Ich, man oder wir – die richtige Perspektive
Welche Perspektive in die Arbeit gehört
Darf man in einer wissenschaftlichen Arbeit ich schreiben? Diese Anleitung klärt, wann ich, man, wir oder eine unpersönliche Formulierung angemessen ist – abhängig von Fach, Textsorte und Vorgabe des Lehrstuhls.
Die Ich-Form: erlaubt, aber sparsam
Ob du ich schreiben darfst, hängt vom Fach ab. In vielen Geisteswissenschaften ist die Ich-Form bei eigenen Entscheidungen erlaubt (Ich beschränke mich auf …), in den Naturwissenschaften bleibt sie unüblich. Grundregel: sparsam und nur dort, wo wirklich deine eigene Entscheidung oder Position gemeint ist – nie für Selbstverständliches.
Das man: praktisch, aber oft zu vage
Man wirkt neutral, verschleiert aber, wer handelt: Man könnte annehmen … lässt offen, ob du, die Forschung oder der Leser gemeint ist. In kleinen Dosen ist es in Ordnung, im Übermaß wirkt es unpräzise. Oft ist eine konkrete Formulierung besser: Die Forschung nimmt an … statt man nimmt an.
Alternativen: Passiv und unpersönliche Wendungen
Der sachliche Standard sind unpersönliche Formulierungen: das Passiv (Die Daten wurden erhoben) und Wendungen wie die vorliegende Arbeit, im Folgenden. So rückt die Sache in den Vordergrund, nicht die Person. Wie du Passiv und Aktiv ausbalancierst, zeigt Passiv und Aktiv in der Arbeit. Das Wir passt nur bei mehreren echten Verfassern.
Erst die Vorgabe prüfen
Bevor du dich entscheidest: Viele Lehrstühle regeln die Perspektive in ihren Formalvorgaben. Diese Vorgabe schlägt jede allgemeine Regel. Fehlt sie, wählst du die unpersönliche Variante als sichersten Weg und setzt ich nur bewusst und selten ein. Die richtige Perspektive ist am Ende die konsequent durchgehaltene – ein Korrekturlesen prüft sie mit.
Mehr zum wissenschaftlichen Stil: Passiv und Aktiv und Umgangssprache vermeiden. Den ganzen Text prüft ein Korrekturlesen oder das Stil-Lektorat. Formulierungshilfen bietet die Liste wissenschaftlicher Satzanfänge.