Anschließend Synonym: danach, daraufhin oder sodann
Abfolge ist nicht dasselbe wie Folge
Anschließend sagt, dass etwas zeitlich folgt, und nichts darüber, warum. Genau darin liegt der Unterschied zu daraufhin, das eine Ursache behauptet. „Die Probe wurde erhitzt, anschließend gemessen“ beschreibt zwei Schritte. „Die Probe wurde erhitzt, daraufhin verfärbte sie sich“ behauptet, dass das Erhitzen die Verfärbung ausgelöst hat. In Methodenteilen ist diese Unterscheidung der Unterschied zwischen Protokoll und Interpretation.
Abfolge, Folge, Register
Für die reine Abfolge stehen danach, dann, später und im Anschluss bereit. Dann ist die knappste Form und in Anleitungen die beste, weil sie den Satz nicht beschwert. Später sagt zusätzlich, dass Zeit vergangen ist, ohne sie zu benennen.
Für die ursächliche Folge sind daraufhin, infolgedessen und woraufhin die passenden Wörter. Sie behaupten einen Zusammenhang und sind damit belegpflichtig. In Ergebnisteilen sollten sie nur stehen, wo der Zusammenhang tatsächlich geprüft wurde.
Förmlich wirken sodann, hierauf und nachfolgend. Sodann und hierauf gehören in Urteilstexte und Protokolle, nachfolgend ist in technischen Beschreibungen üblich. In Hausarbeiten wirken alle drei gestelzt.In Methodenteilen
Anschließend ist das Standardwort für Arbeitsschritte und dort unauffällig. Die Häufung fällt allerdings auf: Wenn jeder Satz eines Absatzes mit anschließend beginnt, entsteht eine Kette ohne Gliederung. Abhilfe schafft die Nummerierung der Schritte oder das Zusammenfassen mehrerer Handgriffe in einem Satz.
Zu vermeiden ist die Verbindung mit einer Zeitangabe, die dasselbe nochmal sagt: „Anschließend, nach dem Erhitzen, wurde gemessen“ enthält die Abfolge doppelt. Eines von beidem genügt, und die Zeitangabe ist die informativere.
Grammatik und Wortart
Anschließend ist das Partizip I von anschließen und wird als Adverb verwendet. Es steht deshalb nicht mit Komma, wenn es allein im Satz steht: „Anschließend wurde gemessen“, ohne Komma nach anschließend. Das gebeugte Verb folgt direkt, wie bei allen Adverbien im ersten Satzfeld.
Als echtes Partizip kann anschließend auch attributiv stehen: „die anschließende Messung“. Hier ist es ein Adjektiv und wird normal gebeugt. Die Präpositionalform lautet „im Anschluss an“ mit Akkusativ: im Anschluss an die Erhebung, nicht an der Erhebung.
Anschließend oder abschließend
Die Verwechslung mit abschließend ist häufig und verändert die Aussage grundlegend. Anschließend heißt danach, abschließend heißt zum Schluss. „Abschließend wurde gemessen“ sagt, dass die Messung der letzte Schritt war, „anschließend wurde gemessen“ nur, dass sie folgte.
In Fazits ist abschließend das richtige Wort, in Methodenteilen meist anschließend. Wer beide im selben Text verwendet, sollte prüfen, ob die Reihenfolge tatsächlich so gemeint ist.
In Protokollen und Anleitungen
In Protokollen ist die zeitliche Abfolge der Kern des Texts, und anschließend ist dort das neutrale Bindeglied. Präziser sind allerdings Uhrzeiten, wo sie vorliegen: „14:20 Uhr: Fortsetzung der Sitzung“ sagt mehr als „anschließend wurde fortgesetzt“.
In Anleitungen hat sich die nummerierte Liste durchgesetzt, die Verbindungswörter ganz überflüssig macht. Wer eine Abfolge beschreibt und dabei jeden Schritt mit anschließend einleitet, sollte prüfen, ob eine Liste die bessere Form ist. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Zu unterscheiden ist anschließend schließlich von letztlich und schließlich selbst. Schließlich kann zeitlich sein (zuletzt) oder begruendend (immerhin), und beide Lesarten stehen im selben Wort. In Fliesstexten entsteht daraus regelmäßig eine Doppeldeutigkeit, die anschließend nicht hat.
In Kochrezepten, Laborprotokollen und Bedienungsanleitungen ist anschließend das haeufigste Verbindungswort ueberhaupt. Dort ist es unauffaellig und erwartet. Kritisch wird es nur, wenn Schritte parallel laufen können: Wer anschließend schreibt, behauptet eine Reihenfolge, die manchmal gar nicht zwingend ist, und verlaengert damit unnoetig den Ablauf.
Für die Gegenrichtung, also das Vorangehende, stehen zuvor, vorher, im Vorfeld und zunaechst bereit. Zunaechst ist dabei das Gegenstueck zu anschließend in Ablaufbeschreibungen und eroeffnet die Kette: „Zunaechst wurde erhitzt, anschließend gemessen.“ Diese Paarung ist so eingefuehrt, dass ein zunaechst ohne folgendes anschließend oder danach als unvollstaendig empfunden wird.
Zu beachten ist die Zeitform. Anschließend verlangt keine bestimmte, sortiert die Ereignisse aber relativ zueinander. In Berichten im Praeteritum ist das unproblematisch, in gemischten Zeitformen entsteht Verwirrung: „Anschließend wird gemessen“ neben „anschließend wurde erhitzt“ laesst offen, was schon geschehen ist. Methodenteile stehen deshalb durchgaengig in einer Zeitform.
In Praesentationen ist anschließend außerdem ein Gliederungssignal für das Publikum: Es kuendigt an, dass ein Abschnitt endet. Wer es sparsam einsetzt, kann damit die Struktur hoerbar machen, ohne eine Folie mit der Gliederung einzublenden.
Das zugehoerige Verb anschließen ist trennbar und hat zwei Bedeutungen: etwas verbinden (ein Geraet anschließen) und sich jemandem anschließen (einer Meinung folgen). Nur die erste hat mit dem Adverb zu tun.
Was ist der Unterschied zwischen anschließend und daraufhin?
Anschließend beschreibt nur die zeitliche Abfolge, daraufhin behauptet einen ursächlichen Zusammenhang. In Ergebnisteilen ist daraufhin deshalb belegpflichtig.
Heißt es anschließend oder abschließend?
Anschließend heißt danach, abschließend heißt zum Schluss. In Methodenteilen ist meist anschließend richtig, in Fazits abschließend.
Steht nach anschließend ein Komma?
Nein. Anschließend ist ein Adverb und besetzt das erste Satzfeld, danach folgt direkt das gebeugte Verb: „Anschließend wurde gemessen.“