit Hilfe"?
Beides erlaubt – „mithilfe" (zusammen) ist die Duden-Empfehlung. Beispiel: „mithilfe einer Analyse".
„darüber hinaus"
Immer auseinander. Beispiel: „Darüber hinaus ist anzumerken ..."
„ein paar Mal" oder „ein paarmal"?
„ein paar Mal" auseinander – „Mal" als Substantiv. „ein paarmal" zusammen geht auch, wirkt aber umgangssprachlich.
„immer noch"
Immer auseinander.
„sodass" oder „so dass"?
Beides erlaubt seit 2006 – „sodass" ist die Duden-Empfehlung.
„trotzdem"
Zusammen.
Häufige Fehler
- „zurzeit" auseinander geschrieben.
- „vor allem" zusammen.
- „noch einmal" zusammen.
- „aus Versehen" zusammen.
Mehr im Hub Rechtschreibung. Bei Detailprüfung hilft Lektorat.
Getrennt- und Zusammenschreibung bei Verben
Die Getrennt- und Zusammenschreibung gehört zu den häufigsten Stolpersteinen in wissenschaftlichen Texten. Bei Verb-Kombinationen entscheidet oft die Bedeutung: "Sitzen bleiben" im Sinn von "nicht aufstehen" wird getrennt geschrieben, "sitzenbleiben" im Sinn von "Klasse wiederholen" zusammen. Ähnliche Fälle gibt es bei "kennenlernen", "spazierengehen" oder "zusammenarbeiten". Wer unsicher ist, sollte die jeweilige Bedeutungsnuance prüfen und im Zweifel in einem Wörterbuch nachschlagen, anstatt zu raten. In Abschlussarbeiten kommt es häufig zu Inkonsistenzen, weil verschiedene Quellen unterschiedliche Schreibweisen verwenden. Daher lohnt ein abschliessendes Lektorat oder ein gezieltes Korrekturlesen-Lektorat, das auch die Getrennt- und Zusammenschreibung systematisch prüft. Wer regelmäßig schreibt, gewoehnt sich an die Regeln und entwickelt mit der Zeit ein verlaessliches Sprachgefühl, das auch in mündlichen Prüfungssituationen hilft, ohne ständig im Duden bluttern zu müssen.
Getrennt- und Zusammenschreibung bei Adjektiv-Verbindungen
Auch bei Adjektiven und Partizipien sorgt die Getrennt- und Zusammenschreibung für Verwirrung. "Schwer verständlich" bleibt in der Grundform meist getrennt, aber in festen Wortverbindungen oder neuen Bedeutungen kann eine Zusammenschreibung sinnvoll sein. Wichtig ist, dass innerhalb einer Arbeit konsequent eine Variante verwendet wird, ansonsten leidet die wissenschaftliche Form. Wer eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit verfasst, sollte vor Abgabe eine gezielte Prüfung dieser Fälle einplanen, etwa im Rahmen von Bachelorarbeit korrekturlesen oder einem fachspezifischen Lektorat der Masterarbeit. Tools können zwar Hinweise geben, ersetzen aber das menschliche Auge nicht vollständig. Wer die Getrennt- und Zusammenschreibung gezielt nachschlaegt, statt sie nebenher zu korrigieren, erspart sich oft mehrere Punkte Abzug für formale Mängel und sorgt für einen Text, der sprachlich auf demselben Niveau steht wie inhaltlich.